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Mit 2,21 Promille frontal gegen Baum – das hat Folgen

Auetal/Bückeburg / Prozess Mit 2,21 Promille frontal gegen Baum – das hat Folgen

Gut gemeinte Appelle, betrunken die Hände vom Steuer zu lassen, verhallen bei vielen Menschen im Alkoholnebel. Wohin Leichtsinn führen kann, zeigt ein Fall aus dem Auetal. Eine einzige Promillefahrt hat einen bislang unbescholtenen Mann (43) an den Rand des wirtschaftlichen Ruins gebracht.

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Auetal/Bückeburg (ly). Noch mehr als 750 Euro Geldstrafe wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr, verhängt vom Bückeburger Amtsgericht, schmerzt wahrscheinlich eine Führerscheinsperre von weiteren drei Monaten. Seit Mitte Januar muss der selbstständige Handwerker nun schon ohne Lizenz auskommen.

Seiner kleinen Firma geht es unterdessen immer schlechter, weil der Chef nicht persönlich zu Kunden fahren kann, um diese zu beraten. Im ersten Halbjahr soll die GmbH bereits rund 33.000 Euro Verlust gemacht haben. „Wenn es so weitergeht, kann sich mein Mandant bald mit der Insolvenz beschäftigen“, befürchtet Verteidiger Dieter Wissgott.

Rückblende: Am Abend des 15. Januar besucht der Auetaler einen Bekannten, der Probleme mit seiner Freundin hat und reden möchte. Wie Männer so sind, wird dabei bis in die Morgenstunden kräftig getrunken. Nach einer Mütze voll Schlaf steigt der 43-Jährige morgens in seinen Wagen und nimmt die Kreisstraße 65, offenbar mit recht hohem Tempo. Bei Borstel kommt er in einer scharfen Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab, bevor das Auto frontal gegen einen Baum prallt.

Staatsanwalt Dieter Liese kommt zu dem Schluss: „Der Angeklagte ist geradeaus weitergefahren.“ Eine Blutprobe ergibt später 2,21 Promille, dies dürfte der Grund dafür gewesen sein. „Als ich losgefahren bin, war ich nicht in der Lage, darüber nachzudenken, ob das richtig oder falsch ist“, glaubt der Handwerker.

Er kann von Glück reden, dass der Unfall relativ glimpflich ausgegangen ist, abgesehen vom Sachschaden mit eher leichten Verletzungen. Ein entsetzter Augenzeuge hatte nämlich das Schlimmste befürchtet. „Der Aufprall war so scharf, dass ich dachte: Das kann er nicht überlebt haben“, erinnerte sich der Mann, der damals die Fahrertür geöffnet hatte, vor Gericht. Dann jedoch sei der Fahrer selbstständig aus dem Wagen gestiegen, torkelnd und benommen. „Er kann sich bedanken, dass beide Airbags ausgelöst haben“, glaubt der Zeuge. „Sonst würde er heute nicht hier sitzen.“

Mit dem Urteil ist die Sache aber längst nicht ausgestanden. Nach Ablauf der Führerscheinsperre „beginnt die Leidenszeit von Neuem“, wie Verteidiger Wissgott prophezeit Verteidiger Wissgott. Dann muss der 43-Jährige eine neue Fahrerlaubnis beantragen. „Ab 1,6 Promille“, so Wissgott, „wird der berühmte Idiotentest durchgeführt.“ Richter Armin Böhm hatte es bei der Mindestsperre von drei Monaten belassen. Der Mann, dessen Firma jetzt auf dem Spiel steht, ist eigentlich schon genug gestraft.

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