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Kleinenbremen Reiche Beute

Das hat sich gelohnt: Am Ende der Fossilien-Exkursion des Kleinenbremer Museums für Bergbau und Erdgeschichte verlassen die 13 Teilnehmer den Steinbruch mit fünf bis zehn Funden – pro Person.

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Dieter Braun (l.) hat einen Ceratiten entdeckt, zu erkennen an der dunklen Stelle im Stein. Exkursionsleiter Mike Polschinski zeigt, wie ein solcher Fund nach dem Präparieren aussieht.

Quelle: ly

Kleinenbremen. Nach Millionen von Jahren sind sie die Ersten, die jene versteinerten Lebewesen in den Händen halten. Starkes Gefühl. „Man erlebt es hautnah auf dem Boden, wo sie gelebt haben“, erklärt Dieter Braun aus Barsinghausen, der zum ersten Mal dabei ist. Dieser Boden ist versteinerter Meeresgrund.

Lasse (10) aus Gütersloh strahlt. Er und seine Mutter Heike Thienenkamp sind im ersten Anlauf gleich auf einen versteinerten Nautilus gestoßen. Der Kopffüßer inklusive Gehäuse ist mit heutigen Tintenfischen verwandt. „In unserer Familie ist das Thema Dinosaurier angesagt“, erklären Mutter und Sohn vorm Betreten des Steinbruchs. Halb im Spaß fügen sie hinzu: „Wir hoffen, dass wir einen Dino finden.“

Vielleicht beim nächsten Mal, denn möglich wäre das. „In unserer weiteren Umgebung sind bisher 30 Saurierarten nachgewiesen“, erklärt Mike Polschinski, der Fossilien-Experte von Besucher-Bergwerk und Museum. Gemeint ist ein Radius von etwa 60 Kilometern. „Der echte ‚Jurassic Park‘“, so Bodendenkmalpfleger Polschinski, „ist hier.“

Regen hat einen Teil des Weges zur oberen Ebene des Steinbruchs in eine Schlammwüste verwandelt. Der Blick ins Lipperland ist traumhaft, doch die Gruppe ist zum Arbeiten dort. Vor den Sammlern, ausgerüstet mit Hammer und Meißel, liegen Berge von Gestein. Doch Stein ist nicht gleich Stein. Färbung und Struktur unterscheiden sich von Steinbruch zu Steinbruch. „Die Fossilien muss man rauslesen“, erklärt Mike Polschinski. „Erst einmal müssen sich die Leute aber akklimatisieren.“ Das braucht etwa eine halbe Stunde.

Ungefähr so lange dauert es denn auch, bis Dieter Braun mit dem ersten Fund des Tages kommt. „Ein Ceratit“, bestätigt Exkursionsleiter Polschinski, ebenfalls ein Kopffüßer also. Derweil überlegt Neuling Braun, demnächst an einem Workshop teilzunehmen, um den Fund in der Präparationswerkstatt von Besucher-Bergwerk und Museum eigenhändig freizulegen.

Im Steinbruch ist an diesem Tag auch Cord Röthemeier, der eher zu den Profis gehört. Seinen bisher bedeutendsten Fund, den 160 Millionen Jahre alten Oberarmknochen eines Plesiosauriers, der bis zu 20 Meter lang werden konnte und Schwimmflossen hatte, hat der Neeser allerdings im Wiehengebirge gemacht. Dort war Röthemeier zwischenzeitlich wieder unterwegs. Das Ergebnis: „Ein Fund, der noch spektakulärer ist“, so Polschinski. Zurzeit werde das Fossil dokumentiert und präpariert. Im Winter will der Paläontologische Arbeitskreis Porta Westfalica-Kleinenbremen (PAK) an die Öffentlichkeit gehen.

Es müssen nicht immer Superlative sein. „Zu hohe Erwartungen versperren den Blick für die Schönheit von Fossilien, die nicht so teuer oder bedeutend sind“, betont Röthemeier. Polschinski zum Beispiel freut sich zurzeit über den (meldepflichtigen) Fund einer Auster, die noch nicht dokumentiert ist.

Die Fossilien-Exkursion, eine Zeitreise durch die regionale Erdgeschichte in Theorie und Praxis, gilt als erfolgreichste Veranstaltungsreihe seit Bestehen des Kleinenbremer Museums. Eine Stunde vorm Aufbruch in den Steinbruch sitzen die Teilnehmer im Halbdunkel des Unterwasserraumes und lauschen den Worten von Polschinski. „Hier hat es große Korallenriffe gegeben, ein lichtdurchflutetes Meer“, erzählt er. Kein Wunder also, dass bis heute versteinerte Knochen von Meeresbewohnern entdeckt werden. ly

Mehr Informationen finden Interessierte im Internet unter bergwerk-kleinenbremen.de.

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