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Nach Überfall vor Gericht

Prozessbeginn zum Raub in Petzer Tankstelle Nach Überfall vor Gericht

Mit Geständnissen hat am Mittwoch vor dem Landgericht der Prozess gegen zwei Heranwachsende aus Garbsen begonnen, die Ende März eine Tankstelle an der Petzer Straße überfallen haben sollen.

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Bückeburg. Einer von ihnen, der mutmaßliche Haupttäter (20), ist früher in Bückeburg zur Schule gegangen. Deshalb kennt er sich in der Gegend gut aus. Nach der Tat waren die jungen Männer zu einer Verwandten des 20-Jährigen geflüchtet.

 Außerdem legt ihnen Staatsanwalt André Lüth zur Last, elf Tage später nach ähnlichem Muster eine Tankstelle in Garbsen ausgeraubt zu haben. Geldmangel durch Drogensucht könnte in beiden Fällen zumindest das Motiv des 20-Jährigen gewesen sein. Zum Prozessauftakt erklärte er: „Ich habe übermäßig Kokain konsumiert.“ Weil er das Geld aus „normaler Arbeit“ für „Stoff“ ausgegeben habe, sei es zu einem „Problem mit der Kaution“ für eine Mietwohnung gekommen.

 Bei beiden Überfällen waren Bedienstete der Tankstellen mit einer Schreckschusspistole bedroht worden. Sechs Tage nach der zweiten Tat hatten Polizisten die Gesuchten festgenommen. Das war abzusehen. In Bückeburg waren die unmaskierten Männer von der Überwachungskamera aufgenommen worden. Schon damals dachte der jüngere Mann (18) nach eigener Erinnerung: „Unmaskiert – das kann nichts werden.“

 In Bückeburg haben die Männer bei dem Raub laut Anklageschrift 455 Euro erbeutet, in Garbsen 150. Der jüngere Täter, kurz zuvor aus der Haft entlassen, will lediglich einen kleinen Teil der Beute erhalten haben. Er soll von dem früheren Bückeburger zu den Überfällen überredet worden sein. Das erklärten die Angeklagten übereinstimmend.

 Vorbestraft sind beide Männer. Der 20-Jährige, ebenso wie sein Komplize bereits wegen Einbrüchen verurteilt, legt Wert auf die Feststellung: „Ich bin kein Berufsverbrecher.“ Deshalb sei alles „sehr hektisch abgelaufen“.

 Nach dem Überfall in Bückeburg will er ins Grübeln gekommen sein: „Als ich mein Gesicht in der Zeitung sah, wurde mir klar, dass das ein Verbrechen war.“ In beiden Fällen will der Heranwachsende vorgegeben haben, Zigaretten kaufen zu wollen, um dann zur Waffe zu greifen, als die Angestellte sich umdrehte.

 Vor dem Raub in Garbsen soll schon wieder Ebbe in der Brieftasche geherrscht haben. „Wir sind mit leeren Taschen spazieren gegangen“, erklärt der 20-Jährige. „Vielleicht sollten wir’s noch einmal machen wie in Bückeburg“, dachte er. „Wo sollen wir Geld herzaubern? Bei der Bank würden wir wohl keinen Kredit bekommen.“ Der andere Mann soll früher zu einer Jugendbande gehört haben, die beispielsweise einen alten Mann ausgeraubt hat. Auch er hat offenbar ein Drogenproblem.

 Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Jugendkammer des Landgerichts , hat drei Verhandlungstage anberaumt und zehn Zeugen geladen. Einige können nach den Geständnissen wieder abgeladen werden. Mitte September will das Gericht die Urteile verkünden.

ly

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