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Trittsteine für eine stark bedrohte Unkenart

Auetal / Neue Lebensräume für die Gelbbauchunke Trittsteine für eine stark bedrohte Unkenart

Mit 10000 Euro hat sich die Auetaler Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) an einem Projekt beteiligen, das der Gelbbauchunke zu mehr Lebensgebieten verhelfen soll: Umgesetzt werden sollen die Projekte in der Hattendorfer Feldmark und in der Borsteler Tonkuhle.

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 Seit fast 30 Jahren ist die Tonkuhle in Borstel ein Naturschutzgebiet. Jetzt soll dort der Gelbbauchunke ein besonderes Angebot unterbereitet werden: „Trittsteine“, die den Populationen bei der Wanderung helfen.

Quelle: rnk

Auetal (rnk). Borsteler Tongrube oder Tonkuhle, wie sie auch genannt wird, das ist seit fast 30 Jahren ein Naturschutzgebiet unterhalb der Borsteler Hude, zwischen Borstel und der Siedlung Rolfshagen. Der rund fünf Hektar große Bereich setzt sich aus einem kleinräumigen Mosaik aus unterschiedlich strukturierten Lebensräumen wie Erlenbrüchen, Stillgewässer, wassergefüllten Senken sowie gehölzfreien und bewachsenen Böschungen zusammen. Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter Pflanzen- und Tierarten. Und es ist, wenn man so will, eine Zwischenstation für die Gelbbauchunke, ein sogenannter Trittstein.

 Hilfe und Helfer kann die Gelbbauchunke gut vertragen, denn ihre Zahl ist zwar im Bereich des Landkreises Schaumburg verhältnismäßig hoch, aber auf der Roten Liste wird sie in die Kategorie zwei eingestuft. Sie gilt also als stark gefährdet. Die größte Bedrohung für diese Unke, man ahnt es, kommt durch den Verlust ihres Lebensraums zustande. Besiedelt sie einen neu entstandenen Lebensraum, wird dieser früher oder später der natürlichen Sukzession unterliegen. Es kommt also zu einer zunehmenden Besiedelung des Lebensraums durch weitere Tier- und Pflanzenarten – und damit ist der Raum für die Gelbbauchunke nicht mehr attraktiv.

 Früher, vor rund 100 Jahren, war dies nicht das ganz große Problem, aber die einst verbreitete Entstehung von neuen Kleingewässern ist heute stark eingeschränkt: In den Auen wird sie durch Flussbegradigungen und Ausdeichungen verhindert, pfützenreiche Feld- und Waldwege werden asphaltiert, und auf den landwirtschaftlichen Flächen werden Tümpel zugeschoben, weil sie stören. Auch Straßen und immer größer werdende Ackerflächen sind ein großes Problem: Auf diese Weise werden Populationen voneinander getrennt, man spricht von einer „Verinselung“.

 Und genau dieser Verinselung soll entgegengewirkt werden. Verbunden werden sollen Populationen der Gelbbauchunke, die auf dem Bückeberg oder im Steinbruch Liekwegen vorkommen und sich auf den Weg in südlichere Bestände machen. Sie sollen in der Tonkuhle und in Hattendorf eben jene „Trittsteine“ vorfinden.

 Grundsätzlich stehen die Chancen nicht schlecht, denn das Jungtier mit dem gelben Bauch ist durchaus willig, mit einem Lied auf den Lippen frohen Mutes hinaus in die Welt zu ziehen, um dort sein Herzliebchen (und den Schatz der Piraten) zu finden, aber angesichts der zurzeit vorherrschenden Verhältnisse kommen diese Tiere nicht weit, ehe sie irgendwo in der Natur sterben: Es fehlen Lebensräume bei der Wanderung.

 Mit dem Geld des Auetaler Naturschutzbundes sollen Land und ein Teich in Hattendorf angekauft werden, insgesamt sind es fast 14 Hektar, die oberhalb von Hattendorf einer anderen Nutzung zugeführt werden.

 Der Auetaler Naturschutzbund verfügt über eine verhältnismäßig gut gefüllte Kasse, weil er von der Windkraft Auetal GbRmbH jährlich eine Spende erhält.

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