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Weder Zahlen noch Pläne

Ein eigenes Sportheim für den SC Auetal? Weder Zahlen noch Pläne

In diesen Tagen, wenn der SC Auetal zwischen den Weihnachtstagen und nach Silvester seine Fußballturniere ausrichtet und die Zuschauer sich fragen, wo sie sich hinsetzen sollen, um die Spiele verfolgen zu können, wird die Frage in der engen Rehrener Turnhalle wieder im Raum stehen.

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Quelle: pr.

Rehren. Gibt es die Möglichkeit einer eigenen Halle?
Es ist eine Frage, auf die auch Hans-Heinrich Hahne keine klare Antwort weiß. Das SC-Mitglied und als Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Schaumburg erster Ansprechpartner in Geldfragen sieht es so: Ein Gespräch mit Bürgermeister Heinz Kraschewski sei möglich, und Zeitfenster seien zu „klären“. Wenn man zu dem Ergebnis komme, dass eine neue Sporthalle nicht realisierbar sei, müsse man dies auch offen eingestehen.

Über Pläne und Kosten könne man seitens des Vereins aktuell aber gar nicht reden, so Hahne: „Es gibt sie schlicht nicht.“ Das soll nicht heißen, dass das Thema ad acta gelegt ist, im Gegenteil, sagt Dieter Grupe als SC-Vorsitzender. Die Probleme seien ja noch vorhanden: drei Sportplätze mit drei Sportheimen, alle nicht im besten Zustand und energetisch nicht saniert. Die Sportplätze sind in Rehren an der Obersburg, an der Alten Poststraße und in Kathrinhagen.

Drei zusammenhängende Container habe man am Sportplatz an der Poststraße aufgebaut, damit die Spieler überhaupt duschen können. Alternativen? „Gibt es nicht“, so Grupe. Sicher, man kann die Spieler nach dem Spiel ins Auto packen und zu den Duschen im Sportheim an der Obersburg fahren – aber wie sieht anschließend das Auto innen aus? Ein anderes Beispiel führt Grupe ebenfalls an, das das Problem anschaulich auf den Punkt bringt: Ohne Container zeigst du auf das Maisfeld, wenn die Mutter eines jungen Gästespielers nach der Toilette fragt – immer vorausgesetzt, das Maisfeld ist noch nicht abgeerntet. „Sanierungsbedürftig ohne Ende“, sagt Grupe mit Blick auf die Sportheime.

Und genau deshalb wäre eine zentrale Halle genau das, was man benötige. Und damit meint er nicht den SC, sondern auch die anderen Auetaler Sportvereine: Zentralisierung heißt das Zauberwort, auch inhaltlich: „Wir haben 18 Fußballmannschaften, die TuSG ist beim Thema Gesundheit topp aufgestellt“, erklärt er. Man kann voneinander profitieren.

In der Auetaler Politik steht eine neue Sporthalle für den Verein mit seinen knapp 1000 Mitgliedern nicht unbedingt ganz oben auf der Agenda. Stephan Weber, Fraktionschef der SPD, kann sich an einen Termin Mitte 2013 erinnern, bei dem der Verwaltungsausschuss von den Vertretern des SC Auetal erstmals informiert worden war. „Aber Zahlen wurden dort nicht konkret genannt.“ Daher sei vereinbart worden, dass seitens der Sportvereine ein Finanzierungskonzept erarbeitet werden solle, bei dem die Gemeinde unterstützen wollte.

Das Konzept sollte dann Ende 2013 erneut diskutiert werden, „was aber bisher so nicht stattgefunden hat“. Tatsächlich, so Weber, stelle sich für ihn die Frage nach einer Finanzierung der Halle für alle Sportvereine durch die Gemeinde aktuell nicht: „Weil dies die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde Auetal aller Wahrscheinlichkeit nach bei Weitem übersteigen würde.“ Dabei wäre seines Erachtens ein stärkeres Engagement des Landkreises nötig.

Auch Siegbert Held sieht als Vorsitzender der Wählergemeinschaft Auetal „in absehbarer Zeit keine Finanzierungsmöglichkeit“. Das Auetal habe eine Menge Schulden und einen unausgeglichenen Haushalt. „Selbst wenn man die rund 1,5 Millionen zusammenbekäme, bleiben die Unterhaltungskosten. Der Wunsch nach einer Halle ist gerade beim SC vorhanden, aber ich denke, nicht zu verwirklichen.“

Ähnlich sieht es Friedrich Gärling für die CDU: „Ich würde mich freuen, wenn wir eine Mehrzweckhalle im Auetal realisieren könnten. Der Haushalt der Gemeinde gibt hierfür allerdings nur einen sehr begrenzten Spielraum her.“ Somit müsste der überwiegende Teil der Finanzierung von den Vereinen, durch Zuschüsse und gegebenenfalls privaten Investoren aufgebracht werden.

Und nach einer eventuellen Realisierung des Projektes stelle sich die Frage, wie Einnahmen generiert werden können, um die laufenden Kosten für Strom, Heizung, Reinigung und einen Hausmeister abzudecken. Gärling sieht es so: „Für eine Entscheidung in den politischen Gremien ist ein schlüssiges Finanzierungskonzept erforderlich. Dieses haben die Initiatoren bisher noch nicht vorgelegt.“

Konkrete Zahlen nennen weder Grupe noch Hahne, aber in der Politik und auch der Verwaltung wird mit einer Größenordnung zwischen einer halben und einer Million Euro gerechnet, WGA-Chef Held geht sogar von anderthalb Millionen aus.

In seiner Zeit als Vorsitzender des SC Rinteln konnte der neue Bürgermeister Kraschewski miterleben, wie eine tragfähige Finanzierung auszusehen hat: 20 Prozent trug der Verein, den gleichen Anteil gab es vom Landessportbund, 60 Prozent der Kosten trug die Stadt – angesichts der finanziellen Situation der Gemeinde kein zielführendes Modell, an dem man sich im Auetal orientieren könnte.

Auch die Fusion aller Sportvereine unter dem Dach des SC Auetal ist für SC-Chef Grupe noch nicht vom Tisch: „Jeder, der mitmachen will, ist jederzeit willkommen.“  rnk

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