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„Wenn es losgeht, stehen wir bereit“

Rehren / Streusalz „Wenn es losgeht, stehen wir bereit“

Auf dem Brocken fiel gestern der erste Schnee des Jahres. Bis auch im Auetal die ersten Flocken vom Himmel fallen, wird es wahrscheinlich noch ein bisschen dauern, doch der Bauhof ist schon jetzt gerüstet. Das erste Streugut wurde in dieser Woche angemischt, die Lagerhalle ist gefüllt.

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Bauhofleiter Manfred Spenner bei den letzten Handgriffen am Salzstreuer.

Quelle: jaj

Von Jessica Rodenbeck. Rund 50 Tonnen Streugut, das zu einem Viertel aus Salz und zu drei Vierteln aus Sand besteht, warten in der Lagerhalle im Industriegebiet Süd auf ihren Einsatz. Zusätzlich lagern dort aktuell rund 26 Tonnen reines Streusalz, welches allerdings nur zu einem kleinen Teil als reines Salz zum Einsatz kommt. Der Großteil wird ebenfalls zu Streugut vermischt. „Das reine Streusalz streuen wir nur auf Bürgersteigen und bei extremen Wetterlagen auf Steigungen und Gefahrpunkten“, erklärt Bauhofleiter Manfred Spenner. Auf den Gemeindestraßen wird hingegen das Salz-Sand-Gemisch eingesetzt.

 Splitt wird in der Gemeinde Auetal, anders als beispielsweise in Rinteln, überhaupt nicht für den Winterdienst verwendet. Das hat nach Angaben von Bauamtsleiter Friedhelm Liwack zwei Gründe: Zum einen setzt sich der Splitt in der Kanalisation ab und schwemmt sich – anders als Sand – nicht alleine wieder aus. Der andere Grund ist, dass Sand auch im Frühjahr, wenn die Straßen von den letzten Überbleibseln des Winters gereinigt werden müssen, handlicher ist als Splitt.

 Doch nicht nur das Material, auch Personal und Maschinen sind für den Winter gerüstet. Trecker und Unimog, die für den Winterdienst eingesetzt werden, sind momentan zwar noch mit anderen Arbeiten beschäftigt, könnten aber nach drei Stunden Vorbereitungszeit einsatzbereit sein, so Spenner. Das Personal des Bauhofs ist eigentlich erst ab dem 1. November in Rufbereitschaft, „wenn es vorher losgehen sollte, stehen wir aber natürlich auch bereit“, sagt er. Einen Wintereinbruch vor November habe er in den mehr als 30 Jahren, die er nun schon beim Bauhof tätig ist, aber noch nicht erlebt.

 Ab November haben die Bauhofmitarbeiter dann in zwei Kolonnen abwechselnd für jeweils eine Woche Rufbereitschaft. Sollte der Wetterbericht eine Warnung ausgeben, die die Mitarbeiter über ihre Handys erhalten, steht einer von ihnen morgens um 4 Uhr auf und schaut, wie die Lage tatsächlich ist. Wenn ein Einsatz notwendig ist, wird eine Telefonkette in Gang gesetzt. Sie erreicht auch den Bauunternehmer, der in den Orten Poggenhagen, Borstel, Bernsen und Rolfshagen den Winterdienst übernimmt. Das komplette Auetal kann der Bauhof nämlich nicht abdecken. „Dafür haben wir nicht genug Personal“, so Liwack. Schon jetzt ist ein Urlaub in den Wintermonaten für die Bauhofmitarbeiter nicht drin. Auch deshalb hofft Manfred Spenner, dass der Winter nicht so stark kommt, oder zumindest über die Weihnachtstage eine Pause einlegt. „Ich habe viele Familienväter in der Mannschaft, die würden sich sicherlich freuen, wenn sie Weihnachten nicht los müssten“, sagt er. „Auch wenn weiße Weihnachten für die Kinder natürlich schön wären.“

 Ob das Salz und das Streugut, das aktuell in der Lagerhalle des Bauhofs zu finden ist, für den ganzen Winter reicht, kann derzeit noch niemand sagen. „Das liegt an Petrus“, so Liwack. Es sei allerdings kein Problem, bei Bedarf noch einmal Salz und Sand nachzubestellen, dann allerdings nicht mehr zu dem Frühbucherpreis, den die Gemeinde für die erste Bestellung aushandeln konnte. Auf Vorrat mehr Salz bestellen möchte Liwack dennoch nicht, da der Bauhof bestrebt ist, möglichst keine Reste bis in den nächsten Winter aufbewahren zumüssen. „Streusalz verliert bis zu 30 Prozent Taukraft, wenn es ein Jahr gelagert wird“, nennt Liwack einen Grund. Zudem möchte der Bauhof die Lagerhalle, in der zurzeit Salz und Streugut lagern, nach dem Winter wieder für Splitt und andere Materialien nutzen.

 Da im Moment noch nicht absehbar ist, wie der diesjährige Winter ausfallen wird, kann der Bauamtsleiter auch noch keine Angaben zu den Kosten machen, die auf die Gemeinde zu kommen. Aus seiner Erfahrung weiß er jedoch, dass die Spanne sehr groß ist. „Wir hatten schon Winter, in denen wir mit 7000 Euro für den Winterdienst auskamen, in anderen Jahren kamen aber auch schon 80000 Euro zusammen.“

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