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Lehm, Matsch, Schlamm – und Lava

Rolfshagen / Ferienspaß Lehm, Matsch, Schlamm – und Lava

Zahlreiche Kinder haben sich auf dem "Lehmbauspielplatz" im Rahmen des Auetaler Ferienspaßes vergnügt.

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Rolfshagen.. Zusammen mit der Lava steigt auch die Spannung. „Achtung, er bricht aus“, ruft Gabriela Meyer zwei Kindern hinterher, die gerade noch mehr Moos holen wollten. Zwei grüne Büschel fallen zu Boden, während sie zurück zum rosaroten Magma hetzen, das sich bereits auf halbem Weg zum Ausbruch befindet. „Schütt noch etwas nach“, meint Meyer, und das lässt man sich nicht zweimal sagen, flugs landet ein weiterer Schwall Essig im Magma. Das schlägt zwar ein paar Blasen, schneller wird es dadurch aber nicht. „Dabei habe ich das gestern noch getestet“, meint Meyer entschuldigend. Aber so lässt sich zumindest nicht sagen, dass die Vorfreude fehlt.

 Mit dem „Lehmbauspielplatz“ hat Gabriela Meyer offenbar einen Nerv ihrer ausschließlich männlichen Schützlinge getroffen. Wobei Lehm bei Weitem nicht der einzige Baustoff war, der im Rahmen dieser Auetaler Ferienspaßaktion zur Verfügung stand. Alles, was der Wald so hergab, seien es dicke Äste, Wurzeln, Moos, Steine, Schlamm, Wasser oder eine matschige Kombination von allem, wurde genutzt, um sich im Wald heimelig einzurichten. Während für einige Erzeugnisse etwas mehr Fantasie notwendig war, um den beabsichtigten Nutzen zu erkennen, konnte das aus Brettern, Steinen und Lehm gebaute Waldsofa selbst die Erwachsenen überzeugen.

 Zur gemeinschaftlichen Mittagspause, bei der dann doch wieder auf die mitgebrachten zivilisatorischen Errungenschaften zurückgegriffen wurde, saß es sich dann auch sehr gut auf dem neuen Möbelstück.

 Dabei war – gemessen an der Lautstärke – schon das Aufschichten des Vulkans aufregend genug. Das Moos, das ein paar Dutzend Meter weiter „geerntet“ wurde, brachten die Jungen im Laufschritt zurück zum Bauplatz. Auch das Wasserholen entwickelte sich zum reinsten Abenteuer.

 Nachdem Meyer bereits mit lauten Pfiffen zwei ihrer Schützlinge davon hatte abhalten können, sich quer durch den Wald vom Lager zu entfernen, wurde man etwas vorsichtiger. „Ich bleibe hier stehen, dann weißt Du immer, wie Du zurückkommen kannst“, beruhigte man sich gegenseitig. Und tatsächlich war keine weitere Rettungsaktion im Wald notwendig.

 Meyer, der man schnell anmerkt, dass sie „vom Fach“, also ausgebildete Erzieherin ist, wohnt und arbeitet erst seit Kurzem im Auetal. Zuvor war sie unter anderem vier Jahre lang in einem Waldkindergarten tätig, erzählt sie, während die Kinder um sie herum deutlich machen, dass sie dafür wirklich ein Händchen hat. Schmutzverkrustet, nass, aber zufrieden werden Steine geschleppt, mit der Schubkarre Äste geholt und dann mit dem allgegenwärtigen Lehm und einer Menge Wasser zusammengemischt. Daraus entsteht eine zähe – zumindest in den Kinderaugen – zementartige Masse, die einer der Jungen für sein Haus, das derzeit hauptsächlich aus einer Astgabel als Türersatz besteht, benötigt.

 Aber egal, wie sehr man sich auch anstrengen werde, für Meyer ist klar, in einigen Monaten wird die Natur sich das alles wieder zurückerobert haben. „Alles hier bleibt vergänglich“, betont die Pädagogin. Und die Plastikflaschen, Eimer und Schaufeln, die zum Verrotten wohl noch etwas länger gebraucht hätten, sammelt Meyer im Anschluss mit ihren Schützlingen gewissenhaft wieder ein.

 Das Magma dagegen, das versickert und verdunstet schon, während die umstehenden Kinder sie noch fasziniert beobachten.jak

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