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Museum: „Rolfshagen stärker ins Boot ziehen“

Hattendorf / Ausstellung Museum: „Rolfshagen stärker ins Boot ziehen“

 Für weit gereiste Gäste mit einem ungewöhnlichen Anliegen wird auch schon mal eine Ausnahme gemacht. Daher können die beiden Niederländer einen ganzen Samstagnachmittag im Heimatmuseum der Suche nach Antworten auf die Frage widmen, ob sie Vorfahren aus dem Auetal haben.

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Der Raum mit den Exponaten aus dem bäuerlichen Leben wird entzerrt. 

Quelle: pr.

Von Frank Westermann

Hattendorf. Ganz fündig werden sie nicht, aber die Spur führt weiter nach Klein Holtensen.

 Am kommenden Sonntag, 20. Oktober, ist Saisonabschluss, das Museum wird um 10.30 Uhr geöffnet, ab 11.30 gibt es Kartoffelpuffer mit Apfelmus und nachmittags Kaffee und Kuchen. Und wie immer nach einer langen Saison gibt es einige Geschichten, die Museumsleiter Karl Hampel und seine Mannen erzählen können. Zwei Hochzeiten wurden hier in diesem Jahr gefeiert, eine in der guten Stube, die andere im Klassenzimmer, weil dort mehr Platz ist. Gruppen haben sich das Museum und seine Exponate ebenso angeschaut wie Schulklassen, auch der Heimatverein Hessisch Oldendorf war zu Besuch. Allerdings interessierte die benachbarten Kollegen vor allem, wie man den ganzen Museumsbetrieb aufrecht erhält und wie er finanziert wird.

 Aufrechterhalten wird er von den rund zehn Ehrenamtlichen, die sich in schöner Regelmäßigkeit in dieser Zahl vorwiegend mittwochs um das Museum kümmern, „wenn man bedenkt, dass wir mit zwei Helfern angefangen haben“, sagt Rolf Prange, „dann sind wir schon hervorragend aufgestellt.“ Und helfende Hände werden in den Wintermonaten durchaus benötigt, denn es sind drei Räume neu hinzugekommen, die durch den Auszug des Kindergartens frei wurden. Es gibt für sie erste Pläne, einiges ist angedacht, fest steht noch wenig. Die Bibliothek mit den schriftlichen Unterlagen wird hierhin umziehen, die Schützenexponate folgen, denn die Museumsmacher wollen nicht unbedingt mehr zeigen, sie wollen vielmehr erst einmal das bisherige Inventar besser zeigen. Und daher wird entzerrt, vor allem im großen (und wirklich überfrachteten) Raum zum bäuerlichen Leben soll es mehr Platz für Besucher geben.

 Die Sonderschauen dieses Jahres werden über den Winter abgebaut, neue Themen stehen noch nicht fest. Aber: „Wir wollen Rolfshagen stärker mit ins Boot ziehen“, sagt Rolf Prange. Zwei Schwerpunkte soll es geben: Einmal die Bergbauvergangenheit des Ortes, denn viele Rolfshäger haben im letzten und vorletzten Jahrhundert ihre Arbeit in Obernkirchen unter Tage gefunden, und zweitens Heye, denn auch hier haben viele Rolfshäger in Lohn und Brot gestanden. Wer mit Bildern oder ähnlichen Utensilien dem Museum – auch leihweise – aushelfen kann, sollte sich bei Karl Hampel melden: (05752) 600.

 Auch Rolf Prange sucht Fotos. Von Fahrradvereinen, die es vor gut hundert Jahren, vor dem allgemeinen Automobil-Aufkommen, in vielen Orten gab – etwa in Borstel, Rolfshagen oder Rehren. Es ist eine nicht einfache Aufgabe, selbst wenn Prange die Fotos schon hat, sind sie zuweilen schwer zuzuordnen: Aus welchem Dorf ist das Bild? Immerhin: 1927 gab es in Rehren einen Fahrradverein, sagt Prange, „soweit bin ich schon“.

 Natürlich werden zum Saisonabschluss am Sonntag noch einmal alle Sonderausstellungen gezeigt: die Hobbys und Sammlungen von Auetalern, die Bilderausstellung des Malkreises Auetal mit Auetaler Ansichten, die Fotoausstellung zu Kommunionen und Konfirmationen im Auetal. Auch dem Schmied kann bei der Arbeit zugesehen werden. Und wenn das Museum im nächsten Jahr wieder eröffnet wird, dann wird es gleich zwei Jubiläen zu feiern geben: 1984 wurde das Heimatmuseum eröffnet, und vor 45 Jahren wurde der Heimatverein selbst gegründet.

 Einen kleinen Wunsch haben Hampel, Prange und die Helfer für das nächste Jahr: Es könnten durchaus ein paar mehr Besucher sein, die den Weg nach Hattendorf finden. Denn gute Arbeit, die sollte auch anerkannt werden – und diese Aufgabe obliegt in einem Museum den Gästen.

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