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Nachhaltige Verbesserung

Projekt für Schwarzstöche im Auetal Nachhaltige Verbesserung

Der Naturschutzbund Niedersachsen hat jetzt eine Maßnahme zur ökologischen Aufwertung eines Teilbereiches der Bückeburger Aue beendet. Als Teil dieser Maßnahme wurde eine etwa drei Hektar große, bislang als Intensivgrünland genutzte Wiese umgestaltet, sodass sich diese nun zu einem naturnahen Lebensraumbestandteil des angrenzenden Fließgewässers entwickeln kann.

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Der Mensch hilft: An der Aue ist ein offenes Flach- oder Fließgewässer entstanden, in dem der Schwarzstorch seine Hauptnahrung suchen kann, nämlich Fische und Amphibien.

Quelle: pr.

Auetal. Außer Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze soll vor allem der in diesem Gebiet vorkommende Schwarzstorch von den Gestaltungsmaßnahmen profitieren, indem sich die Projektfläche zu einem naturnahen, aquatisch geprägten Lebensraumbestandteil mit entsprechender Nahrungsverfügbarkeit entwickelt. Wie genau diese Entwicklung aussehen wird, ist nach Meinung von Nabu-Projektleiter Joachim Neumann jedoch schwer vorherzusagen: „Durch die kommenden Hochwässer ist im Bereich der neu angelegten Flutmulde eine hohe Dynamik zu erwarten, die aller Voraussicht nach für reichlich strukturelle Veränderungen im Bereich der Projektfläche sorgen wird. Aber genau diese Dynamik ist es, die ein naturnahes, intaktes Fließgewässersystem auszeichnet.“

 Die Hauptarbeiten bestanden in der Anlage einer mehr als 200 Meter langen, zweiarmigen Flutmulde, die bereits bei Erreichen der Mittelwasserlinie durchströmt werden soll. Unterstützt wird dieses durch den Einbau eines Strömungslenkers im Hauptbett der Aue. Die Flutmulde ist so angelegt, dass nach Ende der Durchströmungen mehrere temporäre Kleingewässer zurückbleiben, die beispielsweise für Amphibien und Kleinlebewesen eine hohe Bedeutung erlangen können.

 Ein Eingreifen in die Abläufe ist nach Abschluss der Arbeiten nicht mehr geplant, vielmehr soll der renaturierte Bereich künftig der freien Sukzession überlassen werden. Besonderen Wert erfährt die Maßnahme auch durch den Umstand, dass bereits flussauf- wie flussabwärts Teilbereiche der Aue renaturiert wurden und sich die Teilstücke nun zu einem größeren naturnahen Lebensraum zusammenfügen.

 Es ist ein Raum, der vor allem eines bietet: Ruhe. Denn der kleine Bruder des Weißstorches, der in großen, stillen Wäldern brütet, wird zunehmend durch Tourismus und intensive Forstwirtschaft gestört. Schwarzstörche kommen im Frühjahr, um sich dort fortzupflanzen, und ziehen im Spätsommer nach Afrika zum Überwintern. Dabei bevorzugen die scheuen Tiere zum Brüten ungestörte, bachdurchzogene Wälder, umgeben von Feuchtwiesen und kleinen Flüssen. In diesen suchen sie nach Fischen, Amphibien aber auch Insekten. Ihr Nest, den Horst, bauen sie im Wald auf einen möglichst großen, alten Baum und kehren nach einer erfolgreichen Aufzucht ihrer Jungen auch im nächsten Jahr wieder zu diesem zurück. Werden sie jedoch gestört, so brüten sie entweder gar nicht oder müssen sich im nächsten Jahr einen anderen Horst suchen oder bauen.

 Als schwarz gefiederter Verwandter des Weißstorches ist er genau wie dieser auf feuchte und nasse Lebensräume angewiesen. Er braucht zusätzlich aber ruhige ausgedehnte und alte Wälder, in denen er brütet und seine Jungen aufzieht. Gegen Störungen ist er sehr empfindlich, und das ist sein großes Problem. In ruhigen und versteckt liegenden, aber offenen Flach- oder Fließgewässern suchen die Vögel ihre Hauptnahrung – Fische und Amphibien – vor allem auch zur Aufzucht ihrer Jungen. Da Schwarzstörche erst mit drei Jahren eine eigene Familie gründen, ist es besonders tragisch, wenn ein Paar durch menschliche Störungen vom Brüten abgehalten wird. Viele Störche werden auch Opfer von Verfolgungen oder Unfällen – nur drei von zehn Jungstörchen überleben den ersten Winter.

 Im Rahmen seiner Vogelartenschutzprojekte, die der Nabu Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz und dem Niedersächsischen Umweltministerium durchführt, hat sich der Nabu zum Ziel gesetzt, die Lebensbedingungen und -räume geschützter Brutvogelarten in Niedersachsen mit gezielten, effektiven Maßnahmen nachhaltig zu verbessern. rnk

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