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Zweimal Spritklau: „Wie dreist ist das denn?“

Auetal/Bückeburg / Prozess Zweimal Spritklau: „Wie dreist ist das denn?“

Frech ist gar kein Ausdruck: Zweimal an einem Tag hat ein Rumäne aus Dortmund an Tankstellen im Auetal Benzin gefasst, ohne zu bezahlen. „Da muss man sich an den Kopf fassen“, sagt Staatsanwalt Timo Goldmann. „Wie dreist ist das?“

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Auetal/Bückeburg. Zum ersten Mal fuhren der Rumäne (22) und ein Freund um 10.58 Uhr vor, um an der Raststätte Auetal-Süd 38,77 Liter Sprit für 65,48 Euro zu tanken. Weil das prima geklappt hatte, versuchten sie es um 16.15 Uhr an einer Zapfsäule auf dem Rasthof Auetal-Nord. Die Beute: 21,58 Liter Super im Wert von 37,10 Euro.

 Ein aufmerksamer Mitarbeiter hatte jedoch das Kennzeichen notiert. Das Auto, ein älterer Audi A6 mit britischen Nummernschildern, gehört einem Bekannten der Verdächtigen. Noch am selben Tag, dem 17. Juli, wurden die Männer auf der Autobahn gefasst. Was sie im Schaumburger Land wollten, blieb vor Gericht offen.

 Beide kommen mit Bewährungsstrafen davon. Das Verfahren gegen den zweiten Mann war bereits im Vorfeld mit einem Strafbefehl beendet worden. Dagegen hat der 22-Jährige bis zur Verhandlung vor dem Bückeburger Amtsgericht fast drei Monate lang in Untersuchungshaft gesessen, weil er in Dortmund keinen festen Wohnsitz vorweisen konnte und Fluchtgefahr bestand. Damit die in seinem Fall verhängte Bewährungsstrafe von sechs Monaten spürbar wird, kommen 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit hinzu.

 „Sie haben das Recht, hier zu leben. Das Recht, hier Straftaten zu begehen, haben Sie nicht“, gab Richter Dirk von Behren dem Rumänen mit auf den Heimweg ins Ruhrgebiet. In Deutschland lebt der 22-Jährige ohne festes Einkommen. „Und dann begeht man eben Diebstähle, um davon zu leben“, so von Behren mit einem Anflug von Sarkasmus. „Sie haben es geschafft, in wenigen Wochen vier Straftaten zu begehen.“

 Die U-Haft wird dem jungen Familienvater in Erinnerung bleiben. „Das hat mich sehr beeindruckt“, sagt er selbst. Hinzu kam, dass seine Frau schwanger war. Vor lauter Kummer soll bei dem Dortmunder im Gefängnis sogar ein Magengeschwür festgestellt worden sein. Verteidiger Michael Einars leitet aus den körperlichen Folgen „eine deutliche Warnwirkung“ ab. „Ich habe verstanden“, sagte Einars’ Mandant nach dem Plädoyer von Staatsanwalt Timo Goldmann.

 Vor Gericht ging es nicht nur um die beiden Fälle von Tankbetrug im Auetal, sondern auch um zwei Diebstähle, begangen in Dortmund. Aus einem Versicherungsbüro hatte der 22-Jährige Ende April ein Handy mitgehen lassen, das unbeobachtet auf dem Schreibtisch lag. Eine Woche danach stahl er aus Räumen der Uni Dortmund ein Laptop und ein Handy.

 Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht vor allem dessen Geständnis. Außerdem war der Dortmunder bis zum Prozess nicht vorbestraft. Und er ist „durch die Inhaftierung beeindruckt“, so Staatsanwalt Goldmann. ly

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