Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Radler gegen Autofahrer

Auetal / Verkehrssicherheit Radler gegen Autofahrer

Schuld sind immer die anderen. So könnte man es überspitzt ausdrücken. Radfahrer im Auetal, vor allem jene, die besonders sportlich fahren, sind zahlreichen Autofahrern schon seit Jahren ein Dorn im Auge.

Voriger Artikel
Postagentur zieht in Dorfladen um
Nächster Artikel
Annäherung über Bande

Bahn frei? Radfahrer sind schnell – und das führt schnell zu gefährlichen Momenten.

Quelle: pr.

Auetal. Wenig überraschend sehen die Verfechter der zweirädrigen Fortbewegungsmittel es umgekehrt. Rücksichtlos seien Autofahrer, und sie fühlten sich als die Herren der Straße. Mit guten Straßen und wunderschöner Umgebung bietet das Auetal die ideale Strecke für zahlreiche Sportfahrer. Nicht immer zur Freude der motorisierten Verkehrsteilnehmer.

 So beklagt Heiner Thies, Ortsvorsteher von Wiersen, dass in dem nur schwer einzusehenden Spielweg regelmäßig Radfahrer mit einem „Affenzahn runterbretterten“. Vor allem in der Zeit vor dem Weserberglandmarathon, dessen Strecke genau durch Wiersen hindurch führt, sei die Strecke eine beliebte Trainingsstrecke für Radfahrer. Besonders gefährlich werde das, wenn die Radfahrer auf überbreite Landwirtschaftsmaschinen oder – wie in Heiner Thies Fall – auf ein Pferdegespann treffen.

 Mit Ach und Krach habe der Radfahrer noch vor den Pferden bremsen und so einen schwereren Unfall verhindern können. Trotzdem war ein Sturz nicht mehr zu verhindern, der Radfahrer schlitterte bis unter die Kutsche, wo er sich fluchend aufrappelte. Eine Entschuldigung brauchte Thies allerdings nicht zu erwarten. Nachdem das Fahrrad aus den Speichen des Kutschenrades geangelt worden war, strampelte der Radfahrer davon.

 Solche gefährliche Situationen dürften im Auetal und auch andernorts, wo Radfahrer und Autofahrer sich gemeinsam die Straße teilen, öfter vorkommen. „Vor dem Radmarathon spitzt sich die Situation zu“, sagt Thies. Zu Trainingszwecken würden die Radfahrer immer schneller über die Straßen rasen und deshalb immer weniger Zeit haben, sich umzuschauen. „Man will ja keinen ganzen Sport verteufeln“, sagt Thies. „Gegen das Rennen habe ich ja nichts, aber muss das davor denn schon sein?“

 Zu einem schwereren Unfall ist es aber im Auetal bisher nicht gekommen, bestätigt Andreas Wichmann, Kriminalhauptkommissar der Polizei im Auetal. Bei ihm seien auch noch keine Beschwerden gelandet, erklärt er auf Anfrage.

 Ja, die Straßen im Auetal eignen sich gut für Radfahrer, erklärt auch Friedhelm Liwack, Bauamtsleiter der Gemeinde. Aber auch von Motorradfahrern würden die Strecken gerne genutzt. Aber von Temposchwellen, wie sie in den Nachbargemeinden teilweise in den Boden eingelassen wurden, hält er nichts. „Bei uns wird es die nicht geben“, betont er. Sie seien zu gefährlich.

 Aus einer anderen Perspektive sieht es nachvollziehbarerweise Stefan Diete, Abteilungsleiter der Radsportabteilung des SV Victoria Lauenau: „Autofahrer sind oft rücksichtlos unterwegs“, sagt er am Telefon. Selbstverständlich gebe es auch unter den Radfahrern schwarze Schafe. „Aber die meisten fahren umsichtig.“ Und die Kritik an ellenlangen Fahrradkolonnen, die sich über die Straßen ziehen, möchte Diete nicht gelten lassen. Wenn man in Zweierpaaren nebeneinander fahre, könne ein Fahrradpulk von zehn oder mehr Fahrern, trotzdem relativ gut überholt werden. Anders sähe es aus, wenn die Radfahrer, wie von Autofahrern oft lautstark gefordert werde, alle hintereinander fahren würden. „Dann wäre die Kolonne so lang, dass das Überholen bald unmöglich wird.“

 Er hofft darauf, dass man durch gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr besser miteinander auskomme. Einen Wunsch, den er mit Thies teilt. Und auch mit dem Gesetzgeber, der die gegenseitige Rücksichtnahme gleich im ersten Paragrafen der Straßenverkehrsordnung verankerte. Denn ohne diese geht auch auf Auetals Straßen nichts.  jak

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg