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Zehn Jahre Loccum-Volkenroda

Bilanz Zehn Jahre Loccum-Volkenroda

Mit Idealismus und Begeisterung lässt sich manches Projekt stemmen, doch nach drei Jahren hatte die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover 2008 ihre Grenzen erreicht – und so übergab sie die Trägerschaft für den Pilgerweg Loccum-Volkenroda an das Haus kirchlicher Dienste in Hannover. Nach einiger Zeit kümmerte sich Susann Röwer aus Borstel um das Projekt.

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Auetal. Seit sieben Jahren ist sie die Koordinatorin für den Pilgerweg, und seit die damalige Landesbischöfin Margot Käßmann den Pilgerweg offiziell eröffnet, sind genau zehn Jahre ins Land gegangen.
Zehn Jahre, in denen die Zahl der Pilger stetig anwuchs, aber auch zehn Jahre, in denen Röwer mit ihren Helfern und Mitarbeitern professionelle Strukturen entwickelte für den mehr als 300 Kilometer und mit seinen drei Neben-Pilgerwegen sogar 600 Kilometer langen Weg. Die Borstelerin kann sich noch gut an die ersten Tage erinnern. In Kathrinhagen standen die ersten Pilger vor der Tür, wie in anderen Kirchengemeinden auch, und nirgendwo gab es eine Infrastruktur. Die Landeskirche hatte zwar die betroffene Kirchengemeinde über den neuen Pilgerweg informiert, „aber das war es denn auch“, sagt Röwer.
2008 haben sich dann alle Beteiligten mal an einen Tisch gesetzt und darüber nachgedacht, was Pilger eigentlich brauchen. Nun, es waren nur fünf oder sechs Punkte, Pilger sind genügsam, aber ganz wichtig sind ihnen offene Kirchen, ein bereitstehendes Getränk, der Pilgersegen, seelsorgerische Gespräche (wenn die Zeit vorhanden ist), und eine Toilette wäre auch nicht verkehrt. Und ganz, ganz wichtig: Es müssen verlässliche Angebote sein. Und wenn die Kirche nicht geöffnet ist, dann muss der Schlüssel eben in einem Umkreis von 300 Metern bereit liegen – verlässlich.
Nach zehn Jahren kann der Pilger heute auf eine Infrastruktur zurückgreifen, die ziemlich breit aufgestellt ist und erst einmal auf einfachen Zeichen basiert. Wer beispielsweise die Kirchengemeinde Wendthagen aufruft, kann als Pilger sehen, was dort angeboten wird: Kirchenführungen, Pilgerstempel, Gästebuch, Getränke, WC, Herberge, Kirchenschlüssel. Und im Internet kann sich auf dem Pilgerweg-Navigator sogar einen Text herunterladen, der bestens erklärt, wie man auf den Etappen zu gehen hat, etwa von Stadthagen nach Rehren. Und auch die Service-Angebote werden aufgelistet: In Rehren etwa wird auf den Supermarkt hingewiesen, man kann im Ort essen, und einen ÖPNV gibt es ebenfalls. Detailkarten mit Verweisen auf Sehenswürdigkeiten verstehen sich fast von selbst. „Es war eine Menge Arbeit“, sagt Röwer.
Arbeit macht auch die Pflege der Wege. Dafür wurde der gesamte Bereich von Loccum bis Volkenroda in sechs Bereiche aufgeteilt, einmal im Jahr gibt es ein Treffen der Regionalbeauftragten, die über ihre Arbeit berichten. Ein Beispiel: In Bodenwerder ist nach einem Sturm eine Brücke nicht mehr passierbar, dann wird sofort die Navigation geändert, dann wird für den Pilger ein neuer Weg gefunden und ins Netz gestellt. Etwa 150 Menschen kümmern so um den Weg.
Wie viele Menschen pilgern jährlich von Loccum nach Volkenroda, oder umgekehrt? Das sei schwer zu beziffern, meint Röwer, schließlich werde über das Haus kirchlicher Dienste nur der Pilger erfasst, der mit einem Pass unterwegs sei: 2400 Pässe wurden 2009 ausgeteilt, 3300 sind es aktuell.

Von Frank Westermann

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