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Meinsen / Historie reicht ins 16. Jahrhundert

Nach 400 Jahren: „Alter Krug“ in Meinsen schließt


Die Tage des „Alten Kruges“ in Meinsen sind gezählt: Aus Altersgründen geben Sigrun und Heinz Bruns die von ihnen bewirtschaftete Veranstaltungsgaststätte zum 31. Dezember 2011 auf und wechseln in den Ruhestand.

Weil sie in den Ruhestand wechseln möchten, schließen Sigrun und Heinz Bruns den „Alten Krug“ in Meinsen zum Jahresende. 

© wk

Meinsen (wk). Bereits seit zwei, drei Jahren hätten sie sich mit diesem Gedanken befasst, nachdem klar geworden sei, dass ihre beiden Kinder kein Interesse an einer Fortführung des Betriebes haben, berichtet das Gastronomenpaar. Zwar hätten sie zwischenzeitlich auch nach einem familienexternen Nachfolger Ausschau gehalten, der allerdings das gesamte landwirtschaftliche Gebäude mitsamt der Gaststätte und zwei Mietwohnungen kaufen müsste; bislang sei diese Suche jedoch nicht vom Erfolg gekrönt gewesen.

Dies ist für Sigrun und Heinz Bruns vor allem deshalb schade, weil der vor 21 Jahren von einer Tante der gebürtigen Meinsenerin übernommene Betrieb nach wie vor gut gelaufen ist: „Wir haben immer reichlich zu tun gehabt“, verrät Sigrun Bruns. Obwohl sie – anders als ihre Tante – nicht mehr täglich, sondern nur noch für vorangemeldete Veranstaltungen wie Familienfeiern und Vereinsversammlungen geöffnet hatten, seien sie nicht selten auf eine 60- bis 70-Stundenwoche gekommen, wenn wieder mal gleich drei solcher Veranstaltungen in einer Woche stattgefunden hatten.

Ein Nachfolger hätte also eine gute wirtschaftliche Ausgangsbasis mit zahlreichen Stammkunden insbesondere aus Bückburg und dessen Ortsteilen vorgefunden, ist sich Sigrun Bruns sicher. Zumal auch für 2012 bereits etliche Terminanfragen eingegangen seien, die man aber wegen der geplanten Geschäftsaufgabe habe abschlägig bescheiden müssen.

Den mit einem Schankraum und einem bis zu 80 Personen Platz bietenden Saal ausgestatteten „Alten Krug“ lediglich zu verpachten, komme jedoch nicht in Frage, ergänzt Heinz Bruns.
Detail am Rande: Einer vom Schaumburg-Lippischen Heimatverein im Jahr 2000 herausgegebenen Sonderbeilage (Autor: Hermann Eggers) der „Schaumburg-Lippischen Heimat-Blätter“ nach, wurde die Gaststätte am 24. Dezember 1601 als der „’freie Krugh‘ zu Meinsen“ einem „Anton(ius) Tönnies“ durch den Grafen Ernst zu Schaumburg als vererbliches Eigentum überlassen, erzählt Heinz Bruns. Über denselben, ungefähr 1574 geborenen Tönnies werde darin zudem berichtet, dass um 1591 die Eheschließung mit einer Anna Redecker und die Übernahme des „Krughofes zu Meinsen“ erfolgt seien und er dann bereits 1599 als „Krughofbesitzer zu Meinsen“ gelistet gewesen sei.

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