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Auf Stippvisite

Achumer Schnatgang Auf Stippvisite

Jede Menge Informationen über die Ortschaft und den dort beheimateten Sportverein FC Hevesen hat der Achumer Schnatgang seinen knapp 40 Teilnehmern vermittelt.

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Die Schnatgänger passieren die Kreuzung Mühlenweg/Nordtorstraße.

Quelle: bus

Achum. Die nach Angaben von Ortsvorsteher Gerhard Schöttelndreier gemäß der vom Haus Schaumburg-Lippe angeordneten Inspektionstour führte vom Sportheim über die Stationen Mehrzweckhaus, Familie Schöttelndreier und Bundeswehrkaserne zurück zum Ausgangspunkt.

 Dort erfuhren die „Inspekteure“ unter anderem, dass der kleinste Bückeburger Ortsteil mit seinen derzeit rund 170 zivilen Einwohnern wesentlich älter ist als die Kernstadt. Am Standort der Heeresfliegerwaffenschule wurde bereits 1986 der 800. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung gefeiert. In der jüngeren Vergangenheit bildeten der Eisenbahnbau und die Besetzung durch die britische Royal Air Force zwei markante Einschnitte.

 Die Errichtung der Eisenbahnstrecke betraf Achum deswegen in besonderem Maß, weil die Trasse mitten durch die Ortschaft führte. Mit dem Eintreffen der britischen Luftwaffe mussten die Bewohner am 12. Mai 1945 das Dorf in kürzester Frist komplett Räumen. Etwa drei Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche gingen verloren, knapp 50 Häuser wurden beschlagnahmt.

 Während der „Berliner Luftbrücke“, als schwere Transportflugzeuge auf den Betonpisten des nun voll ausgebauten Militärflughafens starteten und landeten, mussten manche Achumer ihre Häuser zum zweiten Mal verlassen. Ein Teil der Gebäude fiel der Abrissbirne zum Opfer, andere wurden militärischen Zwecken zugeführt. Ein mehrere Meter hoher Drahtzaun teilte die Ortschaft in zwei Hälften. Die Verbindungswege nach Bückeburg und in die Nachbargemeinden waren abgeschnitten. Erst 1975, rund 15 Jahre, nachdem der Flugplatz von den Engländern an die Bundeswehr übergeben worden war, entstand mit der Achumer Straße wieder eine direkte Verbindung mit der Ex-Residenz.

 In diesem Jahr konnte der FC Hevesen schon auf eine damals mehr als fünf Jahrzehnte zurückreichende Tradition verweisen. Der FCH führt seine frühen Wurzeln auf einen anno 1919 in Echtorf gegründeten Sportverein zurück. Die Bezeichnung „Fußball-Club Hevesen“ tauchte 1946 im Zuge der Fusion der Echtorfer Gemeinschaft mit dem TuS Rusbend auf. Der Klub machte bald weithin von sich reden. 1947 gewann er die Kreismeisterschaft in Schaumburg-Lippe, dem Titelgewinn folgten etliche erfolgreiche Jahre in der Bezirksliga Hannover. Auf der anderen Seite der Erfolgsleiter stand 1964 der Abstieg in die zweite Kreisklasse.

 1969 feierte der FCH im 50. Jahr seines Bestehens die offizielle Eröffnung seines ersten Sporthauses auf der Achumer Wiese. Das Haus erfuhr in den Folgejahren mehrere Ergänzungen. 2007 entstand ein großzügiger Sanitärtrakt. 2013 kam im Anschluss an die Stilllegung des Mehrzweckhauses ein Anbau hinzu, den der FCH gemeinsam mit der Ortschaft Achum und den dort ansässigen Vereinigungen nutzt.

 Um das Mehrzweckhaus, das erfuhren die Wanderer während ihres mehrstündigen Rundgangs, ist es gegenwärtig schlecht bestellt. „Wir werden uns wohl oder übel auf einen Abriss einstellen müssen“, meinte Ortsvorsteher Schöttelndreier. Mögliche Käufer seien allenfalls bereit, einen noch unter dem Grundstückspreis angesiedelten Obolus zu zahlen. Das marode Ensemble, das in der Vergangenheit stets Start- und Zielpunkt des Schnatgangs gewesen war, fand bei der aktuellen Routenplanung nur noch als kurze Zwischenstation Berücksichtigung. bus

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