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Außergewöhnliches Jubiläum

Seit 25 Jahren Ortsvorsteher Außergewöhnliches Jubiläum

Für Gerhard Schöttelndreier steht in diesem Jahr ein außergewöhnliches Jubiläum an. Der Achumer hat seit einem Vierteljahrhundert ununterbrochen das Amt des Ortsvorstehers inne.

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Gerhard Schöttelndreier (links) begrüßt regelmäßig zahlreiche Teilnehmer zum einmal pro Jahr in Achum organisierten Schnatgang.

Quelle: Archiv

ACHUM. „Meine erste, 1991 ausgestellte Ernennungsurkunde trägt die Unterschriften von Bürgermeister Helmut Preul und Stadtdirektor Ernst Möller“, erzählt der Lokalpolitiker. Damals brach er als CDU-Mitglied die in Achum lange Zeit als unumstößlich geltende Vorherrschaft der Genossen.

Im Anschluss an eine Stippvisite bei der Unabhängigen Wählergemeinschaft, die im April 2011 ihren Rückzug in Aussicht stellte, kandidiert der 1943 in Achum geborene Industriekaufmann als Parteiloser auf der SPD-Liste. Das bescherte einigen Achumern arge Gewissenskonflikte. „Wegen Dir muss ich zum ersten Mal in meinem Leben die Roten wählen“, soll ein Weggefährte gesagt haben. Schöttelndreier erzielte abermals ein fulminantes Resultat – bei einer Wahlbeteiligung von 65 Prozent erhielt er 219 von 254 abgegebenen Stimmen (86 Prozent).

„Die 25 Jahre haben Kraft erfordert, haben mir aber durch den Kontakt mit den Mitbürgern auch viel Freude bereitet. Wenn die Mehrheit zustimmt, möchte ich auch weiterhin die Achumer Interessen als Ortsvorsteher vertreten“, sagt der rüstige 73-Jährige, der seit zehn Jahren auch direkt gewähltes Mitglied des Stadtrates ist.

Einzelkämpfer

„Auch wenn es für einige unbequem sein mag, möchte ich meine Meinung nicht von einer Parteivorgabe abhängig machen. Wenn ich wieder im Rat mitarbeiten darf, dann durch direkte Wahl und nicht über den Listenplatz einer Partei“, erklärt Schöttelndreier. Obwohl er kein SPD-Parteibuch besitze, habe er als deren Fraktionsmitglied gute Erfahrungen gemacht. „Als Einzelkämpfer“, lautet seine Erkenntnis, „kann man zwar im Wahlkampf den Wählern tolle Versprechungen machen. Man hat aber ohne Mehrheit im Rücken keine Möglichkeit, seine Versprechen auch einzulösen.“

Schöttelndreiers Hauptaugenmerk galt und gilt den Bereichen Straßenausbau-Beiträge, Baumschutz-Satzung und Sportstättennutzungsgebühren. Mit Blick auf den Straßenausbau stellt der Ratsherr fest: „Ich halte diese Zwangsabgabe für eine der ungerechtesten Abgaben. Der Ausbau ist Aufgabe aller Straßenbenutzer und nicht die Sache einzelner Anwohner. Die SPD hat zugesagt, dass es mit ihr auch in Zukunft in Bückeburg keine Straßenausbau-Beiträge geben wird.“

Zum Thema Hecken- und Baumschutz-Satzung führt er aus: „Wer auf seinem privaten Grundstück Bäume und Sträucher pflanzt, muss diese auch wieder entfernen dürfen. Genauso muss ein Grundstücksbesitzer Bäume und Büsche anpflanzen dürfen, ohne dass Behörden darüber zu befinden haben. Wir müssen dem mündigen Bürger nicht alles und jedes vorschreiben wollen.“

Förderung der Jugendarbeit leistenden Vereine liegt am Herzen

Hinsichtlich der Nutzungsgebühren legt er dar: „Mir liegt die Förderung der Jugendarbeit leistenden Vereine am Herzen. Hier lernen die Jugendlichen außer körperlicher Ertüchtigung Zusammenhalt, Kameradschaft und gegenseitige Rücksichtnahme. Deshalb habe ich mich frühzeitig klar dafür ausgesprochen und Mehrheiten dafür gefunden, dass die Kostenbeteiligung für die Sportvereine heute vom Tisch ist.“

Generell gilt für Schöttelndreier: „Wenn man Vorschläge macht, die Geld kosten, sollte man auch solche machen, die Geld sparen. Ich könnte mir vorstellen, in Zukunft auf städtische Mehrzweck-Spielplätze zu verzichten. Wir sollten bedenken, dass diese Spielfelder schnell mal mehr als 120000 Euro kosten und dafür maximal ein Dutzend Spielende aufnehmen können.“ Kinder seien in Sportvereinen oder bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren wesentlich besser und günstiger aufgehoben.

Im Rückblick misst der Amtsjubilar den Bautätigkeiten auf dem Areal des FC Hevesen besondere Bedeutung zu. Dort wurden im Oktober 2009 ein Sportheim-Neubau und im August 2013 ein Erweiterungsbau offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Letzterer dient den örtlichen Vereinigungen als Ersatz für das aufgegebene Dorfgemeinschaftshaus.

Das mit 375000 Euro veranschlagte Vorhaben verursachte im Übrigen keine Mehrkosten. „Damals habe ich nächtelang Vorschriften gewälzt und bin fast jeden Tag auf der Baustelle gewesen“, so Schöttelndreier. Und er erinnert sich auch an eine in diesem Zusammenhang mit dem damaligen Baubereichsleiter Karlheinz Soppe abgeschlossene Wette. „Herr Soppe schuldet uns noch ein Fass Bier.“ bus

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