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Scheier Tradition stammt aus Ostfriesland

Scheie/Cammer/Rusbend / Maifest Scheier Tradition stammt aus Ostfriesland

Von der Traditionspflege im kleinen Kreis bis hin zur massenkompatiblen Zeltfete mit Livemusik ist am Montag, dem Vorabend des 1. Mai, in den Bückeburger Ortsteilen alles vertreten gewesen: In Cammer etwa begnügte sich eine rund zehnköpfige Herrenriege damit, zum Zwecke der temporären Dorfverschönerung einen dezent geschmückten Maibaum aufzustellen und dann auf diese Tat anzustoßen: „Hier trinken wir noch ein, zwei Bier und ein paar Schluck, und das war’s“, brachte es Fritz Rösener, Alt-Bürgermeister des Ortes, auf den Punkt.

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Eine ausgelassene Stimmung herrscht unter der Besuchern der „Tanz in den Mai“-Party in Rusbend.

Quelle: Foto: wk

Scheie/Cammer/Rusbend (wk). Zu diesem Zeitpunkt wusste er allerdings noch nicht, dass das gemeinsame Zuprosten noch etwas auf sich warten lassen würde. Denn das Platzieren der im Schaumburger Wald frisch geschlagenen Birke gestaltete sich trotz Einsatz eines mit einem Frontlader ausgerüsteten Traktors ein bisschen schwieriger als gedacht. Erst nach mehreren Versuchen gelang es dem Treckerfahrer nämlich, den gut 15 Meter hohen Baum von der Horizontalen in die Vertikale zu befördern. Zuvor hatte der Anstellwinkel des untergeschobenen Frontladers nicht gepasst, um den Baum mit Maschinenkraft nach oben zu drücken, und ein anderes Mal war die Idee fehlgeschlagen, den mit einer Metallkette unterm Frontlader befestigten Baumstamm über den Fußpunkt nach oben zu kippen.

Einfacher dürfte erfahrungsgemäß das Aufstellen des Maibaums vonstatten gegangen sein, der von der Jugendfeuerwehr Scheie am dortigen Dorfgemeinschaftshaus platziert worden ist. Denn hier kam wieder der – offenbar zum Inventar des Ortes gehörende – fahnenmastartige Holzstamm zur Verwendung, der vom Feuerwehrnachwuchs und anderen Gruppen in den vergangenen Jahren schon mehrfach mit vereinten Kräften völlig problemlos in die Senkrechte gebracht worden war.

Anders als in Cammer wohnten der Aktion in Scheie zudem mehrere Dutzend Zuschauer bei, die anschließend bei deftiger Kost vom Grill und diversen Kaltgetränken, darunter auch der bei solchen Anlässen unverzichtbare süffige Gerstensaft, bis weit in den Abend hinein der Geselligkeit frönten. Für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr stand sogar eine lange Nacht an, denn um sicherzugehen, dass niemand „ihren“ Maibaum klaut, campierten sie auf dem Gelände am Dorfgemeinschaftshaus und hielten in wechselnder Schicht Nachtwache.
Was die Maibaum-Tradition betrifft, war von Gerd Wilharm, dem Jugendfeuerwehrwart, zu erfahren, dass es die Scheier Trachtengruppe gewesen war, die diese Idee vor sechs Jahren „aus Ostfriesland mitgebracht“ hatte, wo die Volkstänzer seinerzeit eine andere Trachtengruppe besucht hatten. „Einen Maibaum hat es hier vorher nicht gegeben“, war er sich dabei sicher.

Welche Bedeutung dieser weitverbreitete Brauch ursprünglich gehabt hat? Die für ihn „sinnvollste Erklärung“ sei, dass man mit dem Maibaum damals das Frühjahr begrüßen wollte, das sich nach der kahlen Jahreszeit im Monat Mai mit einer austreibenden Vegetation und meist warmen Temperaturen präsentiert, meinte Heiko Fernholz, der Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Scheie. Im Internet hatte er sich zuvor auf die Schnelle schlau gemacht, um eine plausible Antwort auf diese Frage geben zu können.

Eine moderne Interpretation des Themas Brauchtum spielte sich schließlich in Rusbend ab, wo die örtliche Gaststätte „Schäferhof“ zum alles andere als steifen „Tanz in den Mai“ an den Rusbender Hafen eingeladen hatte. Zur Musik, der ein breites Spektrum an gecoverten Klassikern und aktuellen Hits des Rock-, Pop- und Schlagergenres abdeckenden Partyband „Meilenstein“, feierten dort vom eher späten Abend an mehrere Hundert überwiegend junge Leute bis in die frühen Morgenstunden hinein.

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