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Mehr Leistungen für weniger Geld

Auetal / Tourismus Mehr Leistungen für weniger Geld

Im Auetaler Gemeinderat war es ein Tagesordnungspunkt, der kommentarlos durchgewunken wurde: Die interkommunale Kooperation im Bereich Tourismus wird weiter ausgebaut, weil sie funktioniert.

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Auetal. Das Zukunftskonzept „Tourismus im Weserbergland 2015“ stellt dabei den Rahmen für die Tourismusarbeit in der Region dar. Im Zweckverband „Touristikzentrum Westliches Weserbergland (TWW)“ haben sich in den vergangenen drei Jahren die Gemeinde Auetal, die Städte Rinteln und Hessisch Oldendorf sowie Aerzen zusammengeschlossen. Imagebildung und Information über die Angebote stehen dabei im Mittelpunkt der Marketingstrategien, man möchte innerhalb der Weserbergland-Marke bei der Vermarktung ein eigenständiges und hochwertiges Angebot aufbauen.

 Nach zwei Jahren sollte ein erstes größeres Fazit gezogen werden, und, so viel lässt sich sagen: Es ist für alle Beteiligten ein richtig gutes Fazit.

 Ziel eins war und ist die Förderung des Tourismus und die Steigerung der touristischen Wertschöpfung. Hinter dieser etwas steifen Formulierung verbirgt sich eine klare Erkenntnis: Tourismus bringt Geld in die Region! Von einem gut aufgestellten Tourismus profitiert nicht nur das Gastgewerbe, sondern nahezu alle anderen Wirtschaftsbereiche wie der Einzelhandel, Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, das Handwerk, die Landwirtschaft, Transportunternehmen oder sonstige Dienstleister.

 Die amtliche Statistik weist für das Jahr 2012 im Verbandsgebiet des TWW insgesamt 80246 Ankünfte (ein Plus von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und 184250 Übernachtungen (plus 1,3 Prozent) auf. Legt man die für das Weserbergland insgesamt ermittelten repräsentativen Ausgaben der Besucher zugrunde, ergibt sich durch den Tages- und Übernachtungstourismus rechnerisch pro Jahr ein Nettoprimärumsatz in Höhe von etwa 75 Millionen Euro. Davon fließen 2,5 bis drei Prozent als Steuereinnahmen wieder unmittelbar an die Kommunen zurück. Rein statistisch gibt jeder Übernachtungsgast 123,60 Euro und jeder Tagesgast 23,30 Euro aus. Zudem sichert der Tourismus damit rechnerisch aktuell rund 1800 Vollzeitarbeitsplätze im Verbandsgebiet.

 Ziel zwei war knapp formuliert: keine Mehraufwendungen. Ziel erreicht, heißt es zwei Jahre später. Trotz Kostensteigerungen in diversen Bereichen konnten seither die von den Kommunen planmäßig zu leistenden Beiträge kontinuierlich weiter reduziert werden. So sah der Wirtschaftsplan für 2011 noch ein Minus von 174000 Euro vor, aber das erzielte Ergebnis lag deutlich darunter. Es wurden 34434 Euro weniger ausgegeben, als eingeplant waren. Im vergangenen Jahr wurde der Wirtschaftsplan um 54306 Euro unterschritten.

 Ziel drei: Erlöschancen nutzen und Einnahmen generieren. Denn das TWW erzielt Umsatzerlöse vor allem durch den Verkauf von Einträgen auf gemeinsamen Werbe- und Vertriebsplattformen, also etwa im Reisejournal und auf der Internetseite, dazu kommen Provisionsumsätze aus Vermittlungsleistungen, Werbekooperationen und durch den Verkauf von Reiseleistungen. Auch hier fallen die Zahlen besser als erhofft aus.

 Für 2012 wurde mit Einnahmen von 70000 Euro gerechnet, unter dem Strich standen am Jahresende 147499 Euro – ein Plus von 77499 Euro. Einnahmen, die weiter gesteigert werden sollen durch die Übernahme weiterer Aufgaben.

 Auch in Bezug auf die personellen Perspektiven gibt es nach zwei Jahren nichts zu meckern. Zwei Planstellen für Geschäftsführung und Sachbearbeitung sind zurzeit besetzt. Die Konzentration der personellen Ressourcen im Bürgerhaus Rinteln ermöglicht zudem ein effizienteres Arbeiten, heißt es in der Vorlage.

 Und so wundert es kaum, wenn man unter Ziel fünf, der Einbindung in das Gesamtsystem der Tourismusorganisation im Weserbergland, ein mehr als zufriedenstellendes Fazit ziehen kann: „Das Touristikzentrum Westliches Weserbergland hat den Grundgedanken eines touristischen Zentrums aus dem Zukunftskonzept ‚Tourismus im Weserbergland 2015‘ inzwischen vorbildlich in die Praxis umgesetzt. Das darin geforderte Themen- und Leistungsportfolio wird abgebildet und vollständig erbracht.“

 In der täglichen Tourismusarbeit agiert das TWW klassisch: Es vermittelt Reiseleistungen an Reiseveranstalter und Busunternehmen sowie die Gäste aus einer Hand. Kurzum: Die unterschiedlichen Kundenwünsche müssen optimal erfragt und erkannt werden, um daraus überzeugende touristische „Rundum-sorglos-Pakete“ für die Gäste zu kreieren. Diese Kernkompetenz des TWW soll auch zukünftig weiter ausgebaut werden und zur Profilierung beitragen.

 Seit Gründung agiert das TWW auf dem touristischen Markt auch als Reiseveranstalter. Die Arbeitsschwerpunkte lagen dabei zunächst in der Schaffung der für den strategischen Auf- und Ausbau der Vertriebsaktivitäten erforderlichen Voraussetzungen, bevor das Angebot mit verbessertem Service und neuen Verkaufsargumenten kontinuierlich weiterentwickelt wurde.

 Auch hier sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2012 konnte durch den Verkauf von Pauschalangeboten ein Umsatz von über 79000 Euro erzielt werden, ein Jahr zuvor waren es noch 15000 Euro Umsatz. Das TWW hat zurzeit aktuell 190 vertraglich vereinbarte Einzelleistungen im Angebotsportfolio.

 Durch die Bündelung und Koordination von Aktivitäten und Mitteln in einer gemeinsamen touristischen Vermarktung konnten die knappen Ressourcen über das gemeinsame Marketing effizienter eingesetzt werden, heißt es in der Vorlage. Dafür werden die Instrumente des gesamten Marketing-Mix genutzt, wie Printmedien, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Neue Medien, Messe-Auftritte und Marktforschung. In der strategischen Ausrichtung und Gewichtung der Einzelmaßnahmen im Marketing kommt den Neuen Medien eine zunehmend größere Rolle zu.

 Natürlich soll der Einsatz der Marketingmittel weiter optimiert werden, schließt das Papier, um alles in einem Satz zu formulieren: „Für die Mitglieder des Zweckverbandes TWW bedeutet das insgesamt mehr Leistungen für weniger Geld.“rnk

 Viel Natur und das eine oder andere Wahrzeichen wie die Mühle in Escher: Auch das Auetal möchte stärker auf den Tourismus bauen. Mit dem Zweckverband sollen die passenden Strukturen geschaffen werden. rnk

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