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Helfer am Limit

Runder Tisch für Ehrenamtliche Helfer am Limit

Es ist eine Anekdote, die Heinz Kraschewski des Öfteren erzählt, wenn es um Flüchtlinge geht. Der heutige Bürgermeister der Gemeinde Auetal war damals noch für den Landkreis tätig, und als er in Stadthagen einer Flüchtlingsfamilie statt ihrer Übergangswohnung eine neue Wohnung zuweisen wollte, weigerte sich die Familie: Sie wollte nicht umziehen.

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Die Ausstellung „Gesichter“ ist bis zum 1. April montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr im DRK-Gebäude in der Bornemannstraße 1 in Obernkirchen zu sehen, Rüdiger Reckstadt hat dazu Flüchtlingen in Bückeburg fotografiert.

Quelle: pr.

Auetal. Die Begründung: Der Lidl-Markt liege so schön nahe. Erst als Kraschewski die Familie davon überzeugen konnte, dass es unweit ihrer neuen Wohnung einen Aldi-Markt gab, kam der Umzug zustande. Die neuen fremden Nachbarn sind nicht nur für alle, die sich beruflich um Flüchtlinge kümmern, zuweilen eine echte Herausforderung, sondern auch für die Ehrenamtlichen.

Im Rehrener Rathaus machen sich der Bürgermeister und Ordnungsamtsleiter Olaf Humke Sorgen, dass die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen kommen und dann den Bettel hinwerfen. Am Montag, 11. April, wird es daher ab 19 Uhr in der Alten Molkerei einen runden Tisch geben, zu dem alle geladen werden, die ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig sind. Kraschewski: „Es darf nicht sein, dass Ehrenamtliche aus Überforderung die Brocken hinschmeißen. Sie müssen vielmehr entlastet werden.“

Kraschewski hat den Gemeinderat während der jüngsten Sitzung informiert – und auch ein schönes Beispiel beigesteuert: Wenn ein Flüchtling zum Arzt nach Stadthagen möchte, könne es durchaus vorkommen, dass er nicht auf den Öffentlichen Personennahverkehr zurückgreift, sondern einen Ehrenamtlichen anruft, damit dieser ihn zum Doktor in der Kreisstadt fährt. Aus der Sicht des Flüchtlings ist das sogar nachvollziehbar: Er spart sich so das Warten auf den Bus, kann nach dem Arzttermin sofort zurückfahren, und Geld kostet es auch nicht, nur eben die Zeit der Helfer.

Normalität soll einkehren

In der Flüchtlingsarbeit, so formuliert es Kraschewski, „soll Normalität eintreten“. Um beim Beispiel zu bleiben: Es soll der Bus genommen werden. Die Helfer sollen am runden Tisch erzählen, welche Erfahrungen sie gemacht haben, und sie sollen der Rathausspitze sagen, wo die Verwaltung unterstützend eingreifen könnte. Und die Verwaltung wird beantworten, was man aus dem Rathaus alles anbieten kann.

Zurück ins Auetal, wo das dezentrale Konzept des Landkreises an Grenzen stößt, was die menschlichen Kapazitäten betrifft. Ein Sozialarbeiter aus Rinteln ist zuständig für die jetzt 49 im Auetal lebenden Flüchtlinge. Und das sei eindeutig zu wenig, wie Kraschewski betont. Doch einstellen könne der Landkreis keine neuen Sozialarbeiter, schiebt Kraschewski sofort nach, der Markt sei völlig leer gefegt.

Sozialarbeiter überlastet

Zwei Mitarbeiterinnen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) seien in Stadthagen abgestellt worden, um die hauptamtliche und die ehrenamtliche Arbeit zu verknüpfen, so Kraschewski im Rat. Er werde mit der für die Flüchtlingsarbeit zuständigen Awo Kontakt aufnehmen, damit eine der beiden Mitarbeiterinnen das Auetal unterstütze. Dem Auetal müsse außer dem Sozialarbeiter aus Rinteln, der hoffnungslos überlastet sei, jemand zur Seite gestellt werden.

Die 49 Flüchtlinge sind in Wohnungen in den Ortschaften Hattendorf, Kathrinhagen, Rehren und Rolfshagen untergebracht. Weiterer Wohnraum steht zur Verfügung oder wird zurzeit angemietet. Es könnten dann rund 20 weitere Flüchtlinge untergebracht werden. rnk

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