Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Urteil im Prozess um Unfall auf A2 steht noch aus

50-Jähriger vor Gericht Urteil im Prozess um Unfall auf A2 steht noch aus

Der tragische Verkehrsunfall auf der A2 im Auetal, bei dem eine 25-Jährige ums Leben gekommen ist, hätte sogar noch schlimmer enden können. Nach einem vorausgegangenen Unfall hatte die Frau nachts auf der linken Spur gestanden, wo sie ein Autofahrer aus Bielefeld mit seinem Kombi anfuhr.

Voriger Artikel
Gallischer Zwerghahn verscheucht
Nächster Artikel
Stromleitung wird verkabelt
Quelle: dpa

Auetal/Bückeburg. Ebenfalls erfasst hat der jetzt angeklagte Handwerker (50) eine Schwester des Todesopfers, die schwer verletzt wurde. Am Dienstag sagte die 23-Jährige vor dem Amtsgericht in Bückeburg aus, zum Teil unter Tränen. Der Angeklagte muss sich dort wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung verantworten.

 Seit dem Unfall am 14. Januar 2015 ist die 23-Jährige krankgeschrieben. Sie hatte diverse Knochenbrüche erlitten, kann offenbar keine Kinder mehr bekommen, leidet körperlich und seelisch. „Ich sah zwei Scheinwerfer und fühlte einen Schlag“, erinnert sich die Frau. Dann habe sie ihre Schwester an der Mittelleitplanke gesehen. „Ich wusste, dass sie nicht mehr lebt.“ Unklar ist, warum die drei Insassen des Ford Focus nach dem ersten Unfall auf der Straße blieben, anstatt sich auf dem Grünstreifen hinter der Leitplanke in Sicherheit zu bringen. Den Fahrer verfehlte der Bielefelder wohl nur haarscharf. Die beiden Frauen hatten nicht so viel Glück.

 Zu einem Urteil ist es gestern nicht gekommen, weil das schriftliche Unfallgutachten noch fehlt. Um Haft geht es in dem Prozess eher nicht. Erfahrungsgemäß kommen Ersttäter bei einem Augenblicksversagen mit einer Geldstrafe im Bereich von etwa drei Monatseinkommen davon. In diesem Fall ist auch ein Freispruch denkbar. Der Angeklagte hatte erklärt, er habe wegen eines platten Reifens vorne links nicht richtig bremsen können, nachdem er über Trümmerteile gefahren sei. Das Gegenteil müsste dem 50-Jährigen bewiesen werden. Aus dem Unfallbericht geht tatsächlich hervor, dass der Reifen platt war, die Felge beschädigt.

 

 So gut wie fest steht, dass der Bielefelder dem anderen Auto in Schräglage ausgewichen ist: Er fuhr mit den beiden linken Reifen an der Betonleitplanke in der Mitte hoch. Spuren an der Leitplanke deuten darauf hin, dass diese Darstellung den Tatsachen entspricht. Trotzdem wurden die zwei Frauen erfasst. Verteidiger Jost Heidrich hält es indes für möglich, dass die überlebende Schwester ihre Verletzungen erlitten hat, als sie bei dem vorausgegangenen Unfall mit im schleudernden Fahrzeug saß. Zuvor soll ein anderer Autofahrer den Ford Focus der drei Polen behindert haben, sodass dieser zunächst einen Lastwagen berührte und später gegen die Mittelleitplanke prallte. Der mutmaßliche Verursacher des ersten Unfalls hatte sich später bei der Polizei gemeldet. Er bestreitet, die Polen behindert zu haben. Darüber gibt es unterschiedliche Zeugenaussagen, die aber nur am Rande interessieren. Vor allem geht es darum, ob der Angeklagte die Schuld am Tod eines Menschen trägt, weil er zum Beispiel Warnblinkleuchten nicht beachtet hat.  ly

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

O’zapft is heißt es in der Stadthäger Festhalle wieder am Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September. Dann dominieren die Farben Blau und Weiß in der Halle und fesche Frauen in farbenfrohen Dirndln tanzen auf den Tischen... mehr