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Auetal Kita, Hort und Grundschule unter einem Dach
Schaumburg Auetal Kita, Hort und Grundschule unter einem Dach
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10:06 08.11.2018
Andreas Pede (rechts) vom Bauamt der Gemeinde Emmerthal erklärt den Auetaler Ausschussmitgliedern, welche Baumaßnahmen erforderlich gewesen sind, um das Bildungshaus auf den Weg zu bringen. Quelle: la
Autetal/Kirchohsen

Es gibt mehr Kinder – in den Krippen, Kitas und durch Zuzug und Migration auch in den Schulen. Im Auetal gibt es derzeit ausreichend Plätze in den Kitas und der Grundschule, allerdings bereiten die Gebäude Sorgen. Vor allem die Kita Rehren ist sanierungsbedürftig, und laut einem Gutachten sind sogar ein Abriss und ein anschließender Neubau günstiger. Die Politik ist gefragt, zukunftsorientierte Lösungen zu finden (wir berichteten).

Siegbert Held von der WGA-Fraktion hatte zum Beginn der Diskussionen bereits die Idee des Bildungshauses in Rehren eingebracht: Kita, Hort und Grundschule unter einem Dach, um Bildungsprozesse zu fördern und Räume zu nutzen. Die Gemeinde Emmerthal betreibt im Ort Kirchohsen seit einigen Jahren ein solches Bildungshaus – entstanden aufgrund der damaligen demografischen Entwicklung, mit der Idee, Räume umzunutzen und teure Neubauten zu ersparen, und mit einem pädagogischen Konzept, das Kindern den Übergang von der Kita in die Schule erleichtern soll.

Das Bildungshaus in Emmerthal haben sich am Dienstagabend 19 Auetaler Mitglieder der Ausschüsse Jugend und Soziales sowie Schule angeschaut. Olaf Humke hatte die Bereisung für die Gemeinde organisiert und begleitete die Gruppe.In Kirchohsen wurden die Auetaler von Susanne Jürgens vom zuständigen Fachbereich der Gemeinde Emmerthal und Andreas Pede vom Bauamt begrüßt und durch das Bildungshaus geführt.

Erheblicher Bau-Aufwand

Außer dem Grundschulgebäude gibt es dort die Kindertagesstätte mit eigentlich fünf Gruppen. Allerdings wurde eine Gruppe in einen ehemaligen Klassenraum der Grundschule ausgelagert. „Die Igel-Gruppe ist jetzt gegenüber der Klasse 3c“, erzählte Pede. Ganz einfach sei dieser Schritt nicht gewesen, denn baulich habe man erheblichen Aufwand betreiben müssen. „Wir haben einen Verbindungsgang zwischen Kita und Schule gebaut – mit elektrisch öffnenden Türen, die auch die kleinen Kinder durchschreiten können –, mussten mit Absorbermatten für eine Dämpfung der Geräuschkulisse sorgen, ein Netz ins Treppengeländer einhängen, damit die Kinderköpfe dort nicht stecken bleiben können. Und auch ein Betreuerraum wurde in der Schule geschaffen“, so Pede.

Rund 155.000 Euro hätten die Umbaumaßnahmen gekostet, für eine Gruppe und die Durchgängigkeit. „Aber ein Neubau wäre noch teurer gewesen, und so ging es auch schneller. Da der Schule Leerstand drohte, war es die beste Lösung. Jetzt ist der Trend wieder ein anderer“, stellte Pede fest.

Kita-Kinder in der Schule

Zur pädagogischen Arbeit erklärte Jürgens: „Im Prinzip können die Kindergartenkinder zu jeder Zeit in die Schule gehen, die Igel-Kinder besuchen oder Schulkinder.“ Allerdings sei das so nicht vorgesehen. Die Zusammenarbeit beziehe sich doch eher auf Projekte, zu denen die Kita-Kinder in die Schule eingeladen werden.

„Das ist aber niedlich, wenn dann die Schulkinder die Kleinen an die Hand nehmen und ihnen alles zeigen und sich um sie kümmern“, so Jürgens.

Im Keller des Schulgebäudes hat auch der Hort einen Raum bekommen. Das offene Ganztagsangebot wird von Erzieherinnen angeboten und durch das DRK ergänzt. „Das ist eine gelungene Kombination. Inzwischen nutzen 90 der 200 Kinder das Ganztagsangebot“, erzählte Jürgens.

Die Großen helfen den Kleinen

Es seien die Kleinigkeiten, die das Bildungshaus ausmachten: Die Großen helfen den Kleinen. Die Kita-Kinder kennen das Schulgebäude. Gemeinsame Sportunterrichtsstunden machen Spaß. „Aber offene Klassenräume und ein ständiger Wechsel gehen nicht. Schließlich müssen die Schüler ihre Lernziele erreichen“, erklärte Jürgens. Das Konzept sei auch noch lange nicht abgeschlossen – es lebe durch die ständige Veränderung.

Die Auetaler stellten zum Abschluss noch einige Fragen, vor allem nach dem Konzept und den bisherigen Erfahrungen mit der Umsetzung. Auch die Elternmeinung wurde hinterfragt. „Die Eltern sind eigentlich alle zufrieden mit unserem Bildungshaus“, erklärte Jürgens. „Vor allem profitieren die Kleinen davon, denn sie kennen ihre Schule schon – und das erleichtert den Übergang schon erheblich.“ Übrigens sind nicht nur die Kinder der direkt verbundenen Kita in der Schule zu Gast, auch die Kinder aus weiteren Einrichtungen in der Gemeinde besuchen die Schule regelmäßig.

Eine Diskussion über das Gesehene und Gehörte führten die Auetaler zunächst nicht. Man wolle das erst einmal alles sacken lassen und in den Fraktionen darüber beraten.

Von Kerstin Lange