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Auetal Post schließt zum Jahresende
Schaumburg Auetal Post schließt zum Jahresende
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18:05 08.11.2018
Santje Gödecke von der Deutschen Post und Rolf Schlick arbeiten gemeinsam an einer Nachfolge-Lösung für die Postagentur in Rehren. Quelle: la
Von Kerstin Lange REHREN

Und dieser ist wohl auch in Sicht. „Die Verträge sind noch nicht unterschrieben, und deshalb kann ich dazu noch nicht viel sagen“, sagt Santje Gödecke von der Deutschen Post AG. Nur so viel: Wenn es klappt, dann wird die Postfiliale am 15. Januar nächsten Jahres in der Nähe des derzeitigen Standortes eröffnet – allerdings mit Einschränkungen.

„Es wird keine Finanzdienstleistungen mehr geben und auch keine Postfächer“, sagte Gödecke. Die Postbank habe entschieden, nicht mit zu wechseln, und die Postfächer würden sich nicht lohnen. Derzeit sind in Rehren 15 der 60 Postfächer angemietet. Die Mieter, meist Firmen, sollten eigentlich bereits ihre Kündigungen zum Jahresende erhalten haben.

„Ich weiß von nichts. Und es wäre auch schlimm, wenn ich kein Postfach mehr hätte, denn ich betreibe auf meinem Firmengelände kein Büro, und in den dortigen Briefkasten passen zum Beispiel Kataloge nicht hinein“, stellte Gerüstbaumeister Bastian Kautscha fest. Auch Ilona Heselhaus von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe war erschrocken über die Nachricht, dass ihr Postfach gekündigt wird. „So kurzfristig geht das für mich überhaupt nicht. Das wäre ein riesiger Aufwand, alle Mitglieder und vor allem die zuständigen Finanzämter zu informieren“, so Heselhaus.

Die vor allem älteren Auetaler, die noch ein Postsparbuch besitzen, und die Migranten und Flüchtlinge, die Geld per Western Union versenden, müssen ab 2019 nach Hessisch Oldendorf oder Rinteln fahren, um ihre Postbankgeschäfte zu erledigen.

Bürgermeister froh

Bürgermeister Heinz Kraschewski ist froh, dass die Postfiliale in Rehren erhalten bleibt. „Wir haben die Information von der Deutschen Post AG erhalten, dass diese auf jeden Fall dafür sorgen wird, dass es weiterhin eine Postagentur im Ort gibt. Da sieht sich die Post selbst in der Pflicht, das Auetaler Zentrum zu versorgen.“

Rolf Schlick hat die Postfiliale 2010 in Rehren eröffnet und betreibt diese, gemeinsam mit dem „Reisebüro im Auetal“, in dem seine Tochter Anna-Lena beschäftigt ist, in den Geschäftsräumen an der Rehrener Straße. Schlick hört jetzt aus Altersgründen auf. „Ich wollte schon länger meinen Ruhestand genießen, aber jetzt – ich bin 67 – ist wirklich Schluss“, erklärte der Geschäftsmann. Das Reisebüro bleibe aber auf jeden Fall bestehen.

„Sollte sich allerdings die Möglichkeit bieten, die Geschäftsräume insgesamt zu vermieten, dann haben wir einen Plan B und ziehen mit dem Reisebüro um. Interessenten dürfen sich also gerne melden“, so Schlick – übrigens auch für die Postagentur, denn noch sind schließlich keine Verträge unterschrieben.