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Eveser Hof öffnet zum Denkmalstag

Familie renoviert Großköthnerhof Eveser Hof öffnet zum Denkmalstag

Als „Kötter“, „Kötner“ oder „Köthner“ sind früher Dorfbewohner bezeichnet worden, die einen Kotten, respektive eine Kate ihr Eigen genannt haben.

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Serpil (von links), Mia, Timon und Kai Gausmann sanieren die Hofstelle Evesen Nr. 7.

Quelle: bus

Evesen. „Der name schon, der sicher von hohem alter ist, zeigt den ursprünglichen begriff als inhaber einer bloszen kote, im gegensatze zum ackerbesitzenden bauer“, heißt es im Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm. In der sozialen ländlichen Hierarchie waren sie unterhalb der Vollbauern angesiedelt. Ein recht stattliches Beispiel eines Großköthnerhofes stellen im Rahmen des „Tages des offenen Denkmals“ Serpil und Kai Gausmann vor.

 Das Ehepaar ist seit 2011 Besitzer der Hofstelle Evesen Nr. 7 (Schaumburger Straße 21). Das Ensemble verkörpert eine für die Region typische Hofanlage mit an der Straßenfront in einer Flucht aneinandergereihten Gebäudeteilen. An das giebelständige Wohnwirtschaftsgebäude – ein 1872 errichteter Vierständerfachwerkbau – sind 1912 ein traufständiger Stalltrakt und 1947 eine giebelständige Stallscheune jeweils in Ziegelbauweise angefügt worden.

 Besonderheiten des Haupthauses sind der mit Ziegelmauerwerk gestaltete hintere Giebel und zwei Rundwalme. Familie Gausmann, zu der auch Sohn Timon (2) und Tochter Mia (bald 1) zählen, hat am rückwärtigen Wohnteil begonnen, die teilweise schadhafte Bausubstanz zu sanieren. So ist unter anderem der hintere Rundwalm mit historischen Flachkrempziegeln neu eingedeckt worden. Aktuell steht die Herrichtung von drei Räumen in diesem Wohnteil auf dem Programm.

 „Eine Menge Dreck und viel Arbeit“, bilanzieren Serpil und Kai Gausmann. Viel Arbeit etwa bei der Fußbodengestaltung, bei der unter Hitze- und Luftzufuhr geblähter Schaumglasschotter zum Einsatz kam. „Das Material ist relativ druckstabil und lässt keine Feuchtigkeit durch“, erläutern die Bauherren.

 Während des Denkmaltages können die Gebäude von außen und teilweise auch innen besichtigt werden, die Bewohner stehen für Informationen und Führungen nach Bedarf zur Verfügung. Darüber hinaus geben Handwerker der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) Erläuterungen zur Baugeschichte, Fachwerksanierung und Neueindeckung des Rundwalmes. Praktische Vorführungen vermitteln Eindrücke von der Herstellung eines Dielenbodens und der Oberflächenbehandlung von Lehmwänden und Holzflächen.

 Die IGB – Slogan: „Wir lieben alte Häuser“ – kümmert sich um Erhaltung, fachgerechte Restaurierung und zeitgemäße Weiternutzung historischer Gebäude. Das bundesweite Netzwerk bietet Fachwissen, gibt Hilfestellungen in Theorie und Praxis, und es verfügt über den mitunter notwendigen Humor, um den vielen Unwägbarkeiten im Umgang mit alten Häusern zu begegnen.

 Die IGB-Außenstelle Schaumburg hat im zurückliegenden Jahr ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Die Mitglieder der Gemeinschaft organisieren Vorträge, Besichtigungen und Praxis-Seminare, sammeln Ideen und unterstützten sich gegenseitig. Ihr Engagement trägt zur Bewahrung der regionalen Identität und zur Steigerung der Lebensqualität im Schaumburger Land bei.

 „Die Interessengemeinschaft verfügt nicht nur über baugeschichtliches Wissen, sondern auch über reichlich Know-how für Sanierungen und Umnutzungen ohne schädliche Nebenwirkungen“, geben Serpil und Kai Gausmann zu verstehen. Damit helfe sie, Bausünden zu vermeiden. „Wir haben uns in den Hof verliebt und wollen, dass unsere Kinder auf dem Land und nicht in einer anonymen Großstadt aufwachsen.“

bus

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