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Nachbarn fühlen sich übergangen

Flüchtlinge in Röcke Nachbarn fühlen sich übergangen

Die Straße Am Meierhof in Röcke ist eine ruhige Wohnstraße mit einigen kleineren Häusern, in der Nachbarschaft gibt es auch Gewerbebetriebe. Am Donnerstag sollen dort 25 Flüchtlinge in ein Dreifamilienhaus einziehen, das die Stadt Bückeburg für den Landkreis angemietet hat. Das sorgt für Unruhe: Einige Nachbarn sind sauer, sie fühlen sich übergangen.

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Röcke. Bernd Hese klagt gegenüber unserer Zeitung: „Wir sind im Vorfeld nicht informiert worden. Das ist sehr unbefriedigend. Ich fühle mich mit unseren Ängsten alleingelassen.“ Hese berichtet, dass die Nachbarschaft sehr verunsichert sei, weil sie nicht wisse, was da auf sie zukomme. Die Sorgen reichten von der Sicherheit der Kinder bis zum Wertverlust der Häuser.

Der Erste Kreisrat Klaus Heimann bedauert es sehr, dass es vorab keine Information gegeben habe. Er bittet aber gleichzeitig um Verständnis für die schwierige Situation des Landkreises. Der Handlungsdruck sei enorm: Es könne derzeit nicht immer so schnell informiert werden, wie es wünschenswert sei. Heimann sprach von einer Ausnahmesituation: Allein am heutigen Donnerstag müsse der Landkreis Schaumburg 173 neue Flüchtlinge unterbringen. Und nicht für alle gebe es dezentralen Wohnraum. Darum würden auch 21 Schutzsuchende der Sammelunterkunft in der ehemaligen Herderschule zugewiesen, die nun langsam volllaufe. Heimann: „Wir haben keine Vorlaufzeiten mehr.“

Wie berichtet soll Schaumburg bis März 1400 weitere Flüchtlinge unterbringen, die Möglichkeiten sind aber weitgehend ausgereizt. Heimann setzt nun auf eine Zuweisungspause Mitte Februar, die mit dem Land ausgehandelt werden soll. Dieser Zeitraum könnte dann genutzt werden, um weitere Quartiere einzurichten.

Bezüglich des Röcker Hauses berichtete Heimann, dass dort eine Großfamilie mit mehreren Generationen einziehen soll. Darunter seien auch mehrere Kleinkinder. Die Betreuung erfolge nach dem bewährten Verfahren: Zuständig seien die Sozialarbeiter der Awo, die auch ein offenes Ohr für die Sorgen der Nachbarn hätten.

Angemietet und eingerichtet wurde das Haus am Meierhof mit drei Wohnungen von der Stadt Bückeburg. Wie Christian Schütte, Fachgebietsleiter der Stadtverwaltung, auf Anfrage mitteilte, sind die Wohnungen für 22 Erwachsene ausgelegt. Schütte berichtete, dass es immer schwieriger werde, geeignete Wohnungen für Flüchtlinge zu finden. Er nannte ein Beispiel: Es würden sogar Immobilienportale im Internet nach Verkaufsangeboten durchgesehen. Die Stadt frage dann an, ob der Anbieter möglicherweise auch an einer Vermietung Interesse habe. Schütte appelliert daher an alle Bückeburger, geeigneten Wohnraum zu melden. Nach wie vor setzt der Kreis nämlich auf die dezentrale Unterbringung, die bessere Integrationsmöglichkeiten bietet. Neue große Sammelunterkünfte sind zwar nicht ausgeschlossen, sollen aber nach Möglichkeit vermieden werden. kk

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