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„Unser Anspruch geht weiter“

Auetal / Kulturverein „Unser Anspruch geht weiter“

Politische Beobachter werden in diesem Votum ein Zeichen sehen: Thomas Priemer bleibt für zwei weitere Jahre der Vorsitzende des Auetaler Kulturvereins, er wurde einstimmig wiedergewählt. Heißt das, dass Priemer nicht als Bürgermeisterkandidat nach Rinteln wechselt?

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Kaum zu glauben, aber wahr: Dieses Ölbild von Birgit Dratwa aus Meerbeck, die seit 2008 der Auetaler Malgruppe angehört, wurde aus der noch laufenden Ausstellung in der Wandelhalle des Rehazentrums in Bad Eilsen gestohlen.

Quelle: pr.

Von Frank Westermann. Nein, das heißt es nicht, denn vor der Kandidatur muss erst einmal Rintelns Noch-Bürgermeister erklären, ob er erneut zur Wahl antritt. Man darf die Priemer-Wahl wohl eher so deuten, dass die Kultur nach wie vor eine Herzensangelegenheit für Priemer ist. „Es waren gute zwei Jahre“, sagt er am Ende seines Rückblickes auf 2012 und das noch laufende Jahr, aber es gibt auch noch viel zu tun, „denn es gibt eine Vielzahl von Menschen, die noch gar nicht wissen, dass es im Auetal einen Kulturverein gibt.“

 Es gibt drei Arten von Kulturveranstaltungen, erklärt Priemer: stark defizitäre Angebote, defizitäre und kostendeckende. Über die Gagen, die der Verein den Musikkünstlern überweist, will Priemer nicht reden, aber zuweilen sind gar nicht die Musiker das finanzielle Problem: Das Hammerklavier, auf dem die koreanische Pianistin in Hattendorf spielte, schlug allein mit mehr als 500 Euro für Transport und Versicherung zu Buche.

 Sechs Veranstaltungen pro Jahr, drei in jedem Halbjahr: Das ist nach wie vor der Anspruch des Kulturvereins. In 2012 gab es eine bunte Mischung: A-cappella-Musik mit „Ferrari-Küsschen“, 155 Gäste waren angetan. Eine szenische Lesung in Rolfshagen, im Haus Nummer 19, das im Lauf der Hauptversammlung flugs zum „neuen Kulturtempel“ umbenannt wird, das „Parkbank-Duo“, das das Vorurteil widerlegte, dass Kabarett im Auetal nicht geht, das Gospelkonzert mit Schütte-Chor und den „Joyful Voices“ aus Deckbergen, dazu ein Konzert im Rahmen der „Jungen Musikelite“ – Priemer sprach von einem zufriedenstellenden Jahr. Und er verweilte einen Moment bei den klassischen Konzerten: Natürlich würde man sich mehr Zuhörer wünschen, „aber das ist schwierig“, meinte Priemer, aber unterstrich doch, dass diese Veranstaltungen weiterhin angeboten werden: Fröhliche Veranstaltungen laufen gut im Auetal, aber: „Unser Anspruch geht weiter.“ Als Renner erwies sich nach seiner Ansicht der erste Auetaler Auftritt der „Schaumburger Bühne“ mit „Bubblegum und Brillanten“ in der Schule: „Es war ein Wagnis, aber es hat geklappt.“ Im nächsten Jahr kommt die „Schaumburger Bühne“ wieder ins Auetal, dieses Mal wird in der Rolfshäger Turnhalle gespielt. Ein erstes Treffen dort liegt bereits hinter den Schauspielern und dem Bürgermeister. Ergebnis: Die Mitglieder der Bühne waren angetan von der Turnhalle, die Akustik wurde als gut empfunden. Zu sehen gibt es am 22. Februar übrigens einen Klassiker: „Drei Männer im Schnee“, frei nach Erich Kästners Vorlage.

 Rückschläge gab es auch, vor allem das Freibad-Konzert in diesem Sommer zum zehnten Geburtstag des Kulturvereins und zum 60. Jahrestag des Bades selbst war eine ernüchternde Veranstaltung: Der einige Regentag dieses Sommers fiel auf dem Konzerttag, 250 Gäste in einem Bad, in dem auch 2500 Zuhörer Platz gefunden hätten – „es hat mich persönlich doch geärgert, aber das sind eben Dinge, die man hinnehmen muss“, sagt Priemer. Gefreut hat er sich darüber, dass er auf der Ausstellungseröffnung der Auetaler Malgruppe in Bad Eilsen sprechen durfte: „Ihr seid ein klasse Werbeträger“, formulierte er mit Blick auf die Malgruppe, deren Sprecherin Kerstin Liwack einen kurzen Rückblick auf das Jahr 2012 warf und ansonsten per Beamer die durchaus beeindruckende Vielfalt der Bilder der Malgruppen-Mitglieder verdeutlichte. Verärgert ist die Malgruppe übrigens darüber, dass aus der Ausstellung in Bad Eilsen ein Bild einfach gestohlen wurde (siehe oben).

 Zufrieden war auch Dagmar Tünnermann, deren Lesegruppe nicht nur Freibühnenaufführungen in Barkhausen und Barsinghausen besuchte, sondern im nächsten Jahr auch die Leipziger Buchmesse besuchen wird. Wer wissen möchte, was die Lesegruppe, die sich jeden ersten Mittwoch im Monat in der Alten Molkerei trifft, alles so liest: Über die Seiten des Kulturvereins kann man sich zu den Büchern klicken – die Liste reicht von Heinrich Böll über Hans Fallada bis zu Literaturgöttern wie Tom Wolfe („Fegefeuer der Eitelkeiten“) oder John Irving („Gottes Werk und Teufels Beitrag“).

 Bodenständig. Mit diesem Wort beschrieb Priemer die Finanzpolitik des Vereins, große Sprünge würde man nicht machen wollen. Ein echtes Husarenstück, nämlich für viel Geld einen namhaften Künstler zu verpflichten, werde es mit diesem Verein nicht geben. Aber ein vierstelliger Betrag solle zum Jahresende doch auf dem Konto sein. Das war auch am 31. Dezember 2012 so, daher Entlastung für den Vorstand.

 Zu einer kleinen Kabarett-Nummer geriet die Wiederwahl des Vorsitzenden. Und das lag an Hermann Schwiezer, der diese Wahl durchführte: „Gibt es Vorschläge? Thomas Priemer? Wer ist dafür? Gegenstimmen? Enthaltungen? Herzlichen Glückwunsch.“ Und so schnell, wie man diese Zeilen lesen kann, so schnell lief die Wahl ab. Großes Kino.

 Außer der „Schaumburger Bühne“ gibt es schon weitere Termine für 2014: Am 22. März tritt Gabi Weiß alias Irmgard Knüppel auf, eine Alleinunterhalterin mit großer Klappe. „Wir müssen auf alles gefasst ein“, meinte Priemer. Am 27. April gibt es dann ein Konzert der „Jungen Musikelite“, dieses Mal in der Kirche Kathrinhagen, wieder mit einem ehrwürdigen Musikinstrument. Aber wie Priemer so fein formulierte: „Der Kulturverein, der kostendeckend arbeitet, muss erst noch erfunden werden.“

 Das nächste Konzert steht am 3. November um 17 Uhr in der Kirche Hattendorf an: Das Wunderkind Elisabeth Brauß spielt Chopin, Beethoven, Mendelssohn und Mozart. Priemer forderte dazu auf, kräftig die Werbetrommel zu rühren. Freunde kann die Kultur bekanntlich gar nicht genug haben.

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