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Wer zuerst kommt, wird zuerst gefördert

Gemeinde Auetal will Käufer von Altbauten unterstützen Wer zuerst kommt, wird zuerst gefördert

Es ist keine neue Forderung, aber in der nächsten Sitzung des Rates der Gemeinde Auetal sollen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden: Die Gemeindeverwaltung unterstützt Käufer von Altbauten und erlässt dafür eine entsprechende Richtlinie.

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 Schön grün hier, aber manchmal ein bisschen einsam: Das Leben auf dem Land hat seine Vorteile, aber eben auch seine Nachteile. Damit mehr Menschen ins Auetal ziehen oder sich für einen Verbleib entscheiden, wollen Rat und Verwaltung nun mit Finanzspritzen Überzeugungsarbeit leisten.

Quelle: rnk

Auetal. Schon vor gut dreieinhalb Jahren, im Januar 2012, hatte die CDU-Fraktion einen Antrag gestellt, Fördergelder für Käufer von Wohneigentum bereitzustellen. Unter dem Motto „Jung kauft Alt“ sollte den Folgen des demografischen Wandels zugunsten der eigenen Region entgegengewirkt werden. Jetzt endlich sollen Bürger und Neu-Bürger der Gemeinde durch diese Richtlinie die Möglichkeit auf Bezuschussung beim Kauf eines Altbaus erhalten.

 Die Förderung beim Kauf von Altbauten habe mancherlei Vorteile, argumentiert die Verwaltung. Zunächst bringe eine solche Richtlinie einen finanziellen Anreiz, gerade für junge Familien. Darüber hinaus könnte ein Zuzug von Neubürgern hinein ins Gemeindegebiet die Folge sein. Und so ein Bevölkerungszuwachs würde sich in weiten Teilen auswirken: Höhere Kinderzahlen in den Kindergärten und der Grundschule, höhere Teilnehmerzahlen bei ortsansässigen Vereinen – und durch einen Anstieg einiger Steuererträge wie etwa der Einkommenssteuer oder der Grundsteuer würde die Gemeinde Auetal wirtschaftlich gestärkt.

 Förderungsfähig ist der Erwerb von Altbauten (gemeint sind damit Häuser und Wohnungen), die ein Mindestalter von 35 Jahren aufweisen können, da gerade in diesem Alter einige leer stehende Gebäude im Gemeindegebiet zu finden sind. Das Alter entspricht dem Durchschnittswert anderer Kommunen.

 Mit einer solchen Förderung können Altbauten neue Eigentümer finden, und die Käufer würden dadurch an das Auetal gebunden.

 Und wer wird gefördert? Alle natürlichen, volljährigen Personen können eine Förderung schriftlich bei der Gemeindeverwaltung beantragen und bei Vorliegen aller Voraussetzungen und ausreichend zur Verfügung stehender Haushaltsmittel auch erhalten.

 Damit wird keine Personengruppe von einer Förderung nach dieser Richtlinie ausgeschlossen, da gerade kleinere Kommunen wie die Gemeinde Auetal jeglichen Zuzug von Neubürgern oder den Verbleib im Gemeindegebiet anstreben.

 Für Kinder, die mit in dem Haushalt der Antragsteller leben, gibt es zusätzliche Zuschüsse, da auf diese Weise gerade jungen Familien ein Anreiz zum Kauf einer Altimmobilie geboten wird. Diese verfügten zum einen nicht immer über ausreichend finanzielle Mittel, zum anderen bringe ein Zuwachs von Kindern und Jugendlichen, wie erwähnt, eben viele Vorteile, betont die Verwaltung.

 Ein Verkauf von Altbauten an Verwandte bis zum zweiten Grade ist nicht förderungsfähig. Damit soll einem Ausnutzen reiner finanzieller Vorteile der Richtlinie entgegengewirkt werden. Gleichwohl soll die Übertragbarkeit der Besitzverhältnisse innerhalb der Familien nicht gänzlich ausgeschlossen werden, argumentiert die Verwaltung.

 Die Förderung wird von der Gemeinde schriftlich bewilligt. Soweit die Fördervoraussetzungen vorliegen und ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, erfolgt die Auszahlung – unmittelbar nach Vorlage der erforderlichen Nachweise und Bestätigungen, wie Anmeldebestätigung und notariellem Kaufvertrag.

 Gefördert wird mit einer einmaligen Zahlung. Die Förderungshöhe ergibt sich aus dem Kaufpreis und kann durch die Kinderanzahl entsprechend aufgestockt werden.

 Der Grundbetrag entsteht wie folgt: Bei einem Kaufpreis bis zu 50.000 Euro gibt es 2000 Euro; bei einem Kaufpreis bis 100.000 Euro beteiligt sich die Gemeinde mit 3000 Euro; bei einem Kaufpreis ab 100.000 Euro gibt es 4000 Euro.

 Diese Art der Förderung praktizieren bereits einige andere Kommunen, an denen sich die Gemeinde Auetal orientiert, verweist man im Rathaus auf bereits existierende Fördertöpfe.

 Wird die Immobilie von einer Familie mit Kindern erworben, erhöht sich die Fördersumme um 500 Euro je Kind, maximal jedoch um 2000 Euro.

 Im Haushaltsjahr 2015 sind für die Förderung lediglich 5000 Euro veranschlagt. 15000 bis 20.000 Euro Fördermittel sollten nach Einschätzung der Verwaltung im Haushalt 2016 bereitgestellt werden.

 Damit könnten etwa drei bis vier Käufer von Altbauten im nächsten Jahr eine Förderung erhalten. Sind die Haushaltsmittel erschöpft, können erst im Folgejahr wieder Mittel gewährt werden.

 Soll heißen: Wer zuerst kommt, der wird auch zuerst gefördert.  rnk

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