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Nur die Giebel bleiben stehen

Nach der Brandkatastrophe von Bernsen Nur die Giebel bleiben stehen

Der Schein trügt, denn wer die Familie Wittmann am Sonnabendnachmittag in ihrem Garten in Bernsen erlebte, könnte meinen, dass deren Welt in Ordnung ist.

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Vom Baugerüst aus schaut Rolf Wittmann auf die inzwischen zum größten Teil abgerissene Brandruine.

Quelle: la

Bernsen. Opa Rolf fährt mit dem kleinen Miro auf dem Rasenmäher über das Grundstück, Oma Gisela schneidet einige Sträucher, Tochter Maike bringt frischen Kaffee, und im Gewächshaus sprießen schon Radieschen und Salat. Doch die Idylle trügt. Seit dem 2. Februar ist alles anders für die Wittmanns. Die Familie wurde Opfer eines Großbrandes, der ihnen alles nahm (wir berichteten).

 „Das wünscht man niemandem, aber wir sind froh, dass wir unverletzt geblieben sind, großartige Hilfe von Nachbarn, Freunden und sogar Fremden erhalten haben und jetzt vorsichtig nach vorne schauen können“, sagte Rolf Wittmann. Dabei richtet er den Blick auf sein Haus, von dem nur noch die Hauptmauern und die Giebel stehen und das jetzt zunächst im Innenbereich restlos abgetragen und dann nach und nach wieder aufgebaut werden soll. „Wir haben das Haus, damals waren es Stallungen, 1982 gekauft und ganz alleine umgebaut. Ich erinnere mich gut daran, wie Gisela und ich die riesigen, schweren Futtertröge aus dem Stall gewuchtet haben“, so Wittmann. Daher hänge das Herz an dem Haus, und man sei glücklich, dass die Auetaler Feuerwehren so besonnen gehandelt hätten und die Giebel erhalten haben. „Manche Feuerwehrleute wollten in der Brandnacht die Giebel einreißen und das gesamte Haus kontrolliert abbrennen lassen. Dann wäre ein Wiederaufbau nicht möglich gewesen“, so Wittmann. Möglich ist der Wiederaufbau auch nur, weil die Versicherung den Schaden übernimmt. „Das war bislang tatsächlich völlig problemlos“, so Wittmann.

 Nach dem Brand hätten die Brandexperten der Polizei festgestellt, dass ein technischer Defekt an dem Auto, das vor der Scheune geparkt war, den Brand ausgelöst hatte. Die Versicherung kam mit einem Bausachverständigen, der den Schaden überschlägig gemessen hat. „Dann kam das Wichtigste – der Blick in unseren Versicherungsvertrag“, erzählt Wittmann. Zu jeder Brand-, Feuer- und Wasserschadenversicherung gehöre ein Heft mit mehreren Seiten Text. „Das ist wichtig, denn darin steht, was von der Schadensregulierung ausgeschlossen ist“, weiß Wittmann inzwischen. Häufig seien das An- oder Umbauten sowie Photovoltaikanlagen. „Wir hatten Glück, denn nach einem Umbau, einem neuen Dach mit thermischer Solaranlage haben wir unsere Versicherung angepasst“, so Wittmann. Die thermische Solaranlage gehöre ohnehin zur Heizung und somit zu den fest installierten Gebäudeteilen, die versichert sind. Der Gutachter ermittelte den Zeitwert des Hauses, und über festgelegte Faktoren wurde schließlich der Schadenswert errechnet.

 „Unser Vertrag enthielt einen gleitenden Neuwert. Dadurch wurde errechnet, was es kostet, wenn Handwerker heute das Haus bauen. Daraus wurde der Wiederherstellungswert ermittelt, und das ist die Summe, die uns die Versicherung zahlt und mit der wir unser Haus wohl auch tatsächlich wieder aufbauen können“, so Wittmann. Eine weitere Voraussetzung für die Zahlung hatten die Wittmanns erfüllt, als sie eine zügige Schadensicherung vorgenommen haben. „Wir haben das Dach mit Planen versehen, um noch weitere Schäden zu verhindern. Das muss man machen, damit der Versicherungsschutz nicht verfällt“, erklärt Wittmann.

 Šchon eine Woche nach dem Brand habe der Gutachter mündlich festgestellt, dass ein Wiederaufbau möglich und alles versichert sei. „Nach einem Monat bekamen wir das schriftlich, hatten da aber bereits angefangen.“ Eine Ersthilfe in Höhe von 20000 Euro hatte die Familie schon nach einer Woche auf dem Konto, einen großen Teil der Versicherungssumme wurde inzwischen ebenfalls überwiesen.

 „Jetzt bauen wir, reichen die entsprechenden Rechnungen ein und erhalten nach und nach das notwendige Geld ausgezahlt. Das klappt bislang bestens“, erzählt Wittmann, der immer wieder darauf hinweist, dass jeder seinen Versicherungsvertrag genau lesen sollte, vor allem das Kleingedruckte in dem Beiheft und vor allem immer, wenn am Haus etwas verändert wurde. la

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