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Kyffhäuser lösen sich auf

Überalteter Traditionsverein Kyffhäuser lösen sich auf

 Aus und vorbei: Am 1. April dieses Jahres wird die vor 127 Jahren gegründete „Kyffhäuser-Kameradschaft Auetal von 1889“ Geschichte sein.

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Der Kreisverbandsvorsitzende Ernst-Joachim Stemme (Zweiter von links) und einige der ausgezeichneten „Kyffhäuser“ (von links): Elke Höinghaus, Adrian Könemann, Uwe Steinbrecher, Reinhard Könemann und Dietrich Dombrowa.

Quelle: wk

Obernkirchen. Denn zum 31. März 2016 wird der mangels Nachwuchs auf mittlerweile nur noch 18 Mitglieder geschrumpfte und stark überalterte Traditionsverein aufgelöst.

 Das verkündete – merklich bewegt – dessen Vorsitzender Friedel Wichmann bei der in Obernkirchen abgehaltenen Jahresversammlung des Kreisverband Schaumburg des Kyffhäuserbundes. Und nicht nur Ernst-Joachim Stemme, der Kreisverbandsvorsitzende, war ob dieser mit dünner Stimme überbrachten Nachricht, betroffen, wenngleich er davon allerdings schon im Vorfeld erfahren hatte. Geht dem derzeit noch rund 300 Mitglieder zählenden Kreisverband damit doch einer seiner aktuell noch sieben Mitgliedsvereine verloren. Zum Trost wies Stemme darauf hin, dass Wichmann selbstverständlich auch weiterhin an den Veranstaltungen des Kyffhäuser-Kreisverbandes teilnehmen dürfe, was der Adressat dankbar zur Kenntnis nahm.

 Weniger sensibel zeigte sich Stemme dagegen bei der Rückbetrachtung einer vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) anlässlich des Volkstrauertages im November 2015 an der Schaumburger Paschenburg ausgerichteten Gedenkfeier: Mehrere Kyffhäuser-Kameradschaften hatten dieser Gedenkfeier mit ihren Vereinsfahnen beigewohnt, was auch vom VdK gewürdigt worden war, berichtete er. „Aber es kann doch nicht sein, dass wir mit den Fahnen im Regen stehen und die Fahnen durchnässen.“ Tagelang habe man die wertvollen Vereinsflaggen, die pro Stück zwischen 4000 und 8000 Euro kosten, anschließend trocknen müssen. Wobei man wissen müsse, dass das Innenleben dieser überdies historischen Requisiten mit Papier gefüttert sei, das keine Feuchtigkeit vertrage.

 Sollte beim nächsten Mal wieder solch ein schlechtes Wetter herrschen, wäre es angebracht, die Gedenkfeier zu verkürzen – und die Fahnen würden dann ohnehin im Auto bleiben, betonte Stemme. Und überhaupt: „Wer sich gern reden hört, kann in den Keller gehen“, schimpfte er.

 Über eine besondere Auszeichnung durfte sich bei der Jahresversammlung indes Anja Könemann freuen, der von Stefan Alves, dem Kreisschießwart, die „Kanone für den Schützen des Jahres 2015, für Verdienste um den Schießsport“ verliehen wurde. Die in der Art eines Wanderpokales alljährlich weitergegebene Skulptur sei 1973 vom damaligen Schießwart der Kyffhäuser-Kameradschaft Obernkirchen, Jochen Gerlach, gestiftet worden. Dieser habe die „prunkvolle Bronzenachbildung“ einer Vorderladerkanone seinerzeit auch selbst angefertigt, erklärte der Kreisschießwart. Und im Sinne des Stifters solle diese Trophäe an engagierte Mitglieder verliehen werden, „die den Schießsport, sei es in der Kameradschaft oder im Kreisverband, tatkräftig unterstützt und gefördert haben“.

 Dabei sei die Wahl diesmal eben auf Anja Könemann gefallen, „die sich mit ihrem außergewöhnlichen Engagement für den Kameradschaftsgeist und den Schießsport auf jeder Verbandsebene bis zum Landesverband einsetzt. Eine immer fröhliche und vergnügte Menschenseele, die selbst bei schlechten Nachrichten nie das Lächeln verliert und so jeden Anderen mit ihrer positiven Ausstrahlung ansteckt.“ Unmittelbar vor diesem Tagesordnungspunkt war Anja Könemann übrigens zur neuen Schriftführerin des Kreisverbandes gewählt worden.

 Eine Ehrung wurde zudem Uwe Steinbrecher und Elke Höinghaus zuteil, denen von Stemme „für besondere Verdienste“ das „Kyffhäuser Verdienstkreuz 2. Klasse“ verliehen wurde. Dietrich Dombrowa, der „über Jahrzehnte hervorragende Arbeit im Kreisverband geleistet“ habe, indem dieser etwa lange Zeit Vize-Vorsitzender des Kyffhäuser-Kreisverbandes gewesen war, wurde dagegen damit überrascht, dass Stemme den Antrag an die Versammlung stellte, ihn, Dombrowa, zum Ehrenmitglied zu ernennen. Geschlossen stimmten die so Befragten diesem Vorschlag zu.

 Über eine Auszeichnung freuen durften sich auch noch die Gewinner des 2015 ausgerichteten „Kreisbestenschießen“: Reinhard Könemann (Kyffhäuser Kameradschaft Meinsen/Warber, 1. Platz Herren), Nadine Vogelsang (Kyffhäuser Kameradschaft Minden, 1. Platz Damen) und Adrian Könemann (Kyffhäuser Kameradschaft Meinsen/Warber, 1. Platz Jugend). wk

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