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100 Räume – eingeschränkte Möglichkeiten

Achum / Schäferkaserne 100 Räume – eingeschränkte Möglichkeiten

Seit 1. April 2012 steht das ehemalige Offiziersheim der Achumer Schäferkaserne leer. Wie lange das noch so bleibt, ist offen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BfI) in Hannover hatte das Heim zum Verkauf ausgeschrieben.

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Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat von der Bundeswehr das Offiziersheim der Schäferkaserne in Achum übernommen und sucht nun einen Käufer. Erste Interessenten soll es bereits geben, die Möglichkeiten der Nachnutzung sind eingeschränkt.kk

Achum. Erste Anfragen gab es schon, auch Besichtigungstermine wurden bereits vereinbart, doch die Vermittlung des Gebäudekomplexes mit mehr als 100 Räumen ist offenbar nicht ganz „hindernisfrei“.

 Wie aus der BfI verlautete, wird es möglicherweise nicht ganz einfach werden, einen Käufer für das Offiziersheim zu finden. Unter anderem sind die Nutzungsmöglichkeiten derzeit recht eingeschränkt und können nur im Einvernehmen mit der Stadt geändert oder erweitert werden. Die Fläche in baurechtlich für den „Gemeinbedarf“ ausgewiesen. Das bedeutet, dass sie nur für eine „öffentliche Aufgabe“ genutzt werden dürfte. Die BfI nennt in ihrem 18-seitigen Exposé einige Beispiele: In Frage kämen Bildungs-, Freizeit-, Kultur-, Heil- oder Betreuungseinrichtungen.

 Eine gastronomische Nutzung ist dabei aber zunächst einmal nicht vorgesehen. Bürgermeister Reiner Brombach machte auf Anfrage aber deutlich, dass die Stadt diesbezüglich gesprächsbereit sei. Er könnte sich durchaus ein Ausflugsziel oder eine andere touristische Nutzung in diesem Bereich vorstellen. Brombach verwies in diesem Zusammenhang auf Fahrradtouristen, für die auch Bückeburg noch attraktiver gemacht werden soll. Er hob die landschaftlich reizvolle Lage des Objektes am Ortsrand von Achum hervor.

 „Die Stadt selbst wird aber kein Kaufinteresse bekunden,“ verdeutliche der Bürgermeister, der auf eine privatwirtschaftliche Nutzung setzt. Einer Nutzung durch das „Rotlichtmilieu“, zum Beispiel in Form einer Nachtbar, erteilte er eine Absage. Städtische Gremien hätten sich bisher noch mit dem Verkauf befasst, würden dies aber zu gegebener Zeit tun.

 Der allgemeine Bauzustand der dreiflügeligen Anlage und der Nebengebäude gilt als recht ordentlich, es wurde in der Vergangenheit immer wieder modernisiert. Allerdings sind nicht alle Sanitäranlagen und Elektroleitungen auf dem Stand der Zeit, so gibt es für die Unterkunftsräume nur Gemeinschaftsbäder. Auch die Innenausstattung mit Kassettendecken, rustikalen Natursteinen sowie Holz- und Terrazzoböden mag nicht mehr unbedingt dem Zeitgeschmack entsprechen. Die Gasheizung ist 20 Jahre alt, jüngster Baukörper ist der sogenannte „Kral“: Der urige Kneipenraum im Garten war im Jahr 2000 von der Offizierheimgesellschaft auf eigene Kosten errichtet worden.

 Es gibt allerdings nicht nur bauliche oder baurechtliche Hindernisse, die manche zukünftige Nutzung erschweren könnten. Problemlos ist die Zufahrt wegen der geringen Durchfahrtshöhe der Bahnunterführung nur für Pkw möglich. Die finden allerdings mit 100 Stellplätzen auf dem Gelände genügend Parkraum. Lärmprobleme könnten da schon schwerer wiegen. Die benachbarte Bahntrasse und der Heeresflugplatz gelten als Hauptimmissionsquellen in Achum.

 Errichtet wurde der Gebäudekomplex im Jahr 1949 für die britische Royal Air Force. Die hatte 1946 mit dem Bau des Achumer Flugplatzes begonnen. 1958 waren die Anlagen von der Bundeswehr übernommen worden. Die wird auch in Zukunft die Schäferkaserne mit Flugplatz, technischen Anlagen, Stabs- und Schulgebäuden und den modernen Flugsimulatoren weiter nutzen. Für das etwa 1000 Meter abseits gelegene Offiziersheim hat sie allerdings keine Verwendung mehr. kk/r

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