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Auetal Nach 30 Jahren in der TuSG: Dankeschön-Blumen abgelehnt
Schaumburg Auetal Nach 30 Jahren in der TuSG: Dankeschön-Blumen abgelehnt
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23:08 12.02.2019
Bettina Teich lehnt die Blumen von Kurt Ackmann ab.
Rolfshagen

Eine so volle Hütte haben wir schon lange nicht mehr gehabt“, hat Bettina Teich, zu diesem Zeitpunkt noch Vorsitzende der TuSG Rolfshagen, während der Jahresversammlung im Gasthaus Zum Kühlen Grund festgestellt. Ihr „Noch-Vorsitz“ war es dann wohl auch, der so viele Mitglieder zur Versammlung gelockt hatte. Im Dorf hatte sich längst herumgesprochen, dass man sich im Vorstand des zweitgrößten Sportvereins im Auetal nicht mehr einig sei und die Vorsitzende wohl nicht erneut kandidieren wolle.

So kam es dann auch. Nachdem die Vorstandsmitglieder ihre Berichte abgelegt hatten und der Vorstand entlastet worden war, teilte zunächst Markus Aldag mit, dass er für die Kassenführung nicht mehr zur Verfügung stehe. „Man hat mir Unterschlagung vorgeworfen und eine nicht ordnungsgemäß geführte Kasse. Das lasse ich mir nicht sagen und gebe das Amt daher ab“, so Aldag, dem die Kassenprüfer eine zwar mit veralteten EDV-Programmen, aber doch ordnungsgemäß geführte Kasse bescheinigt hatten.

Keine Wertschätzung mehr

Bettina Teich verkündete schließlich, dass sie nach 30 Jahren Vorstandsarbeit nicht mehr zur Verfügung stehe. „Es sind persönliche Gründe und sehr differierende Einstellungen im geschäftsführenden Vorstand, die mich diese Entscheidung haben treffen lassen“, erklärte Teich. Schon seit mehreren Monaten habe sie im Vorstand keine Wertschätzung mehr verspürt. Sie sei nicht bereit, manche Entscheidungen und Vorgehensweisen mitzutragen. „Wir haben es nicht geschafft, uns abzustimmen und eine Linie zu finden. Mir sind Wertschätzung und das Zwischenmenschliche sehr wichtig“, betonte Teich. Sie müsse die Vereinsarbeit mit ihrem Namen vertreten und sich morgens noch im Spiegel anschauen können.

Aus diesen Gründen lehnte die scheidende Vorsitzende auch den Blumenstrauß ab, den sie als Dankeschön von Kurt Ackmann im Namen der TuSG bekommen sollte.

Aldag neuer Vorsitzender

Zum neuen Vereinschef wurde schließlich der gerade zurückgetretene Kassierer, Markus Aldag, bestimmt. Die Wahl fiel – bei drei Enthaltungen – einmütig aus, dennoch wurden einige Stimmen laut, die mit dieser Entscheidung nicht wirklich glücklich waren. „Na ja, es ist ja kein anderer da“, „Was sollen wir machen?“, „Es gibt ja nur ihn“ oder „Keiner sagt was, also muss man ihn ja wählen“, so lauteten einige der Kommentare zur Vorstandswahl.

Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Kurt Ackmann gekürt. Er hatte das Amt bereits kommissarisch inne, da Stefan Ackmann vor einigen Monaten zurückgetreten war. Marcel Gundlach wurde in Abwesenheit zum neuen Kassenwart gewählt, Schriftführerin bleibt Karina Heine und Sportwartin Michaela Aldag. Jugendwarte sind Luka Aldag und Sandra Strömel, Sozialwart ist Jörg Bredemeier, Gerätewartin Kathrin Möller. die Inklusionsverantwortlichen heißen Wolfgang Möller und Silke Sutmar, zur Pressewartin wurde Sabine Krafczyk gewählt.

Spielmannszug mit Jubiläum

In ihrem Bericht hatte Bettina Teich zuvor auf die Aktivitäten des Vereins zurückgeblickt. Grünpflegetage auf dem Sportplatz wurden absolviert, die Homepage wurde der neuen Datenschutzverordnung angepasst, außerdem war die TuSG bei Veranstaltungen des Kreissportbundes und des Turnkreises sowie bei den Veranstaltungen der örtlichen Vereine vertreten.

Der Spielmannszug feierte sein 90-jähriges Bestehen, des Weiteren wurden ein Fußballturnier und ein Fünfkampf der örtlichen Vereine sowie ein inklusives Handballturnier ausgerichtet. Letzteres fiel am Ende zwar viel kleiner aus als geplant, den Beteiligten machte es aber trotzdem Spaß.

Da die TuSG den Übungsraum in der alten Schule an die Gemeinde zurückgeben musste (wir berichteten), war es nötig, den Hallenplan durch zeitliche Verschiebungen der Gruppen und Kurse anzupassen.

Kursbereich ausbauen

Sportwartin Michaela Aldag informierte über die Arbeit in den Bereichen Gymnastik, Fitness und Gesundheitssport. „In elf Gruppen mit 180 bis 200 Teilnehmern sowie in vier bis fünf Kursen pro Woche wird Sport getrieben. In Sachen Übungsleiter sind wir gut aufgestellt, aber der Verlust des Raumes hat uns stark getroffen“, so Aldag. Allerdings habe man für manche Kurse, die jetzt in der Sporthalle stattfinden, bessere Verhältnisse geschaffen. „Den Kursbereich müssen wir weiter ausbauen“, forderte die Sportwartin.

Luka Aldag erzählte von den elf Kinder- und Jugendgruppen mit 150 Teilnehmern. Außerhalb des sportlichen Bereiches wird auch etwas für das Miteinander des Nachwuchses getan. Es gab eine Fahrt ins Rasti-Land und eine Ferienspaßaktion. Höhepunkt des Jahres 2018 war allerdings das Weihnachtsturnen mit 65 Kindern.

Von Kerstin Lange