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Bückeburg Ortsteile Fossilien für Hollywood-Stars
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00:16 18.03.2016
Tjard Kusche (links) lässt sich von Mike Polschinski die äußerst seltene Zahnreihe eines Plesiosauriers und andere Funde zeigen. Quelle: ly
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Kleinenbremen

Damals lebte Kusche in den USA, war Präparator eines Studios mit prominenten Kunden. „Ich selbst besitze 15 Großsaurier“, erzählt der studierte Paläontologe und Geologe. Darunter sind zum Beispiel Skelette des Tyrannosaurus Rex. Kusche, bekannt aus Funk und Fernsehen, gräbt bevorzugt in den USA und Asien. Gefunden hat er auch schon einen Säbelzahntiger.

 Wie kommt der Mann nach Kleinenbremen? „Dies ist eine Sammlerbörse“, erklärt er. Sammler trifft Sammler, das gefällt ihm – anders als auf großen Börsen. „Profitdenken“, so Kusche, „macht die Leidenschaft kaputt.“ Grund Nummer zwei ist die Suche nach Entspannung. „Es ist schön, wenn man einmal etwas Anderes als die eigene Werkstatt sieht“, sagt er. Zurzeit arbeitet der Präparator an einem Baby-T-Rex.

 An diesem Sonntag lässt sich Kusche am Stand des Paläontologischen Arbeitskreises Kleinenbremen (PAK) einen Fund zeigen, der zumindest für heimische Verhältnisse als spektakulär gilt. Im Wiehengebirge haben Cord Röthemeier und Mike Polschinski vergangenen Sommer eine 25 Kilogramm schwere Steinplatte mit Fossilien von drei Tieren aus der Urzeit gefunden.

 Eine Auster gilt dabei eher als „Beifang“. Äußerst selten ist dagegen die Zahnreihe eines Plesiosauriers, der bis zu 20 Meter lang werden konnte und Schwimmflossen hatte. „In den letzten 15 Jahren habe ich in diesen Schichten keinen einzigen Zahn gefunden“, berichtet Polschinski, der Fossilien-Experte von Besucher-Bergwerk und Museum.

 Für Kenner sind solche Funde wichtig. „Anhand der Zähne können Wissenschaftler genau sagen, um welche Saurier es sich handelt“, erklärt Uwe Stratmann vom Kleinenbremer Arbeitskreis. Röthemeier hatte zuvor bereits im Wiehengebirge den Oberarmknochen eines Plesiosauriers ausgegraben.

 Zum jüngsten Fund, der Steinplatte, gehören außerdem ein ähnlich seltener Kiefer-Ast des Meereskrokodils Steneosaurus sowie zwei Fragmente vom Kiefer des Plesiosauriers. Alle Tiere haben vor etwa 160 Millionen Jahren gelebt. „Erst haben wir gedacht, bei den Fossilien handele es sich um ein Tier“, berichtet Polschinski. Dann sei ein Fachwissenschaftler hinzugezogen worden.

 Nicht nur Experten, sondern auch zahlreiche Sammler und Familien mit Kindern zog es nach Kleinenbremen, wo etwa 20 Anbieter von Mineralien und Fossilien ihre Stände aufgebaut hatten. Am Ende verzeichnete Mirko Ignatz, Geschäftsführer von Besucher-Bergwerk und Museum, rund 375 Gäste, etwa so viele wie vor einem Jahr. ly

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