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Kirchstraße ist fällig Wird gemacht

Am Ende geht es schnell, sehr schnell sogar. Punkt für Punkt ist der Bauausschuss der Gemeinde Auetal die Haushaltsansätze durchgegangen, hat hier kritisch hinterfragt und dort leichte Bedenken geäußert, als die Kirchstraße in Rolfshagen zur Debatte steht.

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Belastende Einsätze

 Im Rahmen der Dorferneuerung soll auch der obere Bereich der Kirchstraße saniert werden, sind sich Politik und Verwaltung einig.

Quelle: rnk

Rehren. Doch diskutiert wird nicht, denn der Bürgermeister zieht einen Zettel aus seinem Unterlagenstapel hervor. Und Heinz Kraschewski liest vor – es ist ein neuer Beschlussvorschlag: Die Haushaltsansätze werden zunächst unverändert zur Kenntnis genommen, und dem Verwaltungsausschuss wird für die Kirchstraße die große Ausbauvariante vorgeschlagen, also die komplette Sanierung im oberen Bereich im Rahmen der Dorferneuerung. Anschließend folgt das Aber, schließlich gilt die Schuldenbremse: Die Gemeinde will keine neuen Kredite aufnehmen müssen.

Also soll die Verwaltung für die weiten Haushaltsberatungen umfassende Einsparvorschläge im Finanzhaushalt erarbeiten. Und die Betonung des Satzes legt der Bürgermeister auf das Wort „umfassend“. Auch die Politiker sollen sich in den Fraktionssitzungen überlegen, wo noch gespart werden kann.

 Im Baubereich 2016 hatte der Ausschuss schnell ein paar Posten abgehakt. Ein Aufzug für das Rathaus für 45000 Euro? Der Posten stehe nur im Haushalt, um die Politik daran zu erinnern, dass das Rathaus nicht behindertengerecht sei. Der Gerätehausanbau der Wehr Hattendorf? Wurde im Fachausschuss schon geschoben, soll 2017 oder spätestens 2018 kommen. 50000 Euro stehen an Kosten an, der Bauhof will diese Summe auf 35000 Euro reduzieren. Da würden aber die Personalkosten des Bauhofes noch oben draufkommen, hakte Christian Wenthe (CDU) nach. Ja, antwortete die Verwaltung. Jürgen Menke (WGA) fand es „unfair“ gegenüber den Wehren, die durch Eigenleistung bei ihren Bauten die Kosten reduziert hätten, während in Hattendorf beim Rohbau diese Eigenleistung fehle: „Ein Anbau besteht nicht nur aus Mauern.“ Natürlich werde es in Hattendorf Eigenleistung geben, erklärte Kraschewski: „Nur eben nicht beim Rohbau.“

Nächster Punkt: ein Matschbereich im Außenbereich des Kindergartens Escher für 3500 Euro? Das kostet so viel, weil die Geräte eine Zulassung benötigen, eine Wasserrutsche gekauft werden soll und ein zusätzlicher Sandkasten gebaut wird. Voraussichtlicher Zuschuss: 3500 Euro, das kann also bleiben.

Aber ein neuer Raum für die Kita Rehren, der draußen liegt und „werkkreativ“ genutzt werden soll? Für 8000 Euro, reine Materialkosten? Manfred Spenner (SPD) war nicht begeistert: „Das ist sehr viel für wenig.“ Schließlich könne man den Außenraum nur vier oder fünf Monate nutzen.

Die Borsteler Straße ist zwar schon lange fertig, aber im Haushalt stehen noch immer 20000 Euro, weil noch nicht abgerechnet wurde. Das Straßenbauamt streitet sich noch mit der ausführenden Firma, es gab Mängel, eine Endabrechnung konnte noch nicht aufgestellt werden. Bauamtsleiter Friedhelm Liwack riet zur Geduld: „Wir haben auch schon mal zehn Jahre gewartet.“

Nicht angefasst wurde der Gehweg von der Steinbeeke zur Grundschule, der nicht ganz billig ausfallen wird: 4500 Euro für Grunderwerb, 15000 Euro kostet das Material, und noch einmal 10000 Euro kommen für die Beleuchtung oben drauf. Menke mochte es kaum fassen: „Kein Zuschuss? Dafür gibt es keinen Topf? Nicht einen?“

40000 Euro für ein Bauhoffahrzeug? „Kann sein, dass der Mehrzwecktraktor noch ein Jahr hält“, antwortete Liwack, das komme auf die Witterung an. Generell gelte: Es gibt auf dem Markt keine günstigen Gebrauchten.

9000 Euro würde die Umrüstung des Eingangstores zum Bauhof kosten. Das sei eine Maßnahme, die sein müsse, erklärte Spenner. Andere Bauhöfe hätten ganztägig Personal, das Auetal nicht – und das Problem sei dies: „Die Menschen bringen, was wir nicht wollen, und holen, was wir lieber behalten möchten.“ So viel Poesie war lange nicht mehr in der Auetaler Kommunalpolitik.

435000 Euro standen so – netto – unter dem berühmten Strich, eine Investitionssumme, die dem Kreditbedarf entsprechen würde. „Alle erschlagen?“, fragte Spenner in die Runde, Menke gab Entwarnung: Das sei eine Wunschliste, und man könne einiges herunterrechnen und schieben.

Kurz zur Sprache kamen die anderen dicken Brocken: Die Sanierung des Freibades Rolfshagen, in dem die Fliesen im Spaß- und Kinderbecken sowie die Außenwand mit Beckenkopf im Rutschenbecken erneuert werden müssen (55000 Euro), wird geschoben: allein schon, weil nach den Arbeiten ein Monat Austrocknungszeit nötig ist. Frühestens nach dieser Saison wird begonnen, zuvor will sich Liwack noch einmal im Bad mit einem Experten treffen, um über eine Edelstahlvariante zu sprechen.

Ein Umbau im Kindergarten Rolfshagen, der die Bereiche neu ordnet, schlägt mit 30000 Euro zu Buche, weil der Bauhof die Kosten durch Eigenleistung um ein Drittel reduzieren wird.

Das Problem: Unter dem Dach nutzen TuSG und Spielmannszug einen Raum, und es gebe keine Möglichkeit, sie woanders unterzubringen, meinte Liwack. Der Ausschuss will sich das demnächst genauer ansehen. Es wurde ein Ortstermin vereinbart.rnk

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