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Auetal Mit Videofahrzeugen gegen „Autobahnrambos“
Schaumburg Auetal Mit Videofahrzeugen gegen „Autobahnrambos“
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09:49 27.09.2018
Immer wieder müssen auf der A2 im Auetal die Feuerwehren zu Einsätzen ausrücken, bei denen Lkw aufeinander gefahren sind und Schwerstverletzte oder sogar Tote zu beklagen sind. Quelle: Archiv
Auetal

Nachdem in der vergangenen Woche der Niedersächsische CDU-Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Bernd Althusmann, auf der Autobahnrastanlage Süd an der Autobahn 2 zu Gast war, hat sich der Verkehrssicherheitsberater Wilfried Bock aus Lauenau bei dieser Zeitung gemeldet.

„Ich muss feststellen, dass immer nur über mehr Sicherheit auf der Autobahn geredet wird. Die guten Vorsätze, Notbremssysteme und weitere Assistenzsysteme wirken aber erst in frühestens fünf bis zehn Jahren. Es besteht aber jetzt sofort Handlungsbedarf. Das aktuelle Unfallgeschehen ist nicht mehr zu verantworten“, sagte Bock.

Gute Aktionen, wenig Wirkung

Solche Maßnahmen wie den Aktionstag für Lkw-Fahrer in Rehren begrüße er sehr, aber der Wirkungsgrad sei zu gering, um das Unfallgeschehen zu stoppen. „Die Unfallserie auf der BAB 2 nimmt nicht ab, sondern dramatisch zu. Der volkswirtschaftliche Schaden ist kaum zu beziffern und wirkt sich auch enorm auf die Umleitungsstrecken aus.

Hinzu kommen die unglaublich schlecht koordinierten Baustellen“, so Bock. Es müsse sofort permanent und wirkungsvoll eingegriffen werden. Bock fordert: „Täglich müssen Kontrollen vorgenommen werden, und über diese muss dann auch berichtet werden. Auch die osteuropäischen Fahrer müssen erreicht und kontrolliert werden.“

Alle Verkehrsteilnehmer sollten ständig damit rechnen müssen, dass ihr Fehlverhalten durch Zivilfahrzeuge vor Ort geahndet wird. Absolute Priorität dieser Kontrollen müsse die „Verhaltensänderung“ sein.

Sicherheitsabstand wird zu selten eingehalten

„Die stationären Kontrollstellen, sind wirkungslos und lösen noch mehr Frust und Aggressionen aus. Die ,Autobahnrambos‘ bekommt man nur mit Videofahrzeugen, die stationären Kontrollstellen sprechen sich sehr schnell rum und werden durch technische Geräte aufgespürt“, weiß der Vekehrssicherheitsexperte.

Die Einnahmen aus solchen Aktionen sollten nach Bocks Ansicht auch zweckgebunden verwendet werden: „So könnte man auch die notwendige Versorgung der Verkehrsteilnehmer bei Staus durch das DRK und die erforderliche Ausrüstung der Feuerwehren finanzieren.“

Zum größten Problem auf den Autobahnen zählt Bock den zu geringen Sicherheitsabstand, vor allem der Lkw. „Für Lkw gilt immer ein Mindestabstand von 50 Metern. Der halbe Tachoabstand wären nur 40 Meter und die reichen bei weitem nicht aus“, so Bock. Auf Land- und Bundesstraßen, „das wissen die meisten Lkw-Fahrer auch nicht“, muss der Sicherheitsabstand so groß sein, dass ein überholendes Fahrzeug einscheren kann.

Bock steht in Kontakt zu einigen Politikern und hofft, durch sein Engagement etwas in Sachen Sicherheit auf den Autobahnen zu erreichen.

von Kerstin Lange