Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Wahlkampf? Welcher Wahlkampf?

Auetal / Wahl Wahlkampf? Welcher Wahlkampf?

Stell Dir vor, es ist Kommunalwahl, und keinen interessiert es. Wenn am 11. September die Bürger jene wählen, die sie im Gemeinderat vertreten sollen, dann rechnen nicht nur Pessimisten mit einer Wahlbeteiligung von unter 40 Prozent. Und so nennt Siegbert Held als Vorsitzender der Wählergemeinschaft Auetal (WGA) als erstes Ziel nicht die Zahl der Sitze, die angestrebt werden, sondern die Zahl der Wähler, die zur Stimmabgabe motiviert werden können.

Auetal (rnk). Vor allem junge Auetaler sollen erreicht werden – und dafür hat die WGA im sozialen Netzwerk Facebook eine Seite eingerichtet. Vorsitzender Held, dessen 50. Geburtstag schon einige Zeit her ist, sieht es so: „Alle Welt hat mir gesagt, dass wir eine Seite auf Faecebook brauchen, da haben wir eben eine eingerichtet.“ Er selber sei aber nicht auf Facebook vertreten, „das muss ich nicht haben“, aber dass die Nichtwähler bei der Kommunalwahl die Mehrheit haben, das möchte der Rolfshäger nicht: „Wir rufen in erster Linie zur Teilnahme an der Wahl auf.“

Plakate wird die WGA nicht verwenden, das habe auch keinen großen Sinn, erklärt Luigi Coi: „Bei der Kommunalwahl wählen mich Menschen, die mich kennen. Keiner gibt mir seine Stimme, nur weil mein Bild an einem Baum hängt.“ Die WGA-Seiten im Internet, so Held, seien vollständig überarbeitet worden (und sehen recht gut aus), ansonsten werde man mit Flyern und den Printmedien die WGA-Botschaften unters Volk bringen. Und das Wahlziel? „Vier Sitze plus X.“ Immerhin tritt die WGA mit elf Kandidaten an, so viele, freut sich Held, „haben wir lange nicht mehr gehabt“.

Die CDU wird hingegen plakatieren, alle Kandidaten werden zu sehen sein, und auch mit Flyern für die Gemeinde- und die Kreistagswahl werben, erklärt Friedrich Gärling. Aber, und das ist neu, die Auetaler CDU ist jetzt auch im Internet. Lange Zeit hatten sich Gärling und die CDU geweigert, dort Präsenz zu zeigen, weil es nur Sinn habe, wenn es gut gemacht wird, so Gärling, aber: „Jetzt kommen wir nicht mehr dran vorbei“, räumt der Gemeindeverbandsvorsitzende ein. „Denn junge Leute informieren sich nur über das Internet.“ Allerdings ist die Seite eben noch im Aufbau, sehr viele Informationen gibt es hier nicht.

Auch an einen Auftritt bei Facebook sei gedacht worden, aber man habe diesen Gedanken wieder verworfen: „Für eine Gemeindewahl lohnt sich der Aufwand nicht.“ Würde aber das Bürgermeisteramt zur Wahl stehen, so Gärling, dann würde das mit dem Facebook-Auftritt möglicherweise ganz anders aussehen. Größere Veranstaltungen der CDU seien nicht geplant, aber er wolle nicht ausschließen, dass man zwei, drei Tage vor der Wahl noch in Rehren ein bisschen wirbt, erklärte Gärling, der ganz zufrieden ist: Bei der letzten Wahl habe man auch sieben Kandidaten aufstellen können (und fünf Sitze erlangt). „Und ich glaube schon, dass wir im Vergleich zu den anderen qualitativ gute Kandidaten anbieten.“

Ein erstaunlich schwaches Bild ergibt sich, wenn die SPD-Seiten im Internet aufgerufen werden. Dort sind unter der Rubrik Bildergalerie nur Aktionen zu finden, die schon zwei Jahre alt sind, neue Aktivität der SPD wird nicht dokumentiert. Immerhin, recht pfiffig sind die Genossen ja: Die letzte Ortsbegehung ist für den 10. September geplant, Rehren und Rannenberg sollen abgegangen werden, einen Tag vor der Wahl wird es sicherlich viele Gespräche mit Bürgern geben.

Lieblos werden übrigens die Bilder der Ortsteile verwaltet: Nur Hattendorf und Poggenhagen sind überhaupt vertreten. Aber noch vor der Wahl, so erklärt SPD-Gemeindeverbandsvorsitzender Manfred Spenner, wird der Auftritt überarbeitet. Zwei sogenannte Wahlvormittage stehen für die SPD noch bevor: Am 3. September wird ab 7.30 Uhr in Rolfshagen vor der Bäckerei Lucks geworben, eine Woche später in Rehren am Penny-Markt.

Ganz andere Probleme hat dagegen Rolf Wittmann von den Grünen. Zwar hat er zwei weitere Mitstreiter gefunden, die sich dem Wählervotum stellen wollen, nur öffentlich konnte er das noch gar nicht verkünden: Ein Kandidat ist noch im Urlaub. Größere Aktionen haben aber auch die Grünen nicht geplant. Über einen eigenen Internet-Auftritt verfügen die Auetaler Grünen nicht, nur auf der Homepage des Kreisverbands findet man die Telefonnummer von Wittmann. Dafür freuen sich die Grünen über den bundespolitischen Rückenwind …

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Eine gute Tradition findet regelmäßig ihre Fortsetzung – die „Aktion Weihnachtshilfe“. In der Vorweihnachtszeit rufen die Schaumburger Nachrichten unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ jedes Jahr zu Spenden für bedürftige Menschen im Landkreis auf. mehr

Schaumburg