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Tot wie Elvis

Bauausschuss beschließt Baumfällung in Rehren Tot wie Elvis

Die Tagesordnung haben die Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses der Gemeinde Auetal schnell abgearbeitet, schließlich reicht in der Auestraße schon ein Blick völlig aus: Jawoll, die Bäume sind nicht sicher, die können weg.

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Die mächtige Weide an der Auestraße ist der Gemeinde über den Kopf gewachsen, sie soll jetzt aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Geht es nach Anwohnern, Politik und Verwaltung, werden auch die beiden Linden auf der gegenüberliegenden Straßenseite gefällt.

Quelle: rnk

Rehren. Und in der zweiten Jahreshälfte wird die Auestraße komplett saniert – wenn also nicht jetzt fällen, wann dann? Als die Tagesordnung abgehakt ist, zeigt sich, dass der Ausschuss aus einem ganz anderen Grund an der Auestraße Bäume begutachtet.

 Aber am besten ist die Geschichte chronologisch erzählt. Auf dem Grundstück des Hofladens Seifert stehen, gleich neben der Einfahrt, zwei Eschen und eine Linde, und der Verwaltung liegt ein Antrag vor: Alle drei Bäume sollen gefällt werden, dafür gibt es drei neue, damit das ortstypische Bild erhalten bleibt. Die beiden Eschen sind auch für das Laienauge am Absterben. Dass die Zweige brechen und Schaden verursachen könnten, ist offensichtlich. Und für die Linde, so bietet der Antragsteller an, könne er eine Leiter holen, dann könnte der Ausschuss hochklettern und in mittlerer Höhe ein großes Loch vorfinden, durch das er weit und tief in den Baum hineingreifen könne. Muss nicht sein, man glaube das auch so. „Weg damit – und gut“, wird Andreas Tegtmeier (WGA) später in der Sitzung den allgemeinen Ausschusstenor auf drei Worte reduzieren.

 Anschließend geht es weiter zu einer mächtigen Kopfweide. Es ist die letzte ihrer Art an der Schulstraße, die einst an der einen Aueseite gesäumt war von diesen Bäumen. Die Weide, vor der der Ausschuss nun steht, ist beim Scheiteln schlicht vergessen worden: Sie ist also gewachsen und gewachsen und weist heute eine doppelte Haushöhe aus. Der Stamm drückt direkt gegen das dahinter stehende Haus, und die Wurzeln dringen in den Schmutzwasserkanal; ähnlich wie bei der Kastanie, die im vergangenen Jahr entfernt wurde. „Die Sicherheit ist durch herunterfallendes Holz nicht mehr gegeben“, erklärt Bauamtsleiter Friedhelm Liwack. Und weil die Weide auf einem Grundstück der Gemeinde steht, hat die Verwaltung den Antrag gestellt, den Baum fällen zu lassen. Dafür werden gleich zwei neue Bäume gepflanzt, auch wenn der genaue Standort noch nicht geklärt ist.

 Schräg gegenüber der Weide, auf der anderen Seite der Auestraße, stehen zwei Linden. Diese dürfen nicht nur bleiben, für sie wird bei der Sanierung sogar die Auestraße in ihrem Bereich etwas verengt. Das Problem dabei: Zumindest eine der beiden Linden ist ab der Hälfte so tot wie Elvis, und auch dort greift für Anwohner, Rathaus und Politik wieder der passende Zeitpunkt: Einfach weg damit, wenn die Straße saniert wird.

 Der Landkreis ist allerdings anderer Ansicht: Die Bäume sollen erhalten bleiben.

 Schon bei der Vorstellung der Sanierungspläne und des Zeitplanes hat dieses Festhalten des Landkreises an den Bäumen nur noch für Kopfschütteln bei den Anwohnern gesorgt. Einhelliger Tenor: „So ein Blödsinn.“

 Aus Sicht der Verwaltung kommt hinzu, dass eigentlich zwischen der Verwaltung und dem Landkreis eine klare Aufgabenteilung herrscht: Das Rathaus Rehren ist nach der Baum- und Heckenschutzordnung zuständig für alle Bereiche innerhalb der Ortslage, der Landkreis kümmert sich um alles, was außerhalb liegt. Nun hat im Falle der beiden Linden das Straßenbauamt den Landkreis eingeschaltet – vielleicht, weil die Auestraße eine Kreisstraße ist –, und in Stadthagen hat man entschieden: Die beiden Bäume bleiben, sie sind erhaltenswürdig.

 Genau aus diesem Grund stehen die Mitglieder des Umweltausschusses nun an der Auestraße: Die Verwaltung will die Politik in dieser Frage mit ins Boot nehmen. Und diese lässt sich nicht zweimal bitten, steigt ein und fragt nach den Rudern: Immerhin werde die Auestraße für den Schulbusverkehr genutzt und natürlich auch von den Landwirten mit ihren breiten Treckern und Maschinen. Warum sollte man daher die Straße für zwei Bäume verengen, die ihre besten Tage längst hinter sich haben? Der Ausschuss ist sich in seiner Sitzung nach dem Ortstermin schnell einig: Die Verwaltung soll sich kümmern, und zwar mit Nachdruck.  rnk

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