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„Ich brauche Fotos und Du Geld“

Auetal/Bückeburg / Prozess „Ich brauche Fotos und Du Geld“

Ein 24-Jähriger aus dem Auetal, der sich in der Anonymität des Internets an Kinder herangemacht haben soll, hat nur geringe Schuld auf sich geladen. Zu diesem Schluss kommt die 1. Große Jugendkammer am Bückeburger Landgericht.

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Ein 24-Jähriger ist vom Bückeburger Landgericht verurteilt worden.

Auetal/Bückeburg. Auetal (ly).  Deshalb ist das Missbrauchsverfahren jetzt vorläufig eingestellt worden, allerdings gegen eine „deftige Auflage“, so Staatsanwalt Wilfried Stahlhut: Der junge Mann muss 500 Euro Geldbuße zahlen. Zur Last gelegt hatte ihm die Anklage sexuellen Missbrauch von Kindern sowie Verbreitung pornografischer Schriften, insgesamt drei Taten.

 Gegenüber einem 13 Jahre alten Mädchen soll sich der Auetaler im Internet-Chatroom als Frauenärztin („Ich muss Dich untersuchen“) ausgegeben haben, um der Schülerin intime Fragen stellen zu können, verbunden mit der Aufforderung, Fotos zu schicken.

 In einem weiteren Fall von mutmaßlichem Missbrauch geht Staatsanwalt Stahlhut davon aus, dass der 24-Jährige einem Mädchen (9) unter dem Pseudonym „Angelika“ Sätze wie diesen geschrieben hat: „Ich brauche Fotos und Du Geld.‘‘

 Geboten habe er dem Kind für jene Nacktbilder 300 Euro. Die Schülerin soll sich in ihrer Antwort vier Jahre älter gemacht und im Anschluss tatsächlich 19 Fotos gemailt haben.

 Außerdem hatten Polizisten auf dem Computer des Verdächtigen bei einer Hausdurchsuchung im Februar 2010 zwei Bilddateien gefunden, die Fotos und Videos anderer Mädchen unter 14 Jahren in intimen Posen zeigen. Normalerweise steht hinter jedem Kinderporno das erschütternde Schicksal mindestens eines Kindes, missbraucht von Erwachsenen. In diesem Fall sah das Gericht die Aufnahmen jedoch „am unteren Rand von Pornografie“. Einen Missbrauch durch Dritte habe es nicht gegeben.

 Von den beiden Mädchen, zu denen der Auetaler im weltweiten Netz persönlich Kontakt aufgenommen haben soll, konnte sich das Gericht während der Zeugenvernehmung selbst ein Bild machen. Die erfahrene Jugendkammer hat den Eindruck, dass die Schülerinnen keinen Schaden davongetragen haben. Auf die Kinder sei weder Druck ausgeübt worden, noch habe jemand sie angefasst.

 Leicht gemacht hat es sich das Gericht nicht. Stundenlang wurde beispielsweise ein Internet-Ermittler der Polizei vernommen, der den Juristen die recht komplizierte Materie erklärte.

 Zum Schutz der mutmaßlichen Opfer hatte eine Jugendkammer verhandelt, nicht das Amtsgericht. Weil es bei dieser Zuordnung keine Berufungsinstanz gibt, sollte den jungen Zeuginnen von vornherein eine zweite Vernehmung vor Gericht erspart werden.

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