Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Wurzeln im Schlafzimmer

Dorferneuerung in Rolfshagen Wurzeln im Schlafzimmer

Wenn es eine Erkenntnis gibt, die ein Planer im Rahmen der Dorferneuerung Rolfshagen von der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises mit nach Hause nehmen kann, dann ist es wohl diese: Man sollte als Experte über ein Computerprogramm verfügen, mit dem sich Baumkronen in mindestens zweierlei Größe in die später vorzustellenden Pläne platzieren lassen.

Voriger Artikel
Kids-Börse im Autal
Nächster Artikel
Mehr Power für Schüler

Der Bereich zwischen den beiden Katsanien vor der Kirche wird ebenfalls saniert, im unteren Berich der Kirchstraße ist schon zu sehen, wie die neue Straßenführung über die Parkplätze der Firma Strottman führen wird, und rechts unten sind die im Text angeführten Bäume an der Obernkrichener Rathenaustraße abgelichtet, die vor etwa 15 Jahren gepflanzt wurden.

Quelle: rnk

Rolfshagen. Konkret ging es um die fünf Bäume, die am Rande der Kirchstraße aufgestellt werden sollten, um die dortigen Parkbereiche voneinander abzugrenzen. Die Bäume selbst waren bei der vorigen Sitzung des Arbeitskreises schon durchgewinkt worden, aber weil Planer Andreas Kluge einen Entwurf aufhängte, auf dem die fünf Bäume mit der gleichen Stärke aufgezeichnet waren wie die beiden mächtigen Kastanien vor der Kirche, gab es schnell eine neue Debatte. „Wir bleiben auf dem Laub hängen“, argumentierte eine Anwohnerin – und: „Wenn die Wurzeln ins Schlafzimmer kommen, zahlt das dann die Gemeinde?“

 Planer Kluge und Friedhelm Liwack vom Bauamt der Gemeinde gaben sich überrascht: Das sei doch der Planungsstand, der beschlossen worden sei. „Darauf haben wir aufgebaut.“ Kurzum: Wie groß werden die Bäume, werden sie ein Kronenniveau wie die Kirchen-Kastanien aufweisen? Nein, erklärte Liwack, das werden sie nicht.

 Man müsse kleinwüchsige Bäume suchen, meinte Ortsvorsteher Rüdiger Teich: „Noch können wir reagieren.“ Liwack sprach von Bäumen mit einem Stammdurchmesser von sechs Zentimetern, damit werde das Sichtdreieck nicht behindert, mächtige Büsche kämen daher nicht in Betracht.

 „Wenn wir alle Bäume weglassen, haben wir dann noch Dorferneuerung?“, fragte Liwack süffisant. Anschließend schlug Teich dies vor: vier Büsche und oben, an der Einmündung des Hülsenbrinkes in die Kirchstraße, einen schmalen schlanken Baum. Aber selbst den wird es wohl nicht geben, wie sich zeigte, als Corinna Weiss von einem Brief des Rolfshäger Künstlers Frank Eimermacher an sie berichtete, in dem er anbot dort ein von ihm geschaffenes Kunstwerk aufzustellen – gratis. Teich schlug vor, dass der Künstler ihm einige Bilder und den Brief zuschicken solle, und Liwack konstatierte: Vielleicht sei die Idee gar nicht so schlecht.

 Der Rest der Pläne drehte sich um Kleinkram: Unten wird es im Bereich der Kirchstraße noch eine kleine Einengung geben, vor dem Haus Nummer 2, das schaffe Luft für die nahe an der Straße stehende Hausfassade und soll dem Verkehr, der auf die Kreisstraße fahren möchte, ein bisschen abbremsen. Es bleibt bei zwei Behindertenparkplätzen, im Bereich der Einmündung Hülsenbrink/Kirchstraße fließen die Anregungen der Anwohner in die Planungen ein, und weil bei Starkregen der Grünbereich des Hülsenbrinkes nicht unerhebliche Niederschlagsmengen bewältigen muss, soll das Wasser über den Notüberlauf an den Regenwasserkanal abgeschlagen werden.

 Ein kleines Fragezeichen hängt noch hinter dem Regenwasserkanal, der die Kirchstraße hinunterführt: Es liegen noch keine Erkenntnisse über seinen Zustand vor, und es wäre mehr als dumm, so Liwack sinngemäß, wenn man viel Geld in die Hand für die Oberfläche nehme, ohne sich zu vergewissern, welche Substanz der Kanal noch habe. Bis Anfang nächster Woche will man seitens der Verwaltung Bescheid wissen, eine Firma ist mit der Prüfung beauftragt.

 Das alles hat seinen Preis: Rund 100000 Euro wird die Maßnahme der Kirchstraße kosten, „und wir kriegen den Preis auch nicht 20 oder 30 Prozent runtergedrückt“, stellte Liwack gleich klar. Eine Sanierung des Regenwasserkanals ist in dieser Summe noch nicht enthalten.

 Teich sah es so: Ein neuer Antrag wird jetzt gestellt, mit den neuen Zahlen, und bis zu 63 Prozent können als Zuschüsse gewährt werden. Bleibt aber ein Defizit von 30000 Euro, und daher, so Teich, werde man noch mal in Klausur gehen und die Ergebnisse den politischen Gremien vorstellen. Viel Zeit bleibt nicht, denn der Antrag muss bis Ende des Monats eingereicht werden, soll die Maßnahme 2016 umgesetzt werden. rnk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg