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Comeback der Gelbbauchunke

Kleinenbremen Comeback der Gelbbauchunke

Die Gelbbauchunke kehrt zurück. In einem Portaner Steinbruch am Nordhang des Wesergebirges nahe Kleinenbremen haben Naturschützer mehr als 1000 Kaulquappen in Tümpeln ausgesetzt.

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In Freiheit: Olaf Lüppes, Geschäftsführer der Barbara Erzbergbau GmbH, entlässt Kaulquappen in einen von vielen Tümpeln.

Quelle: ly

Kleinenbremen. Natürliche Vorkommen gab es bereits vor der Wiederansiedlung an zwei anderen Stellen Porta Westfalicas. Im Kreis Minden-Lübbecke sind dies die einzigen Populationen. Über genaue Standorte schweigt man sich beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) aus, um die äußerst seltenen Froschlurche vor Menschen zu schützen. Für Gelbbauchunken gibt es offenbar einen Schwarzmarkt.

 „Hier im Steinbruch findet die Gelbbauchunke genügend Versteckmöglichkeiten und Winterquartiere“, freute sich Dr. Mirjam Nadjafzadeh, Projektleiterin beim Nabu Niedersachsen, bevor sie im Steinbruch etliche Kaulquappen zu Wasser ließ, aus denen später Unken werden. Dort waren die Tiere in den 1960er Jahren ausgestorben.

 Die Wiederansiedlung im ursprünglichen Verbreitungsgebiet, so Nadjafzadeh, sei ein bedeutender Schritt zur Stärkung und Vernetzung einer bedrohten Art sowie zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Zugleich soll dies der Grundstock sein, um die Portaner Populationen mit Vorkommen im Landkreis Schaumburg zu verbinden. Lebensräume können durch so genannte „Trittsteinbiotope“ verbunden werden.

 Dr. Beatrix Wallberg, Leiterin des Umweltamtes beim Kreis, hofft auf eine weitere Erfolgsgeschichte. Sie erkennt Parallelen zum Weißstorch, von dem es Ende der 1980er Jahre in Minden-Lübbecke nur noch drei Brutpaare gab. Heute sind es mehr als 50. Wallberg führt dies nicht zuletzt auf die erfolgreiche Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Naturschützern zurück, finanziell unterstützt unter anderem durch das Land.

 Das ist im Fall der Gelbbauchunke ähnlich. Als Kooperationspartner gewinnen konnte der Nabu die Untere Landschaftsbehörde des Landkreises, den Nabu Minden-Lübbecke und Nordrhein-Westfalen sowie die Barbara Erzbergbau GmbH, welche den Steinbruch betreibt. Das Unternehmen hat die Flächen zusammen mit dem Nabu vorbereitet.

 „Rohstoffgewinnung und Naturschutz schließen sich nicht gegenseitig aus“, erklärt Barbara-Betriebsleiter Florian Garbe. „Die stetige Dynamik durch Maschinen und die dadurch entstehenden Kleingewässer zeigen, wie hier eine Win-Win-Situation mit dem Artenschutz entstehen kann.“

 An Christian Höppner liegt es nicht, dass der „Lurch des Jahres 2014“ vom Aussterben bedroht ist. Der niedersächsische Nabu-Projektmitarbeiter hat Teile seiner Wohnung zur Zuchtstation für Gelbbauchunken umfunktioniert. Vor dem Aussetzen werden die Tiere in Terrarien vermehrt und herangezogen.

 Höppner weiß, wofür er das tut: Die kleinen Lurche gelten als „Pionierarten“ des Naturschutzes. Sie stehen Pate für dynamische Lebensräume mit hoher Artenvielfalt, in denen auch Kreuzkröten, Kammmolche oder Zauneidechsen vorkommen können. Steinbrüche mit angrenzenden Waldbereichen und vielen Kleingewässern sind ideal für die bis zu fünf Zentimeter großen Gelbbauchunken. Sogar in festgefahrenen Reifenspuren, gefüllt mit Wasser, schreiten die Tiere zur Fortpflanzung.

 Die Wiederansiedelung in dem Portaner Steinbruch ist nur ein Teil des bundesweiten Projektes „Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland“, das insgesamt 130 Gebiete in acht Regionen umfasst, verteilt über fünf Bundesländer. Es endet im Jahr 2018.

 Finanziert wird das Vorhaben zu 15 Prozent aus eigenen Mitteln und zu 75 Prozent aus dem Bundesetat für Naturschutz. Den Rest teilen sich die Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg. ly

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