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Wilderer von Bernsen: Das Gericht schließt die Akten

Auetal-Bernsen / Entscheidung Wilderer von Bernsen: Das Gericht schließt die Akten

Acht Monate nach dem Urteil gegen die Wilderer von Bernsen ist die Entscheidung rechtskräftig. Mitte Dezember hatte die Berufungskammer am Bückeburger Landgericht Geldstrafen verhängt, in einem Fall 5400 Euro, im anderen 1820. Abgesehen hatten es die Männer, beide aus Bad Oeynhausen, auf die Mufflon-Herde im Revier nahe der Autobahn.

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Auetal-Bernsen (ly). Akte geschlossen: Einstimmig hat der zuständige Strafsenat des Oberlandesgerichts (OLG) in Celle die Revision der Angeklagten gegen das Urteil verworfen. Eine Überprüfung, so schreibt das OLG, habe „keine Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten“ ergeben. Beweisanträge der Verteidigung seien von der Kammer unter dem Vorsitz von Richter Jens Rass zu Recht abgelehnt worden. In der Revision geht es nicht mehr um Tatsachen, nur noch um Rechtsfehler.

Nun steht endgültig fest, dass sich die Männer, zum Zeitpunkt ihrer Verurteilung 50 und 57 Jahre alt, der gemeinschaftlichen Jagdwilderei in einem besonders schweren Fall schuldig gemacht haben. Auf Schleichwegen waren sie in der Nacht zum 20. September 2007 zu einer abgelegenen Stelle in der Bernser Feldmark gefahren, um dort im Schutz einer Hecke auf Wild zu warten. Dabei gab einer von ihnen einen Schuss ab. Ein Jagdpächter, der in der Nähe wohnt, machte sich auf den Weg und ertappte die Wilderer auf frischer Tat.

Im Auto der Männer lagen Gewehre, die Verdächtigen konnten jedoch Jagdscheine vorweisen. Ein erlegtes Wildschaf war damals nicht gefunden worden. Amtsrichter Armin Böhm, der den Fall in erster Instanz verhandelt hatte, sprach deshalb von einem „Mord ohne Leiche“. Acht Muffelwidder waren bis zu jener Nacht aus dem Bernser Revier verschwunden. Danach kehrte Ruhe ein. Während einer Hausdurchsuchung im April 2008 hatte die Mindener Polizei bei einem Mann Gewehre, einen Schalldämpfer sowie eine Beleuchtungseinheit für den Lauf entdeckt. Der Jagdschein wurde daraufhin entzogen.

In beiden Bückeburger Prozessen hatten sich die Wilderer in Widersprüche verstrickt. So behaupteten sie, zur Jagd in Brandenburg gewesen zu sein. Auf dem Heimweg hätten sie in Bernsen Rast machen wollen. Dumm gelaufen: Kein Zeuge konnte vor Gericht bestätigen, die Oeynhauser in Brandenburg gesehen zu haben. Das Alibi flog auf.

Zumindest ein Angeklagter wird die Justiz weiter beschäftigen. Im Mai vergangenen Jahres hatte ihn das Amtsgericht Gifhorn zu sechs Monaten Haft verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. Auf einer Drückjagd im Staatsforst von Sprakensehl (Landkreis Gifhorn) soll der Oeynhauser im November 2008 unerlaubt eine Schusswaffe geführt haben.

Wie die Pressestelle des Landgerichts Hildesheim auf Anfrage weiter mitteilt, hat der Angeklagte die Entscheidung angefochten. Einen Termin zur Berufungsverhandlung gebe es noch nicht. Mit auf der Anklagebank saß auch in Gifhorn der zweite Mann. Gegen ihn verhängte das Gericht 1350 Euro Geldstrafe, umgerechnet drei Monatseinkommen.

Im Gegensatz zu seinem Jagdfreund hat er das Urteil akzeptiert. Etwa 14 Monate vor der Tat von Sprakensehl hatten beide Männer in Bernsen gewildert.

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