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Weiße Weihnachtist hierzulande selten

Aussterbende Jahreszeit? Weiße Weihnachtist hierzulande selten

Der Winter, so scheint es, ist eine aussterbende Jahreszeit. Der Herbst wird wärmer und feuchter und vor allem länger, anschießend folgt gleich der Frühling, höchstens unterbrochen von einer Handvoll Tage, an denen Schnee liegt.

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Ist der Winter eine aussterbende Jahreszeit? Vor drei Jahren jedenfalls lag der Schnee noch im März.

Quelle: Archiv/rnk

Auetal. Und so lässt sich in diesen Tagen im Garten schon ein munteres Treiben beobachten: Alles will nach oben, alles will blühen, selbst die ersten Tulpen wachsen schon. Früher war das anders, sagt einem die Erinnerung. Die Winter waren lang und kalt – und Weihnachten, wenn es zu Fuß zur Kirche ging, schneite es auch. So war es, oder?

Zumindest für den zweiten Teil der Aussage gibt es eine Antwort. Wir entnehmen sie dem Schaumburger Heimatkalender von 1982, in dem sich Autor Harry Harms genau dieser Frage widmete: Wie viele weiße Weihnachten gab es denn wirklich in unserer Region? Harms untersuchte die Jahre von 1905 bis 1980, und das Ergebnis ist womöglich eine Überraschung: In 75 Jahren gab es nur zehn weiße Weihnachten.

1929 war Harms gleichsam überwältigt. Er schreibt: „Ein Bravourstück des Wettergottes. Wochenlang hielt er mit milden Lüften alle zum Narren, und ausgerechnet zum Fest schickte er dann doch Frost und Schnee. Es folgte ein ungewöhnlich strenger Winter mit 32 Grad Kälte.“ 1941 und 1946 notierte Harms strenge und schneereiche Winter. Auch Weihnachten 1962 hatten die Auetaler und Schaumburger nicht viel zu lachen: „Am 19. Dezember gab es Schnee, der 106 Tage liegen blieb. Weihnachten hatten wir etwa acht Grad Kälte und 20 Zentimeter Schneehöhe“, schreibt Harms.

Ein Jahr später wurde das Fest bei einer Schneedecke von rund fünf Zentimetern gefeiert. 1964 schneite es in der Nacht von Heiligabend auf den ersten Weihnachtstag. 1966 ging der Regen am Nachmittag des Heiligenabends in Schnee über, der sich hielt. 1969 und 1970 war es um die Feiertage – ein bisschen – weiß. Sechs Jahre später notierte Harms wieder ein weißes Weihnachtsfest, in den späten Stunden des Heiligabends schneit es.

Für Harms galt insgesamt, was er schon für das Fest 1912 als Fazit zog: „Die weitverbreitete Meinung, zum Weihnachtsfest gehöre für unser Gebiet Schnee, ist eine Annahme, die von den Tatsachen fast jedes Jahr Lügen gestraft wird. Im letzten Vierteljahrhundert gab es nur 1890 und 1906 richtiges Winterwetter.“

Das Heimatmuseum in Hattendorf hat einige Schaumburger Heimatkalender in seinem Fundus: Ab dem 1. Mai können Besucher in ihnen blättern, es gibt eine eigene Ecke für Heimatliteratur. rnk

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