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90.000 Tonnen Altholz im Jahr

Besuch bei Tönsmeier 90.000 Tonnen Altholz im Jahr

Im Hafen Berenbusch haben sich der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann (CDU), die Landtagskandidatin Colette Thiemann (CDU) und Axel Wohlgemuth (Vorsitzender der CDU-Fraktion Bückeburg) beim Unternehmen Tönsmeier Holzkontor GmbH umgesehen.

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Die heimischen CDU-Politiker informieren sich im Holzkontor.

Quelle: mig

Berenbusch. Mit Simon Obert, Geschäftsführer des „Bundesverbandes der Altholzaufbereiter“, traten sie in einen „Altholzdialog“ ein.

Im Firmengebäude erfahren die Politiker, was sich seit 2014 – seit damals ist Tönsmeier alleiniger Gesellschafter des Holzkontors – alles getan hat. Etwa, dass in Berenbusch 14 Personen arbeiten (neun davon gewerblich) und dass es vor allem die direkte Verkehrsanbindung ist, die diesen Standort so interessant macht. Außer dem Mittellandkanal gibt es die Möglichkeit der Straße (A2/A30) und der Schiene (direkt über das Betriebsgelände). Das Holzkontor ermögliche eine gezielte Entwicklung in Ostwestfalen-Lippe und im südlichen Niedersachsen, erläutert Niederlassungsleiter Jörg Große-Wortmann seinen Gästen. Kunden könnten auf diese Weise noch umfassender betreut werden.

Das Altholz erreicht Tönsmeier auf unterschiedlichen Wegen – etwa in Form von Produktionsabfällen aus Industrie und Gewerbe oder aus Sperrmüllsammlungen aus Privathaushalten. Wann immer es möglich ist, wird es bereits an den Anfallstellen sortiert, andernfalls in speziellen Holzaufbereitungsanlagen. Als vorrangiges Ziel bezeichnet Große-Wortmann die Erhaltung im Stoffkreislauf. So gelangen jetzt schon gut 20 Prozent der knapp acht Millionen Tonnen Altholz, die in Deutschland jährlich anfallen, in die stoffliche Verwertung zu Spanplattenherstellern. „Wenn eine Verwertung als Sekundärrohstoff nicht mehr in Frage kommt“, so Große-Wortmann weiter, „wird das Altholz in Biomassekraftwerken für die Gewinnung von Prozessdampf oder Elektrizität genutzt.“

Im Holzkontor selbst (sowie an den Standorten Hannover, Lengede, Georgsmarienhütte, Magdeburg, Lohfelden und Stadum) wird übrigens Altholz verschiedener Qualitäten aufbereitet. Schritt eins ist die Trennung in Kategorien: Ist das Holz naturbelassen, verleimt, beschichtet oder behandelt? Es folgen die separate Zerkleinerung und die Befreiung von Fremdobjekten wie zum Beispiel Nägel oder Beschlägen.

Tagesdurchsatz von maximal 500 Tonnen

Bei einem Rundgang über das Gelände ging Große-Wortmann dann ins Detail. Der Leiter der Niederlassung erläuterte, wie und wo das Altholz aufbereitet wird, und führte die Gruppe zum Siebturm mit Metallabscheidern. Denn die unterschiedlichen Althölzer (kontaminierte Bahnschwellen oder Äste und Sträucher aus der Landschaftspflege) müssen erst einmal sortiert und „gereinigt“ werden. Der aktuelle Tagesdurchsatz liegt bei maximal 400 bis 500 Tonnen. Im Jahr sind das (für Bückeburg) 90000 Tonnen inklusive Vermarktung.

Für Simon Obert, den Geschäftsführer des Bundesverbands der Altholzaufbereiter und -verwerter, steht damit fest, dass die Betriebe einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten. Mit Blick auf einen drohenden Entsorgungsnotstand für Altholz (bereits im vergangenen Jahr waren die Verwerter zeitweise „ausgebucht“) wünscht sich Obert ein Marktintegrationsmodell für Altholzanlagen. Ohne Übergangsförderung für die Marktintegration der energetischen Verwertung von Altholz würde die Mehrzahl der bestehenden Altholzkraftwerke ihren Betrieb bis Ende 2026 einstellen, prognostiziert er. Obert würde sich deshalb eine „Abfederung“ wünschen.

Der Bundestagsabgeordnete Beermann sieht das teilweise ähnlich. Allerdings: „Alle Unternehmen, die sich im Bereich der erneuerbaren Energien etabliert haben und ihren Umsatz damit erwirtschaften, müssen auch irgendwann die Marktreife erreichen, auf eigenen Beinen stehen und ohne staatliche Subventionen auskommen können.“ Man dürfe nicht vergessen, dass es sich bei den Zuschüssen, Förderungen und Subventionen um Steuergelder sowie um Einnahmen aus der EEG-Umlage handele, „die den Markt in Teilen damit künstlich stützen“, so Beermann weiter. Das dürfe kein Dauerzustand sein.

Laut Beermann sollte der Ausstieg aus diesen Förderungen jedoch vernünftig vorbereitet werden. „Ein Marktintegrationsprozess kann dabei hilfreich sein, damit das, was durch Steuergelder und der Umlage aufgebaut wurde, nicht wieder vom Markt verschwindet.“ Das wäre wenig nachhaltig. mig

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