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Wanderbares Auetal

Hattendorf / Ausflug Wanderbares Auetal

Es geht leicht bergauf, aber für den ungeübten Wanderer reicht schon der kurze Abschnitt von Sportplatz bis zur Quelle der Aue, um ein bisschen aus der Puste zu kommen. Aber dort, wo die Aue entspringt, kann man ja eine kurze Rast einlegen – und sich informieren lassen.

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Von Frank Westermann. Denn wer kein Geld hat, der muss bekanntlich schlau sein. Das Auetal will sein touristisches Profil schärfen, dabei helfen sollen zwei neue Wanderwege: Der in Rehren beginnende Trimm-Pfad für die Seele und ein Rundwanderweg, der über sieben Kilometer von Hattendorf nach Raden und wieder zurück führt. Unsere Redaktion ist ihn abgewandert. Es ist, da sei verraten, ein Wanderweg, der sich völlig vom Trimm-Pfad unterscheidet: Es ist ein Weg des Sehens.

 Und des Lernens, denn an mehreren Punkten weisen Hinweisschilder auf besondere Orte hin und erzählen die dazu passende Geschichte. Zunächst die der Aue an ihrer Quelle: Sie entspringt in der Lust, denn so heißt das Flurstück. Nach 59 Kilometern wird sie bei Petershagen in die Weser münden, man mag sich kaum vorstellen, wie dieses hier entspringende Rinnsal diesen weiten Weg schaffen wird.

 Der Rundwanderer lässt die Aue links liegen und begibt sich weiter in Richtung Süden, hin zum Schutzacker, der allerdings schon umgebrochen ist.

 Das Dachtelfeld ist der nächste Schaupunkt. Hier, auf dieser Hochebene, geschah Historisches: 782 hielten die Franken unter Karl dem Großen das Land der Sachsen besetzt. Hier, auf dem Dachtelfeld, schlugen die Unterdrückten ein großes fränkisches Heer, vom Blut der Getöteten sollen sich die Bäche rot gefärbt haben. Heute zeigt sich das Dachtelfeld freundlicher, vor allem im Frühling breitet sich hier ein Teppich von gelben und weißen Buschwindröschen aus. In der herbstlichen Jahreszeit sind Blumen rar gesät, nur die brachliegenden Felder bieten noch den einen oder anderen bunten Tupfen.

 Dann hat der Wanderer die Wahl: Über Raden gehen oder einfach nach links abbiegen, in Richtung Süntelbuche und Hattendorf. Wer den kleinen Schlenker mitnimmt, wird mit schönen Weitsichten über Raden hinaus belohnt.

 An der Süntelbuche kann der nächste Stopp eingelegt werden, im Herbst ist sie allemal einen Besuch wert, deren seltsam anmutende Wuchsform von grün-gelb-roten Blättern verdeckt ist, nur mühsam sind die knieförmigen und knickwüchsigen Äste zu entdecken.

 Ein paar Hundert Meter geht es dann entlang der Straße, bis der Flaneur in Richtung Hattendorf einbiegt und vor der Mühle steht. Natürlich war das Auetal ein guter Standort für Mühlen, wie jeder feststellen wird, der hier oben den Rundwanderweg abgeht: Zuweilen packt der Wind aus Osten oder Westen kräftig zu, hier wurde die erste Windmühle schon um das Jahr 1600 gebaut. Um die Mühlenruine vor weiteren Verfall zu schützen, wird sie seit 2011 in Eigenleistung saniert.

 Macht es Sinn, jetzt, wenn die Tage immer unwirtlicher werden, die Wanderstiefel zu schnüren? Experten sagen: Ja. Das Wandern ist des Müllers Lust, heißt es in einem alten deutschen Volkslied. Das gilt nicht nur für den Müller: Jeder, der seinem Körper und Geist etwas Gutes tun möchte, kann sich am Fußmarsch erfreuen. Jetzt im Herbst ist die beste Zeit, um die Laufstiefel wieder aus dem Schrank zu holen, sagen die Ärzte. Besonders positiv wirkt sich das Laufen auf das Herz aus. Durch die Bewegung schlägt es regelmäßiger und pumpt mehr sauerstoffhaltiges Blut durch den Organismus.

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