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Bückeburg Ortsteile Ohne Konzept zum infernalen Schlussakkord
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00:21 24.01.2015
Daniel Sauk (rechts) brilliert beim Konzert von „TTOO feat. Wunz“ als Stromgitarrist, während Bass-Mann Martin Hohmeier (links) groovige Sounds aus eher tiefen Tönen beisteuerte. Quelle: wk
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 So jedenfalls bezeichnen Michael Wagener (Schlagzeug) und Daniel Sauk (E-Gitarre) das, was sie mit Martin „Wunz“ Hohmeier (E-Bass) an jenem Abend vor vollem Haus zu Gehör gebracht haben. Ins Deutsche übersetzt also: „Improvisierte Musik für die Freude und Erleuchtung“ – na ja, zumindest ein Versuch, das irgendwie Unbeschreibliche zu beschreiben, denn im Grunde muss man selbst erlebt haben, was die drei virtuosen Instrumentalisten dort jenseits allen Mainstreams fabriziert haben. Nichtsdestoweniger hier der Versuch, das Ganze in passende Worte zu kleiden – inklusive einiger Hintergrundinformationen.

 Schon seit Längerem touren der Päpinghausener Michael Wagener und der Mindener Daniel Sauk mit ihrem Bandkollegen Constantin Braun (Piano, Keyboard) als „Zhreee“ durch die Lande. Dabei haben sie ihren Bandnamen lautmalerisch von der englischen Bezeichnung für die Zahl „Three“ („Drei“) abgeleitet und – um den Trio-Aspekt zu unterstreichen – mit einem dritten „e“ versehen. Als „Zhreee“ haben sie seinerzeit auch angefangen, ohne spezielles Konzept improvisierte Musik zu machen.

 „TTOO“ sind Wagener und Sauk dagegen dann, wenn sie als Duo auftreten und dabei der gleichen musikalischen Stilrichtung frönen. Wer oder was für die Wortschöpfung „TTOO“ ursächlich war, soll an dieser Stelle indes nicht weiter thematisiert werden.

 Im „Hofcafé Peetzen 10“ hatten Wagener und Sauk nun mit dem Bückeburger Bassisten Martin „Wunz“ Hohmeier gemeinsame Sache gemacht, um erstmalig als „TTOO feat. Wunz“ munter drauflos zu improvisieren. Und das passte wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge: So kreierten die drei mit ihren Instrumenten episch-breite, facettenreiche Klanggebilde, die sich aus dezenten perkussiven Elementen, gezielt gesetzten solitären Basstönen oder etwa gefühlvoll intonierten zarten Gitarren-Licks heraus entwickelten und sich von einem Höhepunkt zum nächsten steigerten, um zwischendurch immer wieder eine plötzliche Wendung zu nehmen. Nicht selten steigerten sich diese mystisch-meditativen bis jazzrockmäßigen Klangwelten zu einem regelrechten Inferno, um dann wie eine Supernova in einem furiosen Schlussakkord zu explodieren.

 Eine tragende Rolle hatte dabei vor allem Sauk, der mit seinen Händen und zahlreichen elektronischen Effektgeräten so ziemlich alles aus seinem Instrument rausholte, was möglich ist. „Wah-Wah“- und Echo-Effekte gehörten ebenso dazu wie „eingefrorene“ Töne, über die er dann ebenfalls harmonisch korrekt improvisierte Melodien legte. Ab und an hantierte er auch noch mit allerlei anderem elektronischen Gedöns herum, bediente, während er mit einer Hand weiter Gitarre spielte, Knöpfe, Drehschalter und Schieberegler, um das ohnehin schon breite Klangspektrum noch weiter auszudehnen.

 Hohmeier indes war mit seinem E-Bass dermaßen präsent, wie man es bei einem Bassisten einer Band nicht allzu oft erlebt. Statt weitgehend im Hintergrund zu agieren und lediglich die Rolle eines Facharbeiters für tiefe Töne auszufüllen, spielte er sich immer wieder in genau der richtigen Dosierung nach vorne, um die raumgreifenden Klangwelten durch komplexe, wuchtige Bassläufe zu erden. Darüber hinaus bearbeitete er die fetten Saiten seines Basses bisweilen wie ein Leadgitarrist bis in die hohen Lagen hinein, modulierte die Töne mittels Bending, zeigte Fingertapping und setzte mit eingestreutem filigranen Melodiespiel auf seinem alles andere als filigranem Saiteninstrument auch auf diese Weise besondere Akzente.

 Abgerundet wurde das Ganze schließlich von Wagener am Schlagzeug, der es sich nicht nehmen ließ, sich mit seinen Drumsticks und Schlegeln frei zu entfalten und – ebenfalls einfach aus dem Bauch heraus – seinen Part zu diesem beeindruckenden Hörerlebnis beizutragen. Dabei glänzte auch er als ideenreicher, spielfreudiger Musiker.

Von Michael Werk

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