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Hubschrauber spürt Plantage auf

Ehepaar aus Borstel vor Gericht Hubschrauber spürt Plantage auf

Ein Ehepaar aus Borstel, in dessen Haus Polizisten im November 2016 eine große Cannabis-Plantage entdeckt hatten, muss mit Haftstrafen von mindestens drei Jahren rechnen. Die Obergrenze liegt bei dreieinhalb Jahren.

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486 Cannabis-Pflanzen sind am 1. November 2016 auf dem Dachboden eines Hauses in Borstel sichergestellt worden. 

Quelle: dpa

BORSTEL/BÜCKEBURG.  Im Gegenzug für diese Zusage der 2. Großen Strafkammer haben die Angeklagten jetzt zum Auftakt eines Prozesses vor dem Landgericht in Bückeburg Geständnisse abgelegt.

 Sie geben zu, die Plantage mit exakt 486 Cannabis-Pflanzen im Dachstuhl aufgebaut und betrieben zu haben. Zusammen würden diese Hanfgewächse mehr als zwölf Kilogramm Marihuana ergeben. Erntereif waren die Pflänzchen allerdings noch nicht.

 Zur Tatzeit war die Frau (56) bereits von ihrem gleichaltrigen Mann getrennt. Mit auf der Anklagebank sitzt ihr neuer Lebensgefährte, ein 58-Jähriger aus Hannover, der ebenfalls gestanden hat. Beide sind ausländischer Herkunft. Als Motiv nannte die Frau Schulden und Spielsucht. „Ich habe nicht gewusst, dass meine Frau hochgradig spielsüchtig war“, versicherte der Ehemann. Ihm gehört das Haus.

 Den Geständnissen zufolge hatten zunächst Mieter eine Plantage betrieben und das dazu nötige technische Equipment in der Wohnung zurückgelassen. Die Angeklagten fassten daraufhin „den gemeinsamen Tatplan, die Plantage auf eigene Initiative wiederzubeleben, um gewinnbringend daran zu verdienen“, wie es in einer von Verteidiger Tuan Anh Delarber verlesenen Erklärung heißt.

Das riecht nach Drogenmafia

Auf die Spur der Auetaler Plantage waren Drogenfahnder durch einen Prozess in Münster gekommen, in dem es um andere Tatorte ging. Dort hatte ein Angeklagter reinen Tisch gemacht und zwei Asiaten belastet, die zum Beispiel Erntehelfer bezahlt und die Marihuana-Ernte dann jeweils selbst abgeholt haben sollen. Dies könnten dieselben Männer sein, die die Wohnung in Borstel angemietet haben, ohne dort zu wohnen. Das riecht nach Drogenmafia und deutet auf organisierte Kriminalität hin. Die Männer werden gesondert verfolgt.

 Mit dem Fall, um den es jetzt vor Gericht geht, sollen sie nichts zu tun haben. „Ich gehe davon aus, dass die Plantage nur von den Angeklagten betrieben wurde“, erklärte eine Polizistin aus Garbsen, die an den Ermittlungen beteiligt war. Zu der angeklagten Frau, die nach Erkenntnissen der Polizei einen Decknamen benutzte, hatten abgehörte Telefongespräche geführt.

 Später kam es über dem Haus in Borstel zum Einsatz eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera. Ergebnis: „Die Wärme wurde offensichtlich übers Dach abgeleitet“, so die Polizistin. „Das ist typisch für solche Plantagen.“ Dazu muss man wissen: Für die Aufzucht sind viel Licht und Wärme nötig. Der Zugriff erfolgte dann am 1. November gegen 6.30 Uhr.

 Richterin Eike Höcker, Vorsitzende der 2. Großen Strafkammer, hat sieben Verhandlungstage anberaumt. Der Prozess wird fortgesetzt. ly

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