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Wenn ein Rambo am Steuer sitzt: Angriff auf der A 2

Auetal/Bückeburg / Vor Gericht Wenn ein Rambo am Steuer sitzt: Angriff auf der A 2

Schlauer Plan: Wer nicht zum Prozess erscheint, kann auch nicht von Zeugen identifiziert werden. Das mag sich ein Verkehrsrambo aus Fürstenau (Landkreis Osnabrück) gedacht haben. Sicher ist: Verurteilt hat das Bückeburger Amtsgericht den Arbeiter (56) trotzdem.

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Quelle: dpa

Auetal/Bückeburg (ly).  Für mehrere haarsträubende Manöver auf der A2 im Auetal gab es eine gesalzene Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro. In diesem Fall sind das 90 Tagessätze, drei Monatseinkommen. Hinzu kommen stattliche 15 Monate Führerscheinsperre.

 Richter Armin Böhm hält den 56-Jährigen nämlich für charakterlich „ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen“. Böhms Schuldspruch lautet auf Nötigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs.

 Bereits im Vorfeld der Verhandlung hatte sich der Angeklagte um Kopf und Kragen geredet. Am Telefon gab er gegenüber einem Polizisten zu, am fraglichen Tag gefahren zu sein. Mehr noch, als der Beamte auf die Tat zu sprechen kam, antwortete der Beschuldigte frank und frei: „Dann ist es halt so.“ Böse Zungen nennen so etwas ein Geständnis.

 Noch lange wird sich ein Ehepaar aus Salzgitter an den Abend des 30. August erinnern. Gegen 20.45 Uhr fährt der Mann auf der linken Spur mit Tempo 130 in Richtung Berlin, es mögen auch 140 Stundenkilometer sein. Der Überholvorgang ist schon fast beendet, als von hinten ein Kombi auftaucht, am Steuer der Verkehrsrambo. Dessen Nummernschild ist bald nicht mehr zu erkennen, so dicht klebt er an der hinteren Stoßstange und betätigt immer wieder die Lichthupe.

 Als der Vordermann nach dem Überholen auf die mittlere Spur wechselt, fährt der Rowdy links daneben und zieht plötzlich nach rechts. Nur weil der langsamere Fahrer aus Reflex ebenfalls das Steuer herumreißt und bremst, kommt es nicht zum Zusammenprall.

 Dem Täter attestiert Richter Armin Böhm „grob verkehrswidriges und rücksichtloses Verhalten, kein Augenblicksversagen“.

 Weiter geht’s: Um sich das Kennzeichen notieren zu können, nimmt das Ehepaar die Verfolgung auf und fährt anschließend links neben den Amokfahrer, der sein Gesicht jedoch vorsichtshalber mit der linken Hand verdeckt. Im Wagen sitzt nur er. Der Verkehrsrambo entschließt sich zur Flucht, zieht auf die Standspur und überholt schnell noch mehrere Autos rechts.

 „Dem Angeklagten kam es nur auf das schnelle eigene Fortkommen an“, fasst Richter Böhm zusammen. „Auf andere Verkehrsteilnehmer nahm er nicht die geringste Rücksicht.“

 Bis zu jenem 30. August hatte der Arbeiter weder Vorstrafen noch Punkte im Flensburger Verkehrsregister. Das Urteil trifft ihn hart, weil er beruflich einen Firmenwagen fährt und seinen Führerschein braucht. Gegen die Entscheidung hat der 56-Jährige bereits Berufung eingelegt.

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