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Soweit die Zähne reichen

Auetaler Kleinode Soweit die Zähne reichen

Die wirtschaftliche Bedeutung der Hainbuche ist heute eher gering. Das Holz wird wegen seiner Dichte und Härte überwiegend zur Herstellung von Parkett und bestimmten Werkzeugen, zum Beispiel Hobelsohlen, für Werkzeughefte und Hackblöcke verwendet.

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Was das Vieh stehen lässt, bildet im Lauf der Jahre einen mächtigen Kopf: Die kleine, aber sehr feine Hainbuchen-Allee in der Nähe des Gutes Nienfeld.

Quelle: rnk

Auetal. Im Klavierbau verwendet man das Holz für die Hämmer. Die früheren Einsatzbereiche waren weit umfangreicher: Webstühle, Zahnräder, Schuhleisten, Stellmacherei, landwirtschaftliche Geräte und vieles mehr – alles entstand aus dem Holz der Hainbuche.

 Am geografischen Ostende des Auetals findet sich eine Hainbuchen-Allee, oberhalb von Gut Nienfeld am Grenzknick. Die eigentümlichen Baumgestalten dieser Allee sind die Folge einer häufigen Ausästung der Bäume. Diese historische Nutzform, das Schneiteln, hatte die Gewinnung von Laubheu zum Zweck. Die unteren Äste wurden vom Vieh direkt abgefressen; so weit sie mit dem Maul halt herankamen. Im Laufe der Zeit bildeten die Bäume so in Schneitelhöhe einen mächtigen Kopf aus, der ihnen heute diese eigentümliche Form verleiht.

 Eine weitere Besonderheit dieser Allee ist, dass sie am ehemaligen Grenzknick verläuft. Dort fand sich einst die Trennlinie zwischen Bukkigau und Gau Osterburg, später die zwischen hessischer Grafschaft Schaumburg und dem Kurfürstentum Schaumburg-Lippe, dann die Grenze zwischen den ehemaligen Landkreisen Rinteln und Springe.

 Die Alllee findet sich in der Spurensuche der Schaumburger Landschaft, die häufig übersehene historische Kleinode vor dem Vergessen bewahren wollen. Unsere Zeitung stellt in unregelmäßigen Abständen diese Kleinode vor.

 Auch der Weg von Gut Nienfeld zur Wüstung Schönhagen ist dort aufgeführt: Eine alte Pflasterung aus Natursteinen – heute meist eingewachsen – zeichnet den Weg aus, der oberhalb des Gutes Nienfeld zur Wüstung Schönhagen führt. Von der einstigen landwirtschaftlichen Tätigkeit in der im Dreißigjährigen Krieg wüst gewordenen Siedlung zeugen noch heute sichtbare Wölbäcker.

 Gut Nienfeld, Gut Südhagen: Die Kultivierung des unwegsamen Auetals ging im 13. Jahrhundert von einer ganzen Reihe von Einzelhöfen aus. Die feuchte Aueniederung, die Hanglage, die sehr tonigen und steinigen Böden auf der Hochfläche um Hattendorf und das rauhe Klima mit kalten Ostwinden umschreiben die nicht sonderlich attraktiven Siedlungsbedingungen dieses Gebietes, das sich bis zum Bau der Reichsautobahn 1936 in einer Verkehrs- und Siedlungs-Randlage befand.

 Das Gut Südhagen gehörte im 14. Jahrhundert zum Besitz des Stiftes Fischbeck. Seit 1602 waren die Herren von Landsberg auf Wormsthal Besitzer. Seit 1947 erfolgt die Bewirtschaftung durch die Familie Fickendey und Nachfolger.  rnk

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