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Kein neuer Doktor für Rolfshagen

Rolfshagen / Gespräche gescheitert Kein neuer Doktor für Rolfshagen

Es wird im Ort keinen Nachfolger für den Allgemeinmediziner Dr. Volker Mühlenhoff geben. Die Gespräche sind gescheitert. Mühlenhoff sieht es so: „Nach anfänglich großer Begeisterung haben letztlich doch die Stimmen der Mahner und Zauderer gesiegt, die vor allem in der Raumfrage eine große Problematik gesehen haben.“

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Ein Auetaler Ort mit großer Vergangenheit, aber künftig wohl ohne Allgemeinmediziner.

Quelle: rnk

Rolfshagen. Das ist ein Punkt, den der Investor, der nicht namentlich genannt werden möchte, so nicht nachvollziehen kann: „Die Raumfrage war von meiner Seite längst klar.“ Der Investor hatte, weil es in der alten Praxis nicht genug Räume gibt, vorgeschlagen, dem „neuen“ Doktor eine komplette Praxis neu zu bauen. Er, so der Investor, habe dem Nachfolger sogar Baupläne in die Hand gedrückt, die er von einem Architekten habe, der gerade in der Nähe von Hannover mit dem Bau einer Praxis befasst sei; ein Experte also. Den Nachfolger habe er darüber informiert, dass er am 1. April 2014 spätestens in die nagelneue Praxis einziehen kann, wenn er sich bis Mitte November entscheide, wie alles aussehen solle und was gemacht werde. Man habe bereits über die Anzahl der Parkplätze gesprochen.

 Und wie es so ist: Irgendwann wurde auch der Bürgermeister eingeschaltet. Die Verwaltung machte sich nach Angaben von Bürgermeister Thomas Priemer auf die Suche nach Gebäuden oder Häusern, die als Praxis genutzt werden könnten, denn schnell habe sich gezeigt, dass Räumlichkeiten benötigt wurden, die der Nachfolger auch bezahlen konnte. Der Neubau einer Praxis, das habe sich ebenso schnell gezeigt, sei für den Nachfolger mit Blick auf eine hohe Miete zu teuer gekommen. Ein zweiter Knackpunkt sei es gewesen, dass der Nachfolger seinen Facharzttitel noch nicht führen konnte. Das wäre erst 2014 möglich gewesen, in der zweiten Hälfte des Jahres. Denn nach dem Studium und Staatsexamen erhält man die Approbation, um als Arzt arbeiten zu können. Vor Jahren konnte man sich noch direkt in einer Praxis niederlassen, dieser Weg zum sogenannten „Praktischen Arzt“ ist heute nicht mehr möglich. Zur Behandlung von Kassenpatienten benötigt man hierzulande einen Facharzttitel.

 Dennoch habe die Verwaltung alle Ratsmitglieder in Rolfshagen angeschrieben, ob sie bei der Suche nach einer geeigneten Praxis, also einem Haus oder einem Gebäude, helfen könnten. Man habe sich, so Priemer, auch das eine oder andere angesehen, aber nichts habe wirklich gepasst. Ein Haus habe man in Rolfshagen gefunden, das zum Verkauf stand, aber dies sei dem Nachfolger zu teuer gewesen. Zudem habe man sogar nach Containern für Ärzte gesucht, also Containern, die auf Ärzte und ihre Praxisbedürfnisse zugeschnitten seien; sozusagen als allerletzte Alternative.

 Nach der Mitteilung von Mühlenhoff, dass der Nachfolger sich gegen das Auetal und Rolfshagen entschieden habe, habe er als Bürgermeister noch ein halbstündiges Telefongespräch mit diesem Nachfolger geführt, um ihm doch noch Rolfshagen nahezubringen; ohne Erfolg. Wenn man ein passendes Haus oder Gebäude gefunden hätte, so Priemer, dann hätte man über vieles reden können, etwa eine Anschubfinanzierung. „Da hätten die politischen Gremien mitgespielt, da bin ich mir sicher.“

 Auch der Nachfolger möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, aber so viel könne er doch sagen: „Nach zwei bis drei Wochen Überlegung habe ich mich entschieden, dass dies für mich als Berufsanfänger nicht der richtige Start ist.“ Als Entscheidung gegen Rolfshagen und das Auetal sei dies nicht zu werten.

 Wohin sollen die Rolfshäger im neuen Jahr gehen? Volker Mühlenhoff verweist auf die umliegenden Ärzte und erwähnt einen besonderen Aspekt: Patienten könnten nicht abgelehnt werden, weil es einen Sicherstellungsauftrag auf ärztliche Versorgung gebe. Wer von einem Arzt mehrfach abgelehnt werde, der solle sich an seine Kasse wenden. rnk

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