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Auetal Pilgern mit Nachwirkungen
Schaumburg Auetal Pilgern mit Nachwirkungen
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00:16 25.10.2013
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Kathrinhagen

So haben Doris und Sylvia sich noch einmal gemeldet, in einem Brief an die „Lieben Kathrinhagener“. Das Besondere: Doris und Sylvia wollten vier Wochen ohne Geld, Handy und EC-Karte auf dem Pilgerweg Loccum/Volkenroda durchhalten. Das haben sie geschafft. Und wie sie diese Erfahrung ein bisschen verändert haben, davon berichten sie auch.

 Sie schreiben: „Wir haben Menschen erlebt, die sich Zeit nehmen – einfach so, weil da andere Menschen sind, die es auch tun. In einer Welt, in der ‚Zeit Geld ist‘, ist das nicht selbstverständlich. Und es macht Mut. Mut zu glauben, dass Aufeinanderzugehen und Miteinanderleben keine Auslaufmodelle sind. ,So viel du brauchst‘ war nicht nur das Motto des Evangelischen Kirchentags 2013, sondern auch das Motto unserer ,Ora et labora‘-Woche. In den vier Wochen unseres Pilgerwegs haben wir festgestellt, dass wir auf so manche gewohnte materielle Annehmlichkeiten leichten Herzens verzichten konnten. Noch immer stehen wir etwas verloren im Supermarkt und fragen uns, was wir eigentlich einkaufen sollen. Ist nicht das, was im Kühlschrank ist, noch ausreichend? Und so wandert vieles nicht in den Einkaufskorb. Und die Anzahl der Einkäufe sinkt. Auch immateriell haben sich unsere Sichtweisen verschoben. Alltagskontakte, die schon zuvor als oberflächlich, teilweise ärgerlich empfunden wurden, werden „nicht mehr gebraucht – irgendwie ist da ein Gefühl von ‚Deplaziertsein‘. Wer braucht Small Talk und Statements? Wir sehnen uns nach den offenen, ehrlichen Gesprächen auf unserem Weg. Mehr davon! So wird also die nächste Zeit auch ein Abwägen sein, was wir wirklich brauchen. Diesen Anstoß verdanken wir allen, denen wir im August begegnen durften.“ Und dafür danken Doris und Sylvia. r

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