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Wer sich nicht beteiligt, kann nur verlieren

Auetal / Gemeinderat Wer sich nicht beteiligt, kann nur verlieren

Wie soll mit den Ergebnissen der Studenten-Studie umgegangen werden, welche Lehren muss die Gemeinde ziehen? Das war die zentrale Frage, die im Gemeinderat diskutiert wurde.

Auetal. Man müsse einen finanziellen Anreiz schaffen, damit Menschen ins Auetal ziehen würden, meinte Friedrich Gärling (CDU). Denn die Gemeinde verliere im demografischen Wandel bis 2030 rund 800 Einwohner, das seien rund 13 Prozent. Für die verbleibenden Auetaler bedeute dies, dass das Leben für sie teurer werde, weil weniger Bürger für die Aufrechterhaltung der vorhandenen Infrastruktur aufkommen müssten, also für Straßenunterhaltung, Schule, Kindergärten oder die Wasserver- und -entsorgung. Zudem gebe es weniger Einnahmen für die Gemeinde selbst, da die Schlüsselzuweisungen sich nach den Einwohnerzahlen berechnen würden.

 Es sei daher im Interesse der Auetaler, diesem Trend entgegenzuwirken, meinte Gärling: „Aufhalten lässt sich die Entwicklung ohnehin nicht mehr.“ Außer Arbeitsplätzen, Verkehrsanbindung, kulturellen und gastronomischen Angeboten könne aber auch ein finanzieller Anreiz ein Kriterium für die Wohnortwahl sein, zudem hätten benachbarte Kommunen und Landkreise bereits Förderprogramme für den Erwerb von Altbauten aufgelegt: Es finde bereits ein Wettstreit um Einwohner statt. „Wenn unsere Gemeinde sich an diesem Wettbewerb nicht beteiligt, können wir nun verlieren“, erklärte der Hattendorfer.

 Daher habe die CDU beantragt, zukünftig einen angemessenen Betrag im Haushalt zu berücksichtigen, der als Zuschuss für Käufer von Altbauten in der Gemeinde verwendet wird. Über die Ausgestaltung des Förderprogrammes müsse in den politischen Gremien entschieden werden, so Gärling. Sollte heißen: Dort muss festgelegt werden, nach welchen Bedingungen die Käufe unterstützt werden – und vor allem: mit wie viel Geld.

 Vor der Aussprache hatte Bürgermeister Thomas Priemer mit Blick auf das „große Werk“ und dem „Leitfaden“ davon gesprochen, dass die dort aufgeworfenen Fragen und Ansichten durchaus als Schwerpunkte in die politische Debatte einzustellen seien, es sei ein Dauerauftrag, Defizite abzubauen. Aber man müsse auch das, was man bisher geleistet habe und was vom überwiegenden Teil der Bevölkerung für gut befunden werde, deutlich herausstreichen. Kurzum: In den nächsten oder übernächsten Haushalt könnten Mittel bereitgestellt werden, man werde überlegen können, wie das Image der Gemeinden verbessert werden könnte.

 Das sah Rüdiger Teich für SPD und Grüne ähnlich, nicht ohne Grund habe die SPD jetzt 2013 einen Antrag gestellt, dass die Verwaltung mögliche Bedarfe sowie die Realisierbarkeit zur Einführung eines Bürgerbussystems prüfen möge. Das Gewerbegebiet müsse erweitert werden, aber in der Kinder- und Jugendarbeit habe die Gemeinde in letzter Zeit viel gemacht, jetzt sollten die Sport- und Spielplätze auf ihren jeweiligen Zustand überprüft werden. Teich sprach sich dafür aus, ein Leitbild zu erarbeiten, damit derjenige, der das Auetal nicht kenne, sich ein Bild von der Gemeinde machen könnte. Im nächsten Haushalt werde man Mittel bereitstellen, so Teich, aber man werde auch Experten von außerhalb hinzuziehen.

 Das sieht auch die Verwaltung so: „Schlussendlich ist durch die Befragung noch augenfälliger geworden, an einem Konzept für ein positives Image in der Gemeinde zu arbeiten“, heißt es in der Bewertung der Erhebung. Und: „Neben einer positiven Außendarstellung aller Beteiligten, sowohl in den politischen Gremien als auch in den Vereinen und Institutionen wird die Beratung und auch Begleitung eines erfahrenen Beratungsbüros notwendig werden.“ Heinrich Wente (WGA) machte es abschließend kurz: Man solle sukzessive die Schwerpunkte abarbeiten und dann alles in die Fraktionen geben. rnk

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