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Mehr Rücksicht gefordert

Jagdgenossenschaft lässt Dampf ab Mehr Rücksicht gefordert

Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft Warber/Rusbend ärgern sich über Halter, die ihre Hunde ohne Leine in der Feldmark laufen lassen. Vorsitzender Thomas Vauth sprach während der Hauptversammlung von einer Gefahr für Menschen und Wildtiere.

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Für Rehkitze wird das Versteck im hohen Gras schnell zur Todesfalle.

Quelle: dpa

Warber/Rusbend. Jagdpächter Ernst Meier berichtete von einem Fall im Warber Feld, wo einer dieser „Hundeleute“ seinen Vierbeiner sogar Rehe scheuchen ließ. Erst nach der Anzeige durch einen Anwohner sei der Halter nicht mehr in diesem Bereich gesehen worden.

Hierzu merkte Vauth an, dass erfahrungsgemäß meist ein aufklärendes Gespräch reiche, um die Halter dazu zu bringen, ihre Hunde in der Feldmark anzuleinen. Vor allem wenn man ihnen vor Augen führe, was passieren könne: Wenn der Hund hinter einem Reh oder einem Hasen hinterherhetzt, bestehe die Gefahr, dass die Tiere über eine Straße flüchten und es dabei zum Zusammenstoß mit einem Kraftfahrzeug kommt. Nicht nur für das Wild oder den Hund könne dies tödlich enden, sondern auch für den Fahrzeugführer.

Lobende Worte für Grünlandwirte

Auch an die Landwirte appellierte Vauth, mehr Rücksicht auf das heimische Wild zu nehmen. Dabei lobte der Vorsitzende ausdrücklich die Grünlandwirte, die es schon lange beherzigen würden, die Wiesen bei den anstehenden Mahden stets von innen nach außen zu mähen. Dadurch haben laut Vauth Rehkitze, die sich im hohen Gras verstecken, die Chance zur Flucht.

Werde die Wiese dagegen ringförmig von außen nach innen gemäht, würde man das Wild veranlassen, sich in den immer kleiner werdenden Grasflächen zu verstecken, wo es dann schließlich von dem Mähgerät verletzt oder getötet werde.

Die Ackerbauern kennen laut Vauth nur „Attacke und Gas“, wenn sie mit ihren Traktoren die Felder bearbeiten – ohne Rücksicht darauf, dass schon im März die Junghasen in der Sasse liegen und im Frühjahr die Kiebitze auf den Ackerflächen brüten.

Aufkleber mit Appell

Daher hat der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft bei einem Treffen der Kreisjägerschaft einen Aufkleber mit dem Appell „Wildtiere schonen – von innen nach außen mähen, mulchen, ackern!“ vorgestellt. Die Kreisjägerschaft wird den Aufkleber demnächst in größerer Zahl drucken lassen und über ihre Mitglieder kreisweit an Landwirte verteilen lassen. Wenn man damit nur jeden zweiten Landwirt dazu motivieren könne, sich an die ausgegebene Empfehlung zu halten, wäre schon viel erreicht, betonte Vauth.

Erfreulich ist aus Sicht der Jagdpächter Ernst Meier und Cord Drewes dagegen, dass nur wenige Rehe dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen sind. Von den 14 zur Strecke gebrachten Rehen starb ein Viertel als sogenanntes „Fallwild“ durch Kollision mit einem Kraftfahrzeug. Darüber hinaus erlegten die beiden Jäger insgesamt vier Feldhasen, einen Rotfuchs, einen Waschbär, sechs Ringeltauben, eine Türkentaube, fünf Rabenkrähen und drei Elstern. An „Fallwild“ – dem Wermutstropfen in Meiers Bilanz – fielen außerdem noch vier Hasen, ein Fuchs und ein Mäusebussard an.

Parzellen dürfen bejagd werden

Ferner informierte Vauth, dass die Fürstliche Hofkammer bei der 2015 turnusmäßig angestandenen Neuverpachtung des am Mittellandkanal in Rusbend gelegenen Reviers für zwei von ihr bereits vor längerer Zeit erworbene landwirtschaftliche Flächen ihr Jagdrecht angemeldet hat. Allerdings habe deren Forstdirektor Christian Weber erklärt, dass die Hofkammer von diesem Recht derzeit nicht aktiv Gebrauch machen wolle und die Jagdpächter Meier und Drewes daher auf diesen Parzellen auch weiterhin jagen dürfen. wk

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