Achum. Jetzt feierte die Heeresfliegerwaffenschule mit Prominenz aus Räten, Rathäusern und Behörden Richtfest; unter den Gästen, die sich Finger und Eingeweide angesichts von Temperaturen um neun Grad Minus an heißem Kinderpunsch wärmten, war die Bundestagsabgeordnete Katja Keul (Bündnis 90/Die Grünen), die Mitglied im Verteidigungsausschuss ist.
Bereits im November 2012 und damit noch deutlich vor den Weihnachtsfeiertagen soll das Objekt bezugsfertig sein. Und danach sieht es derzeit auch tatsächlich aus, denn die Arbeiten liegen voll im Zeit- sowie im Kostenplan. Merke: Heute vor 125 Tagen lag auf dem Platz, auf dem jetzt der Rohbau steht und der Richtkranz weht, noch eine Rasenfläche, wo sich des Nachts Kaninchen paarten.
„Wir schaffen mit dem Neubau und seinen rund 980 Quadratmetern Nutzfläche die dringend benötigten Unterkunftsplätze für internationale Lehrgangsteilnehmer“, erklärt Peter Bröker, Leiter des Staatlichen Baumanagements Weser-Leine mit Sitz in Nienburg. „Bei der Planung haben wir uns an den bereits realisierten Vorgängerbauten orientiert – den Neubau aber mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit optimiert.“ Sichtbar werde das in Details der verbesserten Fassade – aber auch die „inneren Werte“ des Gebäudes würden an den aktuellen Stand der Technik angepasst.
Lehrgangsteilnehmer können sich auf eines von 52 Zimmern freuen, die auf drei Geschosse verteilt sind. Je zwei der Zimmer haben einen Sanitärbereich mit Waschbecken, Dusche und WC. Zentral im Gebäude befinden sich obendrein diverse Aufenthaltsräume mit ihnen zugeordneten Teeküchen.
„Die tragende Fassade“, so Bröker, „besteht aus einem Mauerwerk aus Kalksandstein, weist eine dicke Wärmedämmung auf und besitzt – ähnlich wie die Vorgängerbauten – eine langlebige Verblendung aus grauem Betonstein.“ Eine wartungsarme Dacheindeckung aus Zinkblech schließt den Neubau nach obenhin gegen Schnee und Regen ab. Die Farbe der Fenster wird aus natürlichen Blau- und Grüntönen bestehen und soll so dafür sorgen, dass sich die Unterkunft gut in ihr Umfeld integriert.
Stichwort Haustechnik: Der Neubau wird Bröker zufolge über eine kontrollierte Zu- und Abluftanlage sowie ein System zur Wärmerückgewinnung verfügen. „Der bewusste Umgang mit den begrenzten Ressourcen zeigt sich aber nicht nur in der Wärmedämmung und der intelligenten Lüftungstechnik, die wir einbauen“, sagt der Leiter. Das Unterkunftsgebäude Nr. 46 werde wie andere Gebäude in der Schäfer-Kaserne auch seine Energie ab Ende des Jahres von einem Blockheizkraftwerk beziehen.
Besonders schön: Die Achumer Maßnahme sei, das zeigten die Auftragnehmer, ein Beitrag zur Stärkung der Bauwirtschaft in der Region. Bröker: „Der von uns erteilte Generalunternehmerauftrag wurde nach einem öffentlichen Wettbewerb und anschließender beschränkter Ausschreibung an die Firma Kümper und Schwarze vergeben – eine Firma, die elf weitere aus der Region am Neubau beteiligt.“ Darüber hinaus kämen auch alle sieben beteiligten Ingenieurbüros aus dem näheren Umfeld.
Sprach’s und bat Keul sowie Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach, mit ihm gemeinsam den Richtkranz an einem Flaschenzug auf den Dachfirst zu befördern, wo zwei Zimmerleute traditionell den Richtspruch verkündeten und – nach drei Schlucken aus der Schnapsflasche – die Bouteille Segen spendend am neuen Baukörper zerschmetterten.
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